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Zuckerherz und Liebesapfel Berührende Geschichten von Schoenle, Annemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.09.2016
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Zuckerherz und Liebesapfel

Romantische Geschichten für die kalte Jahreszeit: 'Zuckerherz und Liebesapfel' von Bestseller-Autorin Annemarie Schoenle jetzt als eBook bei dotbooks. Sehnsucht im Herzen - Hoffnung im Blick: Ein adoptiertes Kind, das ausgerechnet an Heiligabend seine neue Mutter kennenlernt; der neue, flippige Freund, der an Weihnachten der konservativen Familie vorgestellt wird; die junge Frau, die einen Schlussstrich unter ihre belastende Karriere zieht und sich endlich ihrem Privatleben widmet ... Annemarie Schoenle, Grande Dame der deutschen Literatur, geht in geschickten Figurenkonstellationen den Menschen und ihren Gefühlen auf den Grund und schreibt berührend-schöne Geschichten, die in der kalten Jahreszeit jedes Herz wärmen! Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Zuckerherz und Liebesapfel' von Annemarie Schoenle. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Die Romane Annemarie Schoenles werden millionenfach gelesen, zudem ist sie eine der begehrtesten Drehbuchautorinnen Deutschlands (u. a. Grimme-Preis). Sie ist Mutter einer erwachsenen Tochter und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von München. Bei dotbooks erschienen bereits Annemarie Schoenles Romane 'Frauen lügen besser', 'Frühstück zu viert', 'Verdammt, er liebt mich', 'Nur eine kleine Affäre', 'Du gehörst mir', 'Eine ungehorsame Frau', 'Ringelblume sucht Löwenzahn' und 'Ich habe nein gesagt' sowie die Erzählbände 'Der Teufel steckt im Stöckelschuh', 'Die Rache kommt im Minirock', 'Die Luft ist wie Champagner' und 'Das Leben ist ein Blumenstrauß'. Die Website der Autorin: www.annemarieschoenle.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 117
    Erscheinungsdatum: 26.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958248601
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 666kBytes
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Zuckerherz und Liebesapfel

Das blaue Zimmer

Ellen konnte sich nicht mehr genau erinnern, wann es begann, dieses sonderbare Gefühl, etwas vergessen oder versäumt zu haben. Sie ertappte sich immer öfter bei dem Gedanken, dass sie nun gleich aufstehen und prüfen müsse, ob Aktenschränke und Tresor ordentlich verschlossen und ob in den Materialschränken Papier und Klarsichthüllen auch wirklich, Kante an Kante, aufeinandergeschichtet lagen. Widerstand sie diesem Verlangen, fühlte sie sich unruhig, nervös und ärgerlich. Gab sie ihm nach, kehrte es wieder und quälte sie so sehr, dass sie erschrak. Es war der Stress. Sie wusste es. Sie arbeitete zu viel und zu lange. Sie kümmerte sich nicht mehr um ihr Aussehen, konnte des Nachts schlecht schlafen und nahm ständig ab. Sie empfand sich als kleiner, langweiliger Schatten; ihre braunen Haare hingen dünn und glanzlos bis zu den Schultern, die braunen Augen blickten müde und matt in den Tag, und ihre vorwiegend beige-braune Kleidung war längst aus der Mode. Sie kam sich vor wie eine griesgrämige Bürovorsteherin früherer Zeiten, und ihre streng eingezogenen Lippen ließen sie wesentlich älter erscheinen, als sie war.

Dabei war sie erst neunundzwanzig und hätte überdies allen Grund gehabt, sich zu pflegen, nett zu kleiden und zu flirten auf Teufel komm raus. Denn sie war verliebt. Er hieß Holger Bornstein, arbeitete in der gleichen Firma wie sie, war groß, schlank, hatte dunkles gewelltes Haar, grünblaue Augen und zupackende, kräftige Hände. Er war ein Macher, und Ellen bewunderte ihn grenzenlos. Obwohl er, genau wie sie, Sachbearbeiter in der Auslandsabteilung war - heute nannte man das natürlich Country Manager - war klar, dass dies für ihn nur Zwischenstation bedeutete, eine kleine Stufe auf dem Weg nach oben. Natürlich handelte er oft rücksichtslos, fast egoistisch, und er redete eigentlich nur von sich ... aber musste man nicht rücksichtslos sein und egoistisch, wollte man etwas erreichen?

Die Tür öffnete sich.

"Na, Frau Manhart ... Noch nicht das kleine Schwarze angezogen und die Haare gekämmt für unseren Kollegengeburtstag?" Holger Bornstein lächelte sie an.

Sie wurde rot. "Nein. Ich fürchte, ich habe keine Zeit. Dr. Meittinger hat mir noch einen Eilauftrag gegeben. Ich werde wohl Überstunden machen müssen."

"Dr. Meittinger geht ebenfalls zu diesem Fest", meinte Holger ironisch.

"Nun ja. Das muss er wohl. Er ist schließlich Vorgesetzter. Er darf die Leute doch nicht vor den Kopf stoßen."

"Na. Ihre Bescheidenheit in allen Ehren. Ich glaube aber eher, er hat unliebsame Arbeit auf Sie abgewälzt. Schade." Seine Stimme vibrierte ein wenig. "Ich hätte gerne ein Glas Prosecco mit Ihnen getrunken."

Wie nett er war. Kümmerte sich darum, ob andere Arbeit auf sie abwälzten. "Ich ... vielleicht ... vielleicht komme ich später noch vorbei." Ellen spürte, wie die Haut ihres Halses zu jucken begann. Gleich würden sich jene hässlichen roten Flecken zeigen, die sie so verunsicherten. Sie räusperte sich.

"Also dann ..." Holger lächelte ihr nochmals zu. "Vielleicht bis später. Und wenn Sie sich nicht freimachen können, stibitze ich ein Glas und bringe es Ihnen. Einverstanden?"

Sie nickte und fuhr sich nervös übers Gesicht.

Eine Stunde später öffnete sie das Fenster und atmete tief durch. Es schneite in großen, wässrigen Flocken. Dämmerung legte sich, nassen Spinnweben gleich, auf Büsche und Bäume, die Dächer der Häuser glänzten feucht und grau. Der kleine, krumm gewachsene Weihnachtsbaum auf dem Firmengelände trug trüb blinkende Elektrokerzen. Ellen sah das große, mit Glas verkleidete Besprechungszimmer, das schräg gegenüberlag und in dem Kollege Hauser seinen Geburtstag feierte. Holger Bornstein stand bei Dr. Meittinger, er lachte und blickte den älteren Mann bewundernd an. Die Assistentin Dr. Meittingers war dicht neben ihm, sie trug ein bunt bedrucktes, enges Kleid, ihr kurz geschnittenes Haar wirkte flott und frech. Ell

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