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Zwanzig Zeilen Liebe Roman von Coleman, Rowan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2015
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Zwanzig Zeilen Liebe

Sorg dafür, dass dein Vater sich wieder verliebt. Iss jeden Tag Gemüse. Trau keinem Mann mit übermäßigem Bartwuchs. Tanz auf meiner Beerdigung zu Dean Martin. Nacht für Nacht bringt Stella diese und andere Zeilen zu Papier. Doch es sind nicht ihre eigenen Gedanken und Wünsche. Die Hospizschwester schreibt Abschiedsbriefe im Auftrag ihrer schwer kranken Patienten und überreicht deren Nachrichten, nachdem sie verstorben sind. Bis sie einen Brief verfasst, bei dem sie keine Zeit verlieren darf. Denn manchmal lohnt es sich zu kämpfen: Für die Liebe. Für das Glück. Für den einen Moment im Leben, in dem die Sterne am Himmel ein wenig heller leuchten ... Rowan Coleman lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire. Wenn sie nicht gerade ihren fünf Kindern hinterherjagt, darunter lebhafte Zwillinge, verbringt sie ihre Zeit am liebsten schlafend, sitzend oder mit dem Schreiben von Romanen. Da kann das Bügeln schon mal zu kurz kommen. Rowan wünschte, ihr Leben wäre ein Musical, auch wenn ihre Tochter ihr mittlerweile verboten hat, in der Öffentlichkeit zu singen. Sie hat bereits mehrere sehr erfolgreiche Romane veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 31.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492971065
    Verlag: Piper Verlag
    Originaltitel: We Are All Made of Stars
    Größe: 2484 kBytes
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Zwanzig Zeilen Liebe

Hope

Ich kann nicht schlafen. Das geht schon seit Tagen so. Hier kann ich einfach nicht schlafen, es ist nie richtig dunkel. Nie. Irgendwo lassen sie immer ein Licht an. Aber das ist nicht das Einzige. Ich muss einfach ständig daran denken, wie ich hier gelandet bin. Ja, natürlich weiß ich das: Ich habe mir was eingefangen - irgendeinen Bazillus, und das ist verdammt gefährlich, wenn man Mukoviszidose hat. Ich wäre fast gestorben, und jetzt bin ich hier, wo auf dem langen und schmerzvollen Weg der Genesung die Lichter nie ganz ausgemacht werden. Das weiß ich. Aber was ich nicht weiß und echt gerne wissen würde ist: wie. Ich will wissen, in welcher Sekunde genau der kleine Bakterienhaufen wie Sandkörner in meine Blutbahn gerieselt ist. Das kann ich natürlich nicht wissen, aber das heißt nicht, dass ich es nicht wissen will oder einfach so nicht mehr daran denken könnte. Das Frustrierende an meinem Zustand ist, dass ich jede Menge Zeit zum Nachdenken habe, gleichzeitig aber meine Lebenszeit schwindet. Die Zeit vergeht unglaublich langsam und irre schnell zugleich - sie rast und schleicht, langweilt und bringt mich in Aufruhr. Natürlich kann man sein ganzes Leben mit der Idee der eigenen Sterblichkeit leben - man kann sein ganzes Leben lang wissen, dass eines Tages der letzte Tag gekommen sein wird - und trotzdem nicht wirklich wissen oder wissen wollen, was das eigentlich heißt. Jedenfalls nicht, bis der letzte Tag dann da ist.

Mir ist der Tod auf einer Party begegnet.

Ich hasse Partys, aber mein bester Freund Ben hat mich überredet mitzukommen.

"Du kannst doch nicht immer nur in der Bude hocken", hatte er gesagt und mich aus meinem Zimmer und die Treppe heruntergezerrt. "Du bist einundzwanzig, fast zweiundzwanzig. Du bist in der Blüte deines Lebens, das solltest du genießen und jeden Abend auf der Piste sein!"

"Du bist in der Blüte deines Lebens - ich bin schon auf dem absteigenden Ast", sagte ich, obwohl ich wusste, dass er es nicht ausstehen konnte, wenn ich derartige Anspielungen auf meine geringe Lebenserwartung machte. "Und abgesehen davon: Kann ich wohl. Ich kann den Rest meines Lebens in der Bude hocken, Joni Mitchell hören, Bücher lesen, Buchcover entwerfen und versuchen, das Solo aus 'Beat It' auf der Gitarre nachzuspielen - und es würde mir dabei ganz hervorragend gehen."

"Mrs K.?" Ben zog mich ins Wohnzimmer, wo meine Eltern die x-te Wiederholung einer Krimiserie sahen, in der der Kommissar entschieden zu viel trinkt, eine hässliche Scheidung von seiner Frau hinter sich hat und jetzt hinter irgendeinem Psycho-Mörder her ist. "Bitte sagen Sie's Ihrer Tochter: Sie ist einundzwanzig Jahre alt. Sie muss ab und zu mal ausgehen und Spaß haben! Erinnern Sie sie daran, dass das Leben dazu da ist, gelebt zu werden - und nicht dazu, allein im Zimmer zu sitzen und über das Leben anderer Menschen zu lesen! Außerdem sind da alle unsere alten Klassenkameraden, die wir ewig nicht gesehen haben, und die freuen sich alle auf Ihre Tochter."

Mum drehte sich in ihrem Sessel zu uns um und lächelte, aber ich sah ihr an, dass sie sich Sorgen machte. Das war nichts Neues - sie hatte sich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute meines einundzwanzigjährigen Lebens Sorgen um mich gemacht. Ständig. Manchmal frage ich mich, ob sie sich je gewünscht hatte, meinen Namen - Hope - noch mal zu ändern, nachdem ich als Baby die Diagnose bekommen hatte und die Situation ganz offiziell hoffnungs-los war, aber da war es bereits zu spät. Der Name gehörte bereits zu mir, und mit dieser bitteren Ironie müssen wir beide jetzt leben. Meine arme, liebe Mum. Als hätte sie nicht schon genug Sorgen. Es war nicht fair, von ihr eine Entscheidung darüber zu verlangen, ob ich nun ausgehen sollte oder nicht. Ganz gleich, wie sie entschied, sie

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