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Zwischen mir und dem Glück steh nur noch ich Roman von Russell, Helen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Zwischen mir und dem Glück steh nur noch ich

Als die berufstätige und hochorganisierte Mutter Alice Ray sich von ihrer chaotischen Schwester Melissa zu einer Woche Dänemark-Urlaub überreden lässt, hat sie sich einen entspannten Aufenthalt in einem Spa vorgestellt. Aber Melissa hat eine Woche Wikingerurlaub im Wald gebucht: Hier sind Übernachten im selbstgebauten Unterschlupf und Beerensammeln fürs Abendessen angesagt. Doch ausgerechnet dieser chaotische Urlaub entpuppt sich als genau das, was Alice braucht, um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben ... Helen Russell ist Autorin des britischen Sachbuch-Bestsellers 'The Year of Living Danishly'. Vor ihrer Karriere als freie Autorin war sie Redakteurin bei der Marie Claire. Heute lebt sie in Dänemark, wo sie als Korrespondentin und Kolumnistin für mehrere große Tageszeitschriften und Magazine arbeitet, unter anderem für die London Times, den Guardian, das Wall Street Journal und den Independent.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 30.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572632
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Gone Viking
    Größe: 1308 kBytes
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Zwischen mir und dem Glück steh nur noch ich

1

Drei Wochen zuvor ...

"Mein Name schreibt sich R-A-Y - 'Ray'."

Während ich mich erkläre, kratzt die unfassbar gelangweilte Frau vor mir sich mit einem Stift den Kopf. Über mir summen die Neonröhren. Meine "Smartshoes" drücken, und in meiner Tasche vibriert das Handy - kein unangenehmes Gefühl - und erinnert mich mit jedem Pulsieren daran, dass ich vielleicht gerade wichtige Nachrichten verpasse, während ich ganze Sekunden mit dieser Diskussion hier verschwende.

"Noch mal, bitte?", meint die Frau seufzend.

Also erkläre ich es ihr noch einmal, und während ich spreche, schweift ihr Blick in die Ferne.

"Hier steht 'Rat'. 'Rat' wie Ratte." Ich lasse das laminierte Kärtchen an einem Schlüsselband vor ihrer Nase baumeln, um der Sache Nachdruck zu verleihen. "Mein Name ist aber Alice Ray."

"Nicht 'Rat'?"

"Nein."

"Hm ..." Sie kratzt sich erneut und begutachtet dann das Ende ihres Stifts. "Können wir es nicht einfach so lassen?"

"Sie verlangen ernsthaft von mir, dass ich zwei Tage mit einem Namensschild herumlaufe, auf dem 'Alice Rat' steht?"

"Ja."

"Auf einem Kongress mit dem Titel: 'Wie Sie zu einem gewinnenden Lächeln kommen'?"

"Nein?"

"Nein."

Sie verlagert das Gewicht in ihrem Plastikstuhl und streckt mir dann, ohne mich anzusehen, die Hand entgegen.

"Vielen Dank." Ich gebe ihr das Namensschild und füge in etwas sanfterem Tonfall hinzu: "Ich will Ihnen keine Schwierigkeiten machen, es ist nur einfach so, dass viele Kollegen - Leute aus meiner Branche - hier sind und dass ich einen Vortrag ..."

Mir verschlägt es die Sprache, als ich zusehe, wie sie einen wasserfesten Stift aus einer Tupperbox holt. Sie zieht die Kappe mit den Zähnen ab und streicht den Buchstaben "t" durch. Dann fügt sie ein "y" und einen Smiley hinzu.

Ernsthaft? Das ist ihre Lösung?

"Wie wäre es, wenn Sie mir einfach ein neues Schild geben?"

Sie wirft mir einen derart hasserfüllten Blick zu, dass ich das Gefühl habe, von einem Kraftfeld zurückgeworfen zu werden. Zögernd trete ich den Rückzug an, aber nicht, ohne ihr einen Todesblick zugeworfen zu haben, vom dem ich hoffe, dass er ausdrückt: Du landest auf meiner mentalen Liste von absoluten Arschlöchern, die es verdienen, in Pfützen zu treten und Türen auf die Nase zu bekommen. Sie kratzt sich erneut am Kopf. Und Läuse noch obendrauf.

"Nächster!", bellt sie, und damit bin ich entlassen.

Vor der Podiumsdiskussion, an der ich teilnehmen soll, ist noch ein wenig Zeit, und ich habe mir im Vorfeld geschworen, dass ich mein Bestes geben und mich diesmal unters Volk mischen werde, anstatt wie sonst dem Tisch mit den zuckerfreien Keksen sehnsüchtige Blicke zuzuwerfen, während ich an Karotten-Sticks und überteuerten Paleo-Riegeln nage.

Ich sollte networken, sage ich mir. Ich sollte den Leuten zulächeln und einen aufgeschlossenen, nahbaren Eindruck machen. Es ist nicht so, dass ich Angst davor hätte, mit meinen Mitmenschen zu interagieren, es ist nur ...

"Oh, hallo!"

Ach du Scheiße.

"Alice?" Ein Mann mit Brille kneift die Augen zusammen und versucht, das Namensschild zu lesen, das genau auf meinen Brüsten liegt, und ich erinnere mich mit einem Mal wieder an Grund 142, warum ich Kongresse hasse: Irgendein Scherzkeks schafft es immer, dass die Namensschilder ganz zufällig auf Brusthöhe baumeln. Das gibt NKP s - Notgeilen Kongress-Perverslingen, Grund 141 - den perfekten Vorwand, um zu glotzen und gelegentlich auch zu grabschen - Grund 143. Jetzt vollführt der Brillenmann eine Art seltsame Kniebeuge, sodass er sich auf Augenhöhe mit meinen A-Körbchen befindet, ehe er zu mir hochschaut und fragend meint: "Alice ... Rat?"

"Ray."

"Stimmt!

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