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Zorro Roman von Allende, Isabel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2019
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Zorro

Geboren im Kalifornien des späten achtzehnten Jahrhunderts, ist Diego de la Vega ein Kind zweier Welten: Sohn eines spanischen Edelmanns und einer indianischen Kriegerin. Der Vater, Herr über eine große Hacienda, lehrt ihn schon früh das Fechten und will in ihm den Erben sehen, die Mutter vermittelt ihm die Traditionen ihres Volkes und den Drang nach Freiheit. Stolz und Wagemut lernt Diego von beiden, und so empört er sich früh über die Greueltaten der spanischen Kolonialherren gegen die Indianer und spürt den inneren Konflikt seiner Abstammung. Mit sechzehn verläßt Diego die Heimat, um in Barcelona "europäischen Schliff" zu erhalten. Spanien krümmt sich unter der Herrschaft Napoleons, und schon bald tritt Diego als "Zorro" einem Geheimbund bei, der sich verschworen hat, Gerechtigkeit zu suchen. Doch ist es nicht allein die Gerechtigkeit, die Diego zu tollkühnen Taten treibt, sondern auch seine unbändige Liebe zu Juliana ... Bald aber sieht er sich gezwungen, vor politischer Verfolgung und tödlichen Intrigen zu fliehen. Zu Fuß geht es durch Spanien, mit Juliana, deren Schwester und ihrer Gouvernante. Mehr und mehr schlüpft Diego in die Rolle des "Zorro". Und als solcher kehrt er nach Kalifornien zurück, um mit seinem Degen Gerechtigkeit für all jene einzufordern, deren Kampfesmut schon gebrochen scheint. Ein großer Held ist geboren, die Legende beginnt. Isabel Allende, geboren 1942 in Lima, ist eine der weltweit beliebtesten Autorinnen. Ihre Bücher haben sich millionenfach verkauft und sind in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden. 2018 wurde sie – und damit erstmals jemand aus der spanischsprachigen Welt – für ihr Lebenswerk mit der National Book Award Medal for Distinguished Contribution to American Letters ausgezeichnet. Isabel Allendes gesamtes Werk ist im Suhrkamp Verlag erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 444
    Erscheinungsdatum: 27.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518752388
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: El Zorro. Comienza la leyenda
    Größe: 1569 kBytes
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Zorro

Zweiter Teil

Barcelona, 1810-1812

Beschwingt fahre ich fort, da Ihr bis hierher gelesen habt. Was nun kommt, ist von größerer Bedeutung als das zuvor Beschriebene. Die Kinderjahre eines Helden erzählen sich nicht leicht, aber damit Ihr eine umfassende Vorstellung von Zorro bekommt, mußte ich es versuchen. Die Kindheit ist eine unglückselige Zeit voller unbegründeter Ängste wie der vor eingebildeten Ungeheuern oder vor der Blamage. Für den Chronisten bietet sie wenig Aufregendes, da Kinder, von Ausnahmen abgesehen, doch etwas fade sind. Überdies haben sie nichts zu sagen, die Erwachsenen entscheiden für sie, und sie entscheiden schlecht, geben ihren Sprößlingen die eigene irrige Weltsicht ein, und die haben dann ein Lebtag damit zu tun, sich wieder von ihr zu befreien. Nicht so jedoch Diego de la Vega, unser Fuchs, denn der tat schon sehr früh mehr oder minder, wonach ihm der Sinn stand. Er hatte das große Glück, daß die Menschen in seiner Umgebung mit ihrem Alltag und ihren Leidenschaften zu beschäftigt waren, um sich seiner Aufsicht zu widmen. Ohne besondere Laster oder Tugenden wurde er fünfzehn, zu erwähnen wäre allenfalls sein unmäßiger Sinn für Gerechtigkeit, wobei ich nicht weiß, ob das ein Laster oder eine Tugend ist; sagen wir schlicht, es sei ein Wesenszug von ihm. Als einen solchen könnte ich auch die Eitelkeit bezeichnen, aber das hieße, der Geschichte allzusehr vorzugreifen, denn eitel wurde er erst später, als er merkte, daß die Zahl seiner Widersacher wuchs, was stets ein gutes Zeichen ist, und die Zahl seiner Bewunderer ebenfalls, vor allem die der weiblichen. Heute ist er ein gutaussehender Mann -jedenfalls in meinen Augen -, aber als er mit fünfzehn nach Barcelona kam, war er ein Milchgesicht mit Segelohren und noch nicht aus dem Stimmbruch. Wegen der Ohren verfiel er auch auf die Idee, eine Maske zu tragen, die nicht nur sein Gesicht, sondern auch diese faunenhaften Henkel verbarg. Hätte Moncada die an Zorro gesehen, er hätte sofort gewußt, daß sein verhaßtes Gegenüber Diego de la Vega ist.

Und nun fahre ich, mit Verlaub, in meiner Erzählung fort, die jetzt für mich erst recht spannend zu werden beginnt, denn zu jener Zeit lernte ich unseren Helden kennen.

Das Handelsschiff Santa Lucía - das die Matrosen zärtlich Adelita nannten, weil sie der Schiffe mit Namen heiliger Damen überdrüssig waren - brauchte für die Fahrt von Los Angeles nach Panama eine Woche. Kapitän José Díaz befuhr die amerikanische Pazifikküste seit nunmehr acht Jahren und hatte in dieser Zeit ein kleines Vermögen angehäuft, mit dem er eine dreißig Jahre jüngere Ehefrau zu gewinnen gedachte, um sich bald schon in seinem Heimatdorf bei Murcia zur Ruhe zu setzen. Nicht ohne Sorge hatte Alejandro de la Vega ihm seinen Sohn Diego anvertraut, denn der Kapitän schien ihm ein Mann von dehnbarer Moral, da er sein Vermögen, wie es hieß, dem Schmuggel und dem Handel mit Frauen von fragwürdigem Ruf verdankte. Die atemberaubende Mulattin aus Panama, deren schrankenlose Lebenslust die Nächte der Herren von Los Angeles verschönerte, war an Bord der Santa Lucía nach Kalifornien gekommen; aber Alejandro wollte nicht kleinlich sein, es war allemal besser, Diego in der Obhut eines Bekannten zu wissen, wie liederlich der auch sein mochte, als daß er allein durch die Welt segelte. Diego und Bernardo waren die einzigen Passagiere an Bord, und so würde der Kapitän sicher ein scharfes Auge auf sie haben. Die Mannschaft des Schoners bestand aus zwölf sturmerprobten Seebären, eingeteilt in eine Steuerbord- und eine Backbordwache, was jedoch nicht wörtlich zu nehmen war. Eine Wache bedeutete vier Stunden Arbeit, währenddessen ruhten die anderen sich aus und spielten Karten. Rasch hatten sich Diego und Bernardo an das Schaukeln des Schiffs gewöhnt und nahmen am Alltag an Bord teil. Die Matrosen waren nett und väterlich zu ihnen, und Diego und Bernardo verbrachten ihre Zeit wie der Rest der Ma

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