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Zitronensommer Roman von Bramley, Cathy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Zitronensommer

Rosie beschließt, ihren gut bezahlten Job in einer Werbeagentur aufzugeben, um ihrer Großmutter für eine Weile in ihrem Café auszuhelfen. Sie liebt die Zitronenbäume, die den kleinen Laden schmücken und den Duft von Sommer versprühen. Schnell wird das Café zu Rosies Lebensmittelpunkt. Die freundlichen Gäste, die köstlichen Biscotti ihrer Großmutter und vor allem Gabriel möchte sie nicht mehr missen. Doch Rosies Glück wird überschattet von einem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit ... Cathy Bramley lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und ihrem Hund in einem kleinen Dorf in Nottinghamshire. Sie war schon immer eine Leseratte und las früher oft mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Damit war erst Schluss, als ihr Mann ihr einen E-Reader mit Beleuchtung schenkte. Nachdem sie achtzehn Jahre lang eine Marketingagentur geleitet hatte, startete sie als Autorin noch einmal neu durch. Von ihrem Erfolg war sie dabei wohl als einzige selbst überrascht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 10.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641239053
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 42316
    Originaltitel: The Lemon Tree Café
    Größe: 2009 kBytes
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Zitronensommer

Kapitel 1

Das Büro der Geschäftsleitung von Digital Horizons bot einen reizvollen Ausblick über das Stadtzentrum Derbys, aber gerade sah ich nicht aus dem Fenster. Ich starrte meinen Chef an, der meinen Blick erwiderte, ohne zu blinzeln, während er auf meine Antwort wartete. Die niedrig stehende Märzsonne war meiner Sache nicht zuträglich: So schön die ersten Sonnenstrahlen waren, sie schienen mir direkt in die Augen und brachten sie zum Tränen. Hoffentlich sah es nicht so aus, als würde ich weinen, denn davon war ich weit entfernt.

Ich versuchte, meinen Stuhl zu verrücken, aber in diesem Glaskasten gab es kein Entkommen. Sogar die Innenwände waren durchsichtig.

"Ich habe bereits Nein gesagt." Ich schlug die Beine übereinander und musterte Robert herausfordernd.

Robert Crisp, der nicht nur mein Vorgesetzter, sondern auch der Geschäftsführer von Digital Horizons war, seufzte und lockerte den Kragen seines Hemdes. Vielleicht ahnte er schon, dass ich nicht nachgeben würde. Damit lag er ganz richtig: Für manche Dinge lohnte es sich zu kämpfen.

"Es sind doch nur ein paar Handgriffe, Rosie." Robert verlegte sich aufs Bitten. "In zwei Minuten ist alles vorbei. Es wird auch keiner davon erfahren, wenn Ihnen die Sache so unangenehm ist. Sie sind nun mal die Beste auf dem Gebiet!" Er machte effektheischend eine Pause. "Deshalb habe ich Sie eingestellt."

Eine kaum verhohlene Drohung. Enttäuscht von ihm, wandte ich den Blick ab.

Außer uns war nur Duncan Wiggins noch mit im Raum, der Verkaufsleiter. Jetzt schnalzte er missbilligend mit der Zunge.

"Verfluchte Feministinnen", murmelte er so leise, dass nur ich es hören konnte.

Duncan, um die dreißig, wurde bereits kahl und hatte eine Vorliebe für knallbunte Socken. Ich hatte schnell verstanden, dass es das Beste war, über sein sexistisches Geschwätz hinwegzugehen. Wenn ich mich auf eine Diskussion mit ihm einließ, fachte ich bloß das Feuer an.

Und ja, ich war Feministin. Wer hätte das gedacht? Sicherlich nicht ich mit Anfang zwanzig. Damals hätte ich mich wahrscheinlich als eine typische junge Frau beschrieben, mit der man jede Menge Spaß haben konnte und die gern flirtete. Gleichberechtigung, hatte ich damals gedacht, herrschte längst überall, Frauen hatten genauso viel Macht wie Männer, und Feministinnen machten Wind wegen gar nichts.

Außerdem war ich überzeugt davon gewesen, dass ich immer recht hatte. Auch das war ein Irrtum gewesen.

Ich ignorierte Duncan und versuchte, an das Gute in Robert zu appellieren. Im Großen und Ganzen war er ein netter Kerl und überdies Vater von zwei Mädchen im Teenageralter.

"Tut mir leid, Chef", sagte ich, "aber das ist die falsche Entscheidung - aus verschiedenen Gründen. Das muss Ihnen doch klar sein!"

Der Bildschirm auf dem Konferenztisch war so ausgerichtet, dass wir alle drei einen freien Blick darauf hatten. Ich deutete auf das abgebildete Foto. Ich konnte nicht fassen, dass von mir verlangt wurde, es zu bearbeiten, um Lucinda Miller schlanker erscheinen zu lassen. Lucinda war eine hübsche junge Schauspielerin und das Gesicht einer Online-Kampagne für die Vermeidung häuslicher Gewalt gegen Teenager, die wir heute Mittag starten wollten. Kupferrote Locken standen ihr um den Kopf, ihr Lächeln war natürlich und freundlich, und ihre Augen glitzerten. Außerdem hatte sie Brüste, ein kleines Bäuchlein und - o Schreck! - keine Oberschenkellücke.

Lucinda hatte eine schwierige Kindheit überstanden und war eine erfolgreiche Schauspielerin geworden. Meiner Meinung nach war sie genau die Richtige für die Kampagne, das perfekte Vorbild - genau so, wie sie war.

Der Kunde jedoch hatte darum gebeten, dass wir ihren Bauch und ihre Beine dünner machten. Nicht etwa, weil sie fett wäre, hatte es geheißen, es ginge nur darum, dem Gesamtbild eine anmutigere Linie zu verleihen. Die Brüste könnten so bleiben.

War

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