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Wolfsklingen von Adamek, Julia (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Wolfsklingen

Als Heldin gefeiert kehrt Jessy aus der Schlacht gegen Magier und Ungeheuer zurück. Schon bald hat sie in der Eisenfaust ihr Zuhause gefunden und der Gedanke an eine Heimkehr rückt in weite Ferne. Doch wieder ziehen Gefahren am Horizont auf und bedrohen den Frieden in Westland. Erneut stehen Jessy und ihren Freunden Kämpfe und Prüfungen bevor, welche ihr Leben für immer verändern werden. Währenddessen muss auch Albin sich in seiner neuen Rolle zurecht finden. Als geduldeter Gast lebt er in der Burg und spioniert die Feinde der zukünftigen Königin aus. Aber bald wird ihm klar, dass die Liebe zu Amileehna allein ihm nicht genügen wird, um sein Dasein im Schatten zu akzeptieren. Und mehr noch: Er spürt, dass in seinem Inneren ungeahnte - und gefährliche - Kräfte schlummern, die auf seiner schicksalhaften Reise an den Rand der bekannten Welt nicht nur über über sein Leben, sondern auch über die Zukunft des ganzen Westlandes entscheiden werden. Julia Adamek schreibt schon ihr ganzes Leben lang. Nach ein paar Jahren im Verlagswesen folgt sie nun ihrer wahren Berufung und widmet sich voll und ganz der Schriftstellerei. Sie lebt mit Mann und Kindern im Münchner Süden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 951
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742774279
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 1159kBytes
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Wolfsklingen

Kapitel 1

Jessy konnte den Fahrtwind vorbei brausender Autos in ihrem Gesicht spüren. Der Geruch bitterer Abgase drang in ihre Nase und sie hörte das beständige Rauschen, das alle anderen Geräusche übertönte. Hinter ihren geschlossenen Lidern sah sie das regelmäßige Aufflackern von Scheinwerfern. Aber der Boden unter ihren Füßen war weich. Er vibrierte nicht unter der Wucht der Reifen. Langsam löste sich der stechende Geruch auf und zurück blieb die Frische des kalten Morgens auf ihrer Haut. Sie hob den Kopf und wusste, dass es nur Sonnenstrahlen waren, die sie berührten. Und das Rauschen... Jessy öffnete die Augen. Nichts als Wind in den Wipfeln der uralten Bäume um sie herum.

Voller Genuss sog sie die kühle, reine Luft des Waldes in ihre Lungen. Nein, keine Spur mehr von Schnee und Kälte. Es duftete nach den ersten Blüten, nach nasser Erde und dem modrigen Laub vom letzten Jahr, das unter den letzten Schneeresten zum Vorschein kam. Das vielstimmige Trällern der Vögel und das Plätschern des kleinen Bächleins ganz in der Nähe klangen in Jessys Ohren schöner als jede Musik, die sie in den letzten Monaten gehört hatte. Der Wald hatte die eisige Umklammerung des Winters endgültig abgeschüttelt und sie fühlte sich, als könne sie zum ersten Mal seit einer Ewigkeit wieder frei durchatmen.

" Hast du genug herum getrödelt? Das hier erledigt sich nicht von allein!"

Jessy musste beim Klang der tiefen Stimme lächeln und wandte sich um. Bosco lehnte an einem Baum und reinigte seine Fingernägel mit einem riesengroßen Jagdmesser. Der Anblick ihres Freundes ließ die mühsam heraufbeschworene Erinnerung an ihre eigene Welt mit einem Schlag verblassen. Auch er schien diesen Vormittag im friedlichen Sonnenschein, weit weg von der Eisenfaust, zu genießen. Ihre Pferde schritten ruhig über die kleine Lichtung und knabberten an den ersten zarten Grashalmen. Als Jessys Blick zu der toten Hirschkuh wanderte, die auf der Erde lag, spürte sie wieder, wie ihr Magen revoltierte. Allein die Vorstellung, dass sie das Tier getötet hatte, ließ die Übelkeit erneut aufflammen. Bosco warf das Messer in ihre Richtung und obwohl Jessy die Bewegung nur aus dem Augenwinkel sah, fing sie die Waffe geschickt auf.

" Ich weiß, dass es dir widerstrebt", sagte Bosco und stieß sich von dem Baumstamm ab. "Aber es gehört zum Jagen eben dazu. Ein erlegtes Tier bringt dir nichts, wenn du nicht lernst, es auszuweiden."

Natürlich hatte er recht. Die Augen der Hirschkuh waren leblos und ins Nichts gerichtet. Die Wunde, wo Jessys Pfeil sie getroffen hatte, war nur klein und doch hatte sie ausgereicht, das Tier zu töten. Sie umfasste das schwere Messer fester und seufzte tief.

" Also los", sagte sie. "Ich hoffe wirklich, dass du nicht Bambis Mutter bist."

Anstatt Jessys erster Jagdbeute aßen sie ein karges Mittagessen aus Brot, Käse und Speck, das sie in den Satteltaschen mitgebracht hatten. Das eiskalte Wasser aus dem Bach schmeckte herrlich. Während sie beisammen saßen, erzählte Bosco Geschichten aus seiner Kriegerausbildung und Jessy traten vor Lachen die Tränen in die Augen. Die Sonne stieg höher und wärmte sie. Erste Insekten summten in der Frühlingsluft. Immer wieder hielt Jessy ihr Gesicht ins Licht und spürte, wie dieser Tag das Eis in ihrem Inneren zum Schmelzen brachte.

" Gut, dass du geheiratet hast", sagte sie, als Bosco gerade eine weitere Anekdote über ein wüstes Gelage unter jungen Burschen beendet hatte. "Sicher wärst du längst in einer Kneipenschlägerei umgekommen."

Bosco verzog die Lippen. Er lachte in letzter Zeit seltener und Jessy freute sich, ihn so guter Stimmung zu sehen. Sie schwiegen einen Moment.

" Es ist wirklich schön hier", sagte sie schließlich. "Schön, aus der Burg herauszukommen."

Bosco erwiderte ihren Blick und nickte.

" Da hast du

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