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Zwei in einem Herzen Roman von Silver, Josie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Zwei in einem Herzen

Bist du mutig genug, um die Liebe erneut in dein Herz zu lassen? Als Lydias große Liebe Freddie mit Ende Zwanzig bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt, bricht für sie eine Welt zusammen. Nur in ihren Träumen, in denen sie Freddie begegnet, kann sie glücklich sein. Doch Lydia findet Trost bei Jonah, Freddies bestem Freund, der neben ihm saß, als der Unfall passierte. Jonah ist der einzige Mensch, der Lydias Schmerz wirklich verstehen kann, der Einzige, für den Freddie genauso wichtig war wie für sie. Und als Jonah an einem Silvesterabend vor ihrer Tür steht, scheint aus ihrer Freundschaft etwas anderes geworden zu sein. Doch beide wissen, dass diese Liebe niemals sein darf ... "Dieses Buch ist ein Geschenk - wunderschön und gefühlvoll!" Jodi Picoult Josie Silver ist eine hoffnungslose Romantikerin, die ihren Ehemann an seinem 21. Geburtstag kennenlernte, nachdem sie ihn fast über den Haufen gerannt hätte. Mit ihm und ihren beiden Kindern lebt sie in einer kleinen Stadt in den Midlands.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 11.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641247386
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 42355
    Originaltitel: The Two Lives of Lydia Bird
    Größe: 2126 kBytes
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Zwei in einem Herzen

Wach

DONNERSTAG, 10. MAI

Vor sechsundfünfzig Tagen ist Freddie Hunter, auch bekannt als die große Liebe meines Lebens, gestorben.

Im einen Moment verfluche ich ihn, weil er zu spät kommt und mir mein Geburtstagsessen verdirbt, im nächsten versuche ich zu begreifen, was die zwei uniformierten Polizistinnen in meinem Wohnzimmer machen. Eine hält meine Hand, während sie mit mir spricht, und ich starre auf ihren Ehering, dann auf meinen Verlobungsring.

"Freddie kann nicht tot sein", sage ich. "Wir heiraten nächstes Jahr."

Mein Selbsterhaltungstrieb verhindert, dass ich mich genau erinnern kann, was anschließend passiert ist. Ich weiß noch, dass man mich im Streifenwagen mit Blaulicht in die Notaufnahme gefahren hat und dass meine Schwester mich gestützt hat, als mir im Krankenhaus die Beine wegsackten. Ich erinnere mich, dass ich Jonah Jones den Rücken zugedreht habe, als er fast ohne eine Schramme im Wartezimmer erschien. Nur eine Hand war verbunden, und oberhalb von seinem Auge klebte eine Kompresse. Ist das gerecht? Zwei steigen ins Auto und nur einer steigt wieder aus. Ich erinnere mich, was ich anhabe, eine neue grüne Bluse, die ich mir extra für das Abendessen gekauft hatte. Ich habe sie einem Wohltätigkeitsladen gegeben, weil ich sie nicht mehr tragen wollte.

Seit jenem grausamen Tag habe ich mir unzählige Male das Hirn zermartert und versucht, mir jedes einzelne Wort des letzten Gesprächs mit Freddie ins Gedächtnis zu rufen. Ich weiß, dass ich genörgelt habe, weil er knapp in der Zeit war. Und dann kommen die Fragen. Hat er sich meinetwegen beeilt? Ist der Unfall meine Schuld? Ich wünschte, ich hätte ihm gesagt, dass ich ihn liebe. Hätte ich gewusst, dass ich das letzte Mal mit ihm spreche, hätte ich es ihm natürlich gesagt. Manchmal wünsche ich mir, er hätte so lange gelebt, dass wir noch ein einziges Gespräch hätten führen können - andererseits weiß ich nicht, ob mein Herz das ertragen hätte. Wahrscheinlich ist es am besten, es ist einem nicht bewusst, wenn etwas Bedeutsames zum letzten Mal geschieht. Das letzte Mal, dass meine Mutter mich von der Schule abholt und ihre Hand sich beruhigend um meine kleine Hand schließt. Das letzte Mal, an dem sich mein Vater an meinen Geburtstag erinnert.

Wisst ihr, was Freddies letzte Worte waren, als er an meinem achtundzwanzigsten Geburtstag zu mir unterwegs war? "Roger. Over. " Es war eine Angewohnheit von ihm, jahrelang hat er diesen Quatsch zum Abschied gesagt, und jetzt gehören diese Worte mit zu den bedeutendsten meines Lebens.

Vermutlich passt es zu Freddie, dass er sich mit diesen Worten verabschiedet hat. Er hatte einen unstillbaren Lebenshunger, Wagemut gepaart mit tödlichem Ehrgeiz - tödlichem Spaß, wenn man so will. Ich bin noch nie jemandem begegnet, der ein derartiges Talent hat, immer das Richtige zu sagen. Er besitzt - besaß - die Gabe, anderen Menschen das Gefühl zu geben, dass sie gewonnen haben, obwohl er im Grunde genau das bekommen hatte, was er wollte. Er begann in der Werbung und schoss ungebremst die Karriereleiter hinauf, den Blick stets auf den nächsten Preis gerichtet. Er ist - war - der Schlaueste von uns, derjenige, der aufgrund seiner Persönlichkeit oder irgendeiner tollen Tat den Menschen auch nach seinem Tod lange im Gedächtnis geblieben wäre.

Und jetzt ist er verdammt noch mal tot, sein Auto hat sich um eine Eiche gewickelt, und ich fühle mich, als hätte mich jemand aufgeschlitzt und einen Knoten in meine Luftröhre gedreht. Es ist, als würde nicht genug Luft in meine Lungen gelangen - ich bin ständig außer Atem und kurz davor, in Panik zu geraten.

Nachdem meine Mutter den Arzt gestern im Wohnzimmer angeschrien hatte, hat er mir schließlich ein Schlafmittel verschrieben, eine Monatspackung irgendeines neuen Medikaments. Er tat es widerwillig, weil er eigentlich der Meinung ist, dass man "Trauer durchleben muss, um sie zu überwinden". Diesen

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