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Wolken wegschieben Roman von Coleman, Rowan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Wolken wegschieben

Manchmal hat Willow Briar das Gefühl, unter einer dicken Regenwolke zu leben. Sie könnte es darauf schieben, dass sie ein paar Pfunde zu viel auf die Waage bringt. Oder dass sie verlernt hat zu lieben. Oder dass ihre skrupellose Chefin sie als ihre Leibeigene betrachtet. Doch der eigentliche Grund für ihre Unzufriedenheit liegt tief in ihrer Vergangenheit. Willow weiß: Sie muss etwas ändern und ihre Dämonen besiegen. Denn nur Verlierer stehen im Regen - aber wahre Gewinner schieben die Wolken einfach weg. Rowan Coleman lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire. Wenn sie nicht gerade ihren fünf Kindern hinterherjagt, darunter lebhafte Zwillinge, verbringt sie ihre Zeit am liebsten schlafend, sitzend oder mit dem Schreiben von Romanen. Da kann das Bügeln schon mal zu kurz kommen. Rowan wünschte, ihr Leben wäre ein Musical, auch wenn ihre Tochter ihr mittlerweile verboten hat, in der Öffentlichkeit zu singen. Sie hat bereits mehrere sehr erfolgreiche Romane veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492973007
    Verlag: Piper Verlag
    Originaltitel: Lessons in Laughing Out Loud
    Größe: 573 kBytes
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Wolken wegschieben

Im Leben eines jeden Menschen gibt es Augenblicke, die alles für immer verändern können: einmal falsch abbiegen, eine impulsive Entscheidung, eine sanft sich schließende Tür. Augenblicke, die - das wusste niemand besser als Willow Briars - nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Augenblicke, die, wenn man nicht aufpasst, den Rest des Lebens entscheidend beeinflussen.

Und genau deshalb konzentrierte sie sich jetzt sehr darauf, Lucy Palmer nicht umzubringen. Man hatte in den letzten neununddreißig Jahren schon viele Wörter gefunden, um Willow zu beschreiben, aber bisher hätte niemand sie als mordlustig bezeichnet.

"Kompetent" und "effizient" waren Begriffe, mit denen ihre Chefin Victoria Kincade, ihres Zeichens Geschäftsführerin von Victoria Kincade Talent Ltd., sie häufig beschrieb. Und auch "unbezahlbar", "genial" und "ein echter Schatz".

Bei vielen ihrer Kollegen war sie "die gute alte Will". Die humorvolle, witzige, bodenständige Willow Briars, immer bereit, nachts um die Häuser zu ziehen und rundheraus ihre Meinung zu sagen. Und Willow wusste sehr wohl, wenn irgendjemand von ihnen gebeten würde, ihr Äußeres zu beschreiben, so würden sie betonen, was für eine wunderbare Haut sie hatte, was für schöne blaue Augen, glänzendes Haar - und dieses bezaubernde Lächeln - und dass sie immer wieder ihren ausgesuchten Geschmack für spektakuläre Schuhe bewies, mit dem sie ihre ansonsten recht eingeschränkten Entfaltungsmöglichkeiten in Sachen Mode kompensierte.

Ihre eineiige Zwillingsschwester Holly, genau sechsundzwanzig Minuten jünger als Willow, nannte sie ihren Fels, ihren Liebling, ihre Seelenverwandte, ihre zweite Hälfte - und dasselbe galt auch umgekehrt. Und für ihre vierjährigen Zwillingsnichten Jo-Jo und Jem war Willow wahlweise "Tante Kuschelkissen", "liebste Tante Will" und - der unübertroffene Superlativ - "Beste Tante der Welt Tante Will". Zwar ließ sich das Kompliment relativieren, denn Willow war zufällig die einzige Tante der Zwillinge, aber trotzdem freute es sie.

Ihre Mutter titulierte sie, je nach Laune, als "der Londoner Zwilling" oder "die große Enttäuschung".

Willows Exmann hatte sie anfangs "Liebling" genannt. Nach zwei Jahren Ehe bezeichnete er sie als Platzverschwendung. Seiner Tochter Chloe hatte es eine sehr kurze Zeit lang überhaupt nichts ausgemacht, wenn man Willow für ihre Mutter hielt.

Willow Briars war für so viele Menschen schon so vieles gewesen - aber gewalttätig war sie noch nie geworden. Jedenfalls nicht, bis Lucy Palmer, Tochter eines Freundes von Victorias Familie, vor sechs Wochen ein Volontariat in der Agentur begonnen hatte. Victoria hatte ihr den Schreibtisch gegenüber Willow zugewiesen und Willow gebeten, sich um die gerade mal einundzwanzigjährige Unschuld vom Lande zu kümmern. Zu Willows eigener Überraschung war ihr von dem Augenblick an klar gewesen, dass sie durchaus in der Lage wäre, einem anderen Menschen eins mit einem Ziegelstein überzuziehen und ihn dann an einen Holzschredder zu verfüttern.

"... echt jetzt, Will, du wärst gestorben !", schrie Lucy förmlich vor Begeisterung. "Ich meine, du hättest deinen Augen nicht getraut. Er war wirklich komplett draußen, unterm Tisch, mitten im Nobu! LOL !"

Und das war genau das an Lucy, was in Willow Anflüge von Mordlust weckte: Sie beendete so gut wie jeden Satz mit diesem hirnrissigen " LOL ".

Eine Frau von weniger Format als Willow hätte eine Abneigung gegen Lucy entwickelt, weil sie so glatte Haut, glänzendes Haar und endlos lange Beine hatte und jedes noch so banale Detail ihres sinnfreien Lebens mit hundertvierzig Anschlägen oder weniger in die Welt hinausposaunte ("Lucy Palmer isst ein Sandwich, LOL ." - "Lucy Palmer denkt schon ans Mittagessen, LOL ." - "Lucy Palmer hat ihre Tage, LOL ." - "Lucy Palmers Freund hat mitten im Restaurant seinen Schwanz aus der Hose geholt, LOL

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