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Zur selben Zeit von Ray, Yvonne-Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2014
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Zur selben Zeit

Fünf Paare leben an verschiedenen Orten der Welt und schlagen sich durchs Leben. Ihre Probleme sind die gleichen, nur die Lebensumstände und die Gegebenheiten sind anders. Sie durchwandeln alle Stadien einer normalen Liebes- und Lebensgeschichte. Es passieren unvorhergesehene Dinge, Tragisches und Lustiges. Sie können dem Leben Liebreiz abgewinnen und lernen, mit Niederlagen umzugehen. Mit den Jahren entwickeln sie ganz eigene Überlebensstrategien: Nur die Querköpfe, Kämpfer und Cleveren beißen sich siegreich durch das Dickicht menschlicher Abgründe. Egal ob in schweren Bergschuhen, in lockeren Sandalen, in bunten Saris, in städtischen Anzügen, in sportlicher Aufmachung oder in lässiger Alltagskleidung. Gewissermaßen suchen sie alle Halt im Leben. Und verrennen sich. Und scheitern. Oder reüssieren nach herben Rückschlägen.

Yvonne-Elizabeth Ray wurden in Baden geboren. Die deutsche Sprache faszinierte sie schon immer. Auslöser war wohl ihre Theaterbesessenheit, die früh eingesetzt und sie nie mehr losgelassen hat. Sie internalisierte Stimmen von legendären Schauspielern und reizte dabei das Sprachinstrument Deutsch in all seinen Facetten aus. Nach ihrer kaufmännischen Ausbildung sammelte sie in London und Paris Sprachdiplome. In jungen Jahren spielte sie als passionierte Geigerin in einem Orchester. Ihr Ehemann entstammt dem fernen Indien. Die Autorin ist Mutter einer Tochter und hat auf unzähligen Reisen die Schönheiten dieser Erde kennengelernt, wobei sie Asien favorisiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 276
    Erscheinungsdatum: 04.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990386620
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 754 kBytes
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Zur selben Zeit

1.

Fiona steht um 06.30 Uhr auf. Geht flugs ans Fenster - reißt es auf und begrüßt den schönen Morgen. In Windeseile kurbelt sie die Storen hoch.

Die Birke vor dem Haus mit munteren Spatzen im Geäst schenkt ihr den ersten Gruß. Sie streckt sich. Gähnt laut vor sich hin. Die Arme lässt sie ein paar Mal im Kreis drehen. Dann legt sich Fiona auf den Boden - macht ihre Morgengymnastik. Schnell unter die eiskalte Dusche. Behaglich. Zum Aufwärmen stellt sie den Warmwasserhahn an. Und rubbelt sich dann wohlig trocken.

Sie zieht sich schnell an: einen kanariengelben Overall mit leuchtenden Knöpfen . Die Haare bindet sie zu einem Pferdeschwanz. Fiona sieht jetzt keck aus. Burschikos. Mit Wohlgefallen mustert sie sich im Spiegel. - In der kleinen, gut organisierten Küche bereitet sie sich einen Schnellkaffee zu und beißt in das Croissant, das Florian übrig gelassen hat. Sie kaut. Bedächtig. Kneift noch mal die Augen zu. Lässt die Rollladen im Schlafzimmer wieder herunter, damit die Fenster offen bleiben können. Und Kühle im Zimmer herrscht.

Fiona wickelt ein buntes Stofftuch in ihr Haar: Das tut sie gern. Mal ist es eine moosgrüne Klammer, die ihr ein strenges Aussehen verleiht - dann wieder ein scharlachroter Schmetterling, der leicht verspielt wirkt; und letzthin dieser fliederfarbige Reif. Da hat sie bewundernde Blicke bekommen.

Sie zieht die Decke ordentlich über das zerkrümelte Bett. Und schüttelt artig die Kissen. Legt Florians graue Pyjama-Hose, die achtlos am Boden liegt, sorgfältig zusammen. Und muss lächeln über die Falten darin - wie bei einer Ziehharmonika.

Das war wieder mal eine Nacht - die sie mit lautstarken Diskussionen verbracht. Passiert hin und wieder. Florian schneidet ein Thema an. Und sie argumentieren um die Wette. Geraten sich auch in die Haare. Lassen so richtig Dampf ab. - Erst nach Mitternacht ist sie eingeschlafen. Florian hat plötzlich sich weggedreht und gleichmäßig geschnarcht. Intuitiv öffnete sie das Fenster noch etwas - um alles Gerede aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Und fühlte sich königlich dabei.

Geliebt haben sie sich. Am frühen Morgen. Als Auftakt in den Arbeitsalltag.

Haben den Reiz des Augenblicks genossen, wohl wissend, dass sie in einer Viertelstunde wieder in den Alltagsfängen -, das Gefühl der gegenseitigen Macht und ungezügelter, verschwenderischer Lust ausgekostet. -

Längst haben sie sich aneinander gewöhnt:

Florians Metapher von den abgewetzten Schuhen - dem abgetragenen Rock - dem Rad der Zeit, das nagt - kann Fiona nicht mehr nerven. Es ist seine Angewohnheit, den Liebesakt zu verulken - ihm ein Quäntchen Lässigkeit abzugewinnen .

Es kommt auch vor, dass er einige Tage abgekapselt in seiner Welt lebt - sie kaum eines Blickes würdigt: Absorbiert in seine persönlichen Probleme, an denen sie nicht teilhaben darf.

Und dann wendet er sich ihr plötzlich in aufbrechender Gier und Körperlust zu. Meist geschieht es unvermittelt. Ohne Programm - kein Vorspiel - nur ekstatische und wilde Lust. Sie mag Spontansex. Macht es mit.

Sie legt dann ihren Schmöker - Nacht in Schanghai -, in dem sie geruhsam einige Seiten gelesen hat, auf die Seite. Seufzt tief. Fädelt sich ein ins ungehemmte Turteln mit Florian.

Sie geht nochmals ins Badezimmer. Die letzten Sandkörner müssen aus den Augen. Sie schenkt sich einen kurzen Blick im Spiegel; reichlich angeschlagen sieht sie aus. Und Schmuseflecken prangen auf ihrem Hals - schnell ein Pflaster darüber. Und den schwarzen Rollkragenpullover. Gute Kombination mit dem knalligen, gelben Overall.

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