text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Zum Glück ein Jahr Roman von Bergmann, Sophia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2016
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Zum Glück ein Jahr

Ein Jahr nach Lazlos Tod hat Nele den Verlust ihres geliebten Mannes noch nicht überwunden. Und Julia hat sich als Mutter von Zwillingen über die Jahre selbst aus den Augen verloren. Am Silvesterabend blicken die Freundinnen gemeinsam zurück. Schlagartig merken sie, dass das Leben endlich ist und sie ihre Träume jetzt in Angriff nehmen müssen. Zeit für einen Neuanfang - und für eine Liste mit ihren größten Wünschen, die sie sich in den nächsten zwölf Monaten erfüllen möchten. Sophia Bergmann studierte Theater- und Literaturwissenschaften und arbeitete dann als Redakteurin beim Fernsehen. Sie lebt mit ihrer Familie im Herzen von München. 'Zum Glück ein Jahr' ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 14.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641180393
    Verlag: Diana Verlag
    Größe: 1020 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Zum Glück ein Jahr

1. KAPITEL

"Ich finde, wir sollten es tun!" Nelly lächelte Julia zu und ließ sich auf eines der beiden Sofas fallen. Dabei schleuderte sie mit einem wohligen Seufzer ihre hochhackigen Pumps von sich und wedelte wie befreit mit den Füßen durch die Luft. Die Pailletten ihres roten Kleides fingen das gedämpfte Licht des Zimmers ein und verliehen ihr die glitzernde Aura einer archaischen Göttin und gefährlichen Verführerin. Ich muss dringend die Reißleine ziehen, dachte Julia, bevor Nelly gar nicht mehr zu bremsen ist.

"Nein, sollten wir nicht, das ist keine gute Idee." Julia unterdrückte den Impuls, die bordeauxroten Lackschuhe aufzuheben und ordentlich hinzustellen. Stattdessen fegte sie ein paar Luftschlangen von dem Sofa, das Nellys gegenüberstand, und setzte sich, um ihre Einwände zu überdenken. Mit der Hand strich sie über die warmen Leinenbezüge des mächtigen, altmodischen Sofas, die sie für ihre Freundin in einem dunklen Pflaumenton eingefärbt und mit prächtigen orientalischen Kissen dekoriert hatte. Sie fühlten sich nicht nur schöner an, sondern waren auch praktischer als die Bezüge der edlen weißen Lederchaiselongues bei ihr zu Hause, die ein Hochzeitsgeschenk ihrer Schwiegereltern gewesen waren. "Eisberge" nannte Julia sie heimlich, und meinte damit nicht nur die Ledersofas.

"Keine gute Idee? Das ist nicht dein Ernst!" Nelly nahm pantomimisch ein nicht vorhandenes Sektglas in die Hand und prostete Julia fragend zu, die daraufhin aufstand und zu dem langen Holztisch voll Konfetti, Sektgläsern und kleinen, verschmolzenen Bleiskulpturen hinüberging. Sie griff sich zwei Gläser, musterte sie kritisch und machte sich dann auf den Weg in die Küche, um sie abzuspülen. Alles besser, als über Nellys Idee zu reden. Zeit gewinnen.

"Das passt schon, gieß uns lieber was ein und komm her. Lass uns das noch mal diskutieren." Nelly klopfte neben sich auf das Sofapolster.

"Well, I'll do my very best", zitierte Julia den letzten Satz aus Dinner for One, den sie zu Beginn des Abends zusammen mit Nellys Freundinnen angeschaut hatten, und goss den nun lauwarmen Sekt in die beiden Gläser. Sie reichte Nelly eins davon, stieß leise klirrend mit ihr an und trank ihres noch im Stehen halb aus. Dann setzte sie sich wieder auf das Sofa, streifte ihre silbernen Riemchenpumps ab und rieb die schwarz bestrumpften Beine so heftig aneinander, dass ein elektrisches Knistern durch den Raum schwebte.

Alle Gäste hatten sich an das Motto des Abends gehalten: Dress to Impress. Denn jede von ihnen hatte Nelly dabei helfen wollen, das erste Silvester ohne ihren Mann Lázló gut zu überstehen. Und es war ihnen gelungen.

Mit einem Lächeln erinnerte Julia sich an Alexander, der angesichts ihrer Vorbereitungen fast schon etwas nervös geworden war, als er Julia den Reißverschluss ihres schwarzen Cocktailkleides zugezogen hatte.

"Dieser ganze Aufwand wirklich nur für einen Frauenabend?", hatte er gefragt und sie liebevoll auf den Nacken geküsst.

Sie hatte den herben Duft seines After Shaves gerochen und ein Grinsen unterdrückt. Sollte er ruhig bereuen, dass sie dieses Jahr Silvester getrennt verbrachten. Schließlich war das allein seine Schuld!

"Ladies only? Willst du mich auf den Arm nehmen?" Noch ein zarter Kuss, und als er die wohligen Schauer sah, die über Julias Rücken liefen, drehte er sie um, presste sie fest an seinen bretthart trainierten Bauch und küsste sie leidenschaftlich auf den Mund, wobei er ihre mühevoll arrangierte Hochsteckfrisur zerzauste. "Wir sollten hier bleiben und ganz alleine mit den Jungs feiern", murmelte er zwischen zwei Küssen.

Und obwohl der Blick aus seinen braunen Augen ihn nur noch verführerischer machte, beschloss Julia, hart zu bleiben. Schließlich hatte er sich dafür entschieden, Silvester mit seinem wichtigsten Mandanten, einem hochkultivierten Kinderhasser zu feiern. Julia war auch eingeladen gewesen,

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen