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Ziemlich beste Mütter Roman von Simon, Hanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2017
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)

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Ziemlich beste Mütter

Wir können alles - außer Männer! Marie zieht nach Berlin, als der Vater ihres Sohns ihr nach 6 Jahren und 24 Quartalsbeziehungen eröffnet, dass er die Winter-Freundin heiraten wird. Aber auch hunderte Kilometer von ihm entfernt ist das Leben nicht ganz so leicht. Florians Einschulung ist die Schulhof-Version von Hölle: nur überehrgeizige Super-Mamis. Gut, dass es da noch Alexa, Katrin und Olivia gibt. Zusammen kann man wunderbar die anderen perfekt sein lassen. Aber gelingt es ihnen auch, Katrin bei ihrem Kinderwunsch zu unterstützen, Alexas Bindungsangst zu besiegen, die Mobbing-Attacken gegen Florians Lieblingslehrerin abzuwenden und vor allem: für Marie endlich eine neue Liebe zu finden? Witzig, authentisch und mit hohem Identifikationspotential: vier Frauen unter Übermüttern. Hanna Simon, 1970 in Bielefeld geboren, arbeitete lange Zeit als Projektleiterin. Deswegen schafft sie es auch immer, die großen und kleinen Familienkatastrophen zu ignorieren, abzuwenden oder aufzufangen - und das meistens sogar fast perfekt. Mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen lebt sie in der Nähe von Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 15.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841214027
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 3027 kBytes
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Ziemlich beste Mütter

1. Kapitel

Mona Lisa

(Öl auf Pappelholz, 1503, Leonardo da Vinci)

"Hallo? Alles in Ordnung?"

Marie drehte sich zu dem Mann um, der ihr einen Becher mit dem knallbunten Emblem der Friedrich-Gottlieb-Klopstock-Grundschule reichte.

"Bitte?" Marie war irritiert.

"Sie sehen aus, als hätten Sie einen Geist gesehen. Ach, warten Sie, Sie wollten Ihren Kaffee ja mit Milch. Zucker gibt es hier leider nicht." Er nahm ihr den Becher aus der Hand und hantierte mit einer dunkelbraunen Glasflasche.

Marie nickte etwas eckig. Sie strich eine Strähne ihres lockigen Haares hinter das Ohr und anschließend ihre Bluse glatt.

"Und?", fragte der Mann weiter und strahlte sie an, als wäre Kaffeeverkauf auf einem Schulhof seine wahre Erfüllung.

"Bitte?" Sie mochte ihn schon jetzt nicht. Und schon gar nicht seine offenherzige Art, sie auszufragen.

"Heute Einschulung?"

"Ja, richtig. Mein Sohn wird heute eingeschult." Marie nahm zum zweiten Mal den Becher entgegen.

"Wie schön! Willkommen an unserer Schule! Und der Mann da?" Er deutete auf den gutaussehenden Hünen, der gerade dem weißen Aston Martin mit britischem Kennzeichen entstieg und dessen Erscheinen Marie derart erschreckt hatte, dass es offensichtlich allen Umstehenden aufgefallen war. Sie räusperte sich und strich sich wieder eine Locke hinters Ohr, die da einfach nie bleiben wollte.

"Ihr Exmann, richtig?"

Marie spürte den Drang, weit, weit wegzulaufen. Vor dem Mann mit dem Kaffee - aber auch vor dem Aston Martin, zu dem sie jetzt wie unter Zwang hinüberschaute. Der Blick des Kaffeemannes folgte dem ihren, und so wurden sie gemeinsam Zeuge, wie eine bildschöne junge Frau in einem zitronengelben Etuikleid ausstieg.

"Hatten ihn wohl nicht hier erwartet, was? Und der bringt auch noch seine Neue mit."

Marie nahm einen großen Schluck Kaffee, murmelte ein Danke und drehte sich um.

Bloß schnell weg von dieser Nervensäge.

"Trösten Sie sich, meine Exfrau geht mir auch immer auf die Nerven, das ist ganz normal", rief er ihr hinterher.

Marie beschleunigte ihren Schritt, weg von dem Stand hinüber zu einer alten Linde. Sie war gleichzeitig wütend und verzweifelt.

"Zucker macht nicht glücklich", sagte plötzlich eine verschüchterte Stimme hinter ihr. Marie drehte sich um. Ein kleines Mädchen, vielleicht acht Jahre alt, stand vor ihr, es trug ein T-Shirt mit einem kariösen Zahn darauf und hielt ihr einen Zettel hin. "Zucker macht nicht glücklich", wiederholte es nun deutlich leiser. Marie nahm das zerknitterte Infoblättchen über gesunde Ernährung mit einem zerstreuten Kopfnicken entgegen.

" DIE ZUCKERPOLIZEI RÄT : KEINEN ZUCKER AM MORGEN ! KEINEN ZUCKER AM ABEND !", stand da in riesigen Lettern oben auf dem fotokopierten Faltblatt. " SCHMERZEN UND KARIES ! ZUCKER GEFÄHRDET DIE GESUNDHEIT !" Es klang wie die Hinweise auf Zigarettenpackungen. Marie fuhr sich reflexartig mit der Zunge über ihre Schneidezähne.

"Handys machen nicht glücklich", sagte nun eine andere, allerdings sehr dumpf klingende Stimme. Neben das Mädchen war ein großes Plüschhandy getreten, aus dessen Tastatur ein knallrotes, verschwitztes Gesicht linste. Wieder wurde Marie ein Flyer gereicht, dann trollten sich das Handy und der kariöse Zahn.

" UNSERE KINDER MÜSSEN GESCHÜTZT WERDEN ! HANDYS MACHEN AGGRESSIV !", stand da. Ein sehr böses Handy war darauf zu sehen, das mit einem Maul voller spitzer Zähne das Hirn eines Strichmännchens verspeisen wollte.

"Oh, Himmel!", entfuhr es Marie. "Sind die alle hier so drauf?"

Das Pl

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