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Zu Hause bei dir von Jenisch, Jette (eBook)

  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Zu Hause bei dir

Nachdem sie an der großen Liebe gescheitert ist, bricht Nina mit ihrer besten Freundin Julia nach Irland auf. Bei einer Reise mit dem Pferdewagen über die wunderschöne grüne Insel will sie allen Schmerz vergessen und wieder zu sich selbst finden. Aber kann sie all die Gefühle, Hoffnungen und Zukunftspläne einfach so hinter sich lassen? Nicht nur Dauerregen und ungebetene Mitreisende machen ihr einen Strich durch die Rechnung, auch unerwünschte Erinnerungen klopfen immer wieder an. Bis jemand unerwartet an Ninas verletztem Herz rüttelt und gegen allen Widerstand Licht in ihr Leben bringt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962150440
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1599 kBytes
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Zu Hause bei dir

Kapitel 1
Abflug - die Vergangenheit bleibt zu Hause!

"Du wirst nur grüne Hecken sehen, Nina, sonst nichts!"

"Danke, ich weiß."

Das war die letzte Konversation, die wir in ruhigem Ton miteinander führten. Danach gab es noch einmal kurz Geschrei. Und das nicht wegen des Irlandurlaubs, den ich trotz des Hinweises auf die grünen Hecken gebucht hatte.

Was kann an Hecken schon verkehrt sein? Noch dazu, wenn sie grün sind.

Seitdem: Funkstille auf sämtlichen Kanälen. Er ging nicht mehr ans Telefon, wenn ich ihn anrief, beantwortete keine E-Mail mehr, und auch meine letzte SMS war ins Leere gelaufen. Er war einfach so und ohne ersichtlichen Grund aus meinem Leben verschwunden. Ghosting heißt dieses Verhalten, wie mich meine liebste Freundin Julia aufklärte. Aber wirklich erklärt hat das nichts.

Die Reise war gebucht. Für Julia und mich. Ich hatte bei der Buchung zwar nicht geahnt, dass ich mit Tränen im Gepäck reisen würde, aber gebucht ist gebucht. Zur Not müsste ich halt Übergepäck zahlen. Tränen wiegen schwer, sagt man.

Also flogen wir etliche Wochen später los. Auf nach Dublin. Wir, das waren, um genauer zu sein, meine kaum Englisch sprechende Freundin Julia, deren Angst vor Pferden ihr nicht mal das Theologiestudium nehmen konnte, und ich, Nina, eine Kinderbuchautorin, die zwar keine Angst vor Pferden hat, aber sonst vor ziemlich allem - und im Moment besonders vor Männern. Kein Wunder, hatte mein Herz doch gerade einen heftigen Tritt versetzt bekommen - von eben dem Mann, der den Einwand mit den Hecken gebracht hatte. Ein Kick ins Off - ausgelöst durch eine Nichtigkeit, die kaum der Rede wert war. Ich hatte ihm zu etwas mehr Urlaub geraten, denn seine Firma fraß nicht nur seine Zeit, sondern auch seine Kraft. Schlecht sah er aus, müde und erschöpft. Ich mischte mich wohl zu sehr in seine privaten Angelegenheiten ein und dafür hatte er mich verlassen. Hatte er das? Es fühlte sich so an. "Das geht dich nichts an!", waren seine letzten Worte gewesen. Laut und verletzend.

Wir waren nie ein Liebespaar gewesen, das nicht. Das hatten wir nie geschafft. Wie waren ein "Was-auch-immer" auf der Schwelle zum "Für immer!". Aber diese Schwelle war so unendlich hoch, dass wir sie nach drei Jahren noch immer nicht erklommen hatten. Oft hatte ich mir gewünscht, er würde mich küssen. Aber dann, nach seinem plötzlichen Verschwinden, war ich dankbar, dass er es nie getan hatte. Womöglich wäre mein Schmerz jetzt noch heftiger gewesen. Meine Gefühle für ihn waren - und sind es noch - tief, tief wie der Ozean. Und ozeantief war der Schmerz, den er hinterließ. Nur nicht wasserblau ... eher rabenschwarz. Dann legte sich in meinen Gedanken der irische Himmel darüber und durchzog das Schwarz mit leichten hellblauen Schleiern. Zumindest hoffte ich das. Ja, ich erwartete blauen Himmel in Irland! Ich erwartete, dass Irland die Schwärze vertreiben würde. Ich war voller Zuversicht. Irland, wir werden dich erobern - mit Pferd und Wagen.

Ich habe keine Ahnung, was mich auf die Idee gebracht hatte, diesen Trip zu buchen. Eigentlich galt meine Zuneigung, meine Verbundenheit seit vielen Jahren England. Warum jetzt Irland? War ich die Kreideklippen in Englands Süden leid geworden? Bildete ich mir ein, dort schon jeden Pfad zu kennen, und war des Brechens der Wellen an den malerischen Klippen überdrüssig? Vielleicht.

Eine Woche wollten Julia und ich mit Pferd und Caravan durchs County Laois, Irlands Midlands, ziehen und dankbar annehmen, was Gott uns dort bot. Immerhin hatte er uns diese Reise geschenkt - er hatte meine geliebte Tante Corry zu sich genommen und dabei vergessen, ihre Ersparnisse einzusacken. Ihre gut gefüllte Portokasse hatte sie mir vermacht. Juchhe! Einen Teil davon investierte ich in Pferdewagen, Pferd und Heu - nachdem ich schon Unmengen ihres Geldes für Füllfederhalter, Tinte, Halbedelsteine und schmucke Fassungen in Gold und Silber verpulvert hatte,

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