text.skipToContent text.skipToNavigation

Zur Hölle mit Seniorentellern! (K)ein Rentner-Roman von Berg, Ellen (eBook)

  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)

7,99 €

1,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Zur Hölle mit Seniorentellern!

Elisabeth ist siebzig und eigentlich noch ganz fit. Doch das Leben scheint gelaufen, als ihre Töchter sie gegen ihren Willen in ein Altersheim stecken. Endstation? Aber doch nicht mit Elisabeth! Bald schon schmiedet sie Fluchtpläne, zusammen mit einigen skurrilen Mitbewohnern. Einer von ihnen ist ein rasend attraktiver älterer Herr, der ihr Herz im Sturm erobert. Die eigenwilligen Senioren träumen vom goldenen Herbst im sonnigen Süden. Fragt sich nur, wie sie an genügend Geld für ihre Flucht kommen. Wild entschlossen hecken sie einen kriminellen Plan aus. Legal, illegal - total egal! Mit Witz, Charme und einer ordentlichen Portion krimineller Energie beginnt der irre Trip in die Freiheit.

Ellen Berg, geboren 1969, studierte Germanistik und arbeitete als Reiseleiterin und in der Gastronomie. Heute schreibt und lebt sie mit ihrer Tochter auf einem kleinen Bauernhof im Allgäu. Ihre Romane "Du mich auch. (K)ein Rache Roman", "Das bisschen Kuchen. (K)ein Diät-Roman", "Den lass ich gleich an. (K)ein Single-Roman", "Ich koch dich tot. (K)ein Liebes-Roman", "Gib's mir, Schatz! (K)ein Fessel-Roman", "Zur Hölle mit Seniorentellern! (K)ein Rentner-Roman", "Ich will es doch auch! (K)ein Beziehungs-Roman", "Alles Tofu, oder was? (K)ein Koch-Roman", "Blonder wird's nicht. (K)ein Friseur-Roman", "Ich schenk dir die Hölle auf Erden. (K)ein Trennungs-Roman, "Manche mögen's steil. (K)ein Liebes-Roman" und "Wie heiß ist das denn? (K)ein Liebes-Roman" liegen im Aufbau Taschenbuch vor und sind große Erfolge.

Besuchen Sie die Autorin auch auf www.ellen-berg.de.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841207500
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 4625 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Zur Hölle mit Seniorentellern!

1

Es gibt Tage, die sollte man am besten aus dem Kalender streichen und dann ganz schnell vergessen. Dies war so ein Tag. Seit langem hatte Elisabeth sich vor ihrem siebzigsten Geburtstag gefürchtet, aber was gerade passierte, übertraf ihre schlimmsten Alpträume. Nein, sie hatte ihren Geburtstag nicht feiern wollen. Und was machten ihre drei erwachsenen Töchter? Quälten sie mit einer "Überraschungsparty". Nun saß sie in einem furchtbaren Lokal, eingeklemmt zwischen Gästen, die sie größtenteils gar nicht kannte, während die liebe Verwandtschaft abwechselnd Schneisen durchs Kuchenbüfett pflügte und sich in taktlosen Reden überbot.

Als ob es nicht schon reichte, siebzig zu werden. Siebzig! In ihrem Herzen war sie keinen Tag älter als siebzehn, jedenfalls fühlte es sich oft so an. Leider schien das außer Elisabeth niemandem aufzufallen, wie den unvermeidlichen Reden zu entnehmen war.

"Alle wollen alt werden, aber keiner will alt sein", tönte ihr Schwiegersohn Klaus-Dieter gerade. "Immerhin haben wir Respekt vor dem Alter – solange es sich um Rotwein und Antiquitäten handelt."

Sehr witzig. Klaus-Dieter war Anfang fünfzig, ein rotgesichtiger, korpulenter Mann, der ein ausgeprägtes Talent besaß, sich zur Wurst zu machen. Zur Feier des Tages trug er einen zu engen schwarzen Anzug und eine schwarze Krawatte. Er sah aus, als wäre er im Konfirmationsanzug zu einer Beerdigung angetreten.

Und war es das nicht auch, eine Beerdigung? Jedenfalls taten alle so, als ob Elisabeth Schliemann schon mit einem Bein im Grab stünde. Brüllten ihr ständig was ins Ohr, obwohl sie überhaupt nicht schwerhörig war. Erkundigten sich besorgt nach ihrem Gesundheitszustand, obwohl sie sich mopsfidel fühlte. Und dann diese Kindergartensprache, als sei das Hirn spätestens mit sechzig im Dämmermodus. Aber am schlimmsten war der Versuch, ihr Alter auf die lustige Tour zu kommentieren.

In Klaus-Dieters glasigen Augen sah man die Distanzlosigkeit eines Mannes, der zu viel Prosecco und zu wenig Grips im Kopf hatte. Offenbar war er fest entschlossen, die Rolle des Partykrachers zu spielen. "Kommt eine Frau zum Arzt: Herr Doktor, wie alt kann ich werden? Fragt der Arzt: Rauchen Sie? Nein, antwortet die Frau. Trinken Sie? Nein. Männergeschichten? Niemals! Sagt der Arzt: Wieso wollen Sie dann alt werden?"

Wieherndes Gelächter fegte über die Kaffeetafel. Die Gäste, neben ein paar Verwandten allesamt Freunde von Elisabeths Töchtern und Schwiegersöhnen, klopften sich auf die Schenkel. Schon klar, dachte Elisabeth. Für euch bin ich scheintot. Die überflüssige Alte mit dem Ticket für den Friedhof.

Ihr Groll steigerte sich unaufhörlich. Warum war keiner auf die Idee gekommen, ihre alte Schulfreundin Heidemarie einzuladen? Oder wenigstens ein paar Bekannte aus ihrer Wandergruppe? Nie hatte sie sich so einsam gefühlt wie in dieser angeheiterten Gästeschar, die sie deutlich spüren ließ, dass sie zwar der Ehrengast war, aber schon lange nicht mehr richtig dazugehörte.

Seufzend betrachtete sie die silberne Siebzig, die direkt vor ihrer Nase in einem scheußlichen Strauß gelber Chrysanthemen steckte. Dann wanderte ihr Blick durch das Lokal. Es war im altdeutschen Landhausstil eingerichtet – ausgeblichene Gobelinsessel, vergilbte Häkelgardinen, nachgemachte Petroleumlampen. Als ob dieses Museum des schlechten Geschmacks gerade richtig für eine Frau ihres Alters sei.

Wenigstens war Klaus-Dieter endlich mit seiner Rede fertig. Schwer atmend sank er auf den Stuhl gegenüber und sah Elisabeth erwartungsvoll an. Mit diesem fragenden Blick, den Männer nach dem

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen