text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Licht, das ich bin Die innere Befreiung eines Lebenslänglichen von Amberchele, J. C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.11.2010
  • Verlag: Lotos
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Licht, das ich bin

Die faszinierende Geschichte einer inneren Befreiung, allen Widrigkeiten zum Trotz
J. C. Amberchele sitzt seit über zwanzig Jahren im Gefängnis, und er wird bis zu seinem Tod dort bleiben. Aber er begreift sich selbst nicht als Gefangener im eigentlichen Sinn. Er sieht, dass das eigentliche Gefängnis in ihm existiert und dass wahre Freiheit immer innere Freiheit ist. Auf ergreifende Weise erzählt der Autor davon, wie er nach einer Karriere als Schwerstkrimineller endgültig für immer weggeschlossen wird. Nach Jahren hinter Gittern findet er zur Meditation. Das ist bei der Enge, dem Lärm und dem reglementierten Tagesablauf im Zellenblock nicht einfach, aber es ist das erste Mal, dass Amberchele wirklich auf sich selbst aufmerksam wird. Und inmitten eines Alltags, in dem Gewalt, Verzweiflung und Entrechtung regieren, ändert sich sein Lebensgefühl von Grund auf und für immer: "Niemand muss auf Freiheit warten, Freiheit ist jetzt."
Die Stimme dieses ungewöhnlichen Autors inspiriert in ihrer unbedingten Wahrhaftigkeit und großen Tiefe. Was er an einem Ort erlebt, wo sonst nur der Schrecken und das Grauen eine Heimat haben, lässt im Leser die Sehnsucht nach jener Freiheit keimen, die unverlierbar, unzerstörbar und das Geburtsrecht des Menschen ist.

J. C. Amberchele sitzt lebenslänglich - ohne Aussicht auf Entlassung - in einem amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis ein. Er begann dort zu meditieren und zu schreiben. PEN/American Center hat ihm 2004 für sein Essay 'Freiheit' (Teil dieses Buches) einen literarischen Preis verliehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 04.11.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641044961
    Verlag: Lotos
    Originaltitel: The Light That I Am
    Größe: 742 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Licht, das ich bin

" Der Tunnel der Wahrheit (S. 68-69)

Das war mein Spiel: Von meiner Wertlosigkeit überzeugt, kämpfte ich um Anerkennung. Von meiner Machtlosigkeit überzeugt, kämpfte ich um die Oberhand. Und dieses doppelköpfige Monster fraß alles, was ich an Energie besaß. Ich wollte Kontrolle, und durch Manipulation glaubte ich sie mir verschaffen zu können, erntete aber immer nur noch mehr Schmerz. So gut wie alles, was ich unternahm, um nicht mehr unglücklich zu sein, ging nach hinten los.

Schon mal gehört? Der Ausweg ist ganz einfach. Schneiden Sie den Boden einer rechteckigen Papiertüte ab. Halten Sie das eine Ende der so entstehenden Papierröhre an einen Spiegel und Ihr Gesicht an das andere. Und jetzt sagen Sie die Wahrheit. Nichts von dem, was Sie gelernt oder von anderen erfahren haben, nicht Ihre Vorstellungen, sondern genau das, was Sie mit eigenen Augen sehen. Wagen Sie Originalität! Wo ist Ihr Gesicht? Da im Spiegel oder irgendwo an einer Stelle, wo andere (und Kameras) sich ein Bild von ihm machen könnten? Oder ist es an Ihrem Ende der Tüte? Falls es da nicht ist, was ist dann da?

Beschreiben Sie es. Sagen Sie es genau so, wie es für Sie und niemanden sonst jetzt gerade ist! Ich will Ihnen erzählen, was ich sehe, wenn ich es so mache. Ich sehe im Spiegel ein bekanntes Gesicht, das ich noch in jedem Spiegel gesehen habe, vor dem ich je stand, ein Gesicht, das sich im Laufe der Jahre ganz erheblich verändert hat, grau und runzlig wie einüberreifer Apfel und doch nach wie vor deutlich mit den Zügen dessen ausgestattet, als den mich andere seit über sechzig Jahren betrachten. Ja, das bin "ich", der Mensch, der ich nach der Auskunft anderer immer war und für den ich mich selbst auch gehalten habe, dieser wertlose, hilflose Kerl, der so lange um Kontrolle und Anerkennung gerungen und dabei sich selbst und anderen so viel Leid zugefügt hat. Nicht unbedingt der großartige Typ, mit dem man sich identifiziert. Aber vielleicht kann man ihn ja noch anders betrachten.

Jetzt wende ich den Blick zum diesseitigen Ende der Tüte, und was sehe ich da? Nun, genau das Gegenteil, nämlich keine Züge, keine Eigenschaften, kein Gesicht. Moment mal ... Das hier ist mein Ende, und wenn der, als den ich mich sehe, hier nicht erscheint - und das tut er nicht -, zu wem gehört dann dieses Bewusstsein, dieses Licht, dieses Gefühl von Vorhandensein? Am anderen Ende der Tüte ist kein Gefühl von Vorhandensein, kein Ich, das ich als zu diesem Gesicht gehörend empfinde, und wenn ich es mir überlege, dann war es auch noch nie so. Wie konnte ich je glauben, dass etwas, was andere von ihrem Standpunkt aus sehen, hier ist, wo ich bin?

Da muss ich doch das von anderen Gesehene umgedreht und vergrößert haben, um es dann an die Stelle des leeren Bewusstseins zu setzen, das hier in Wirklichkeit ist. Warum nur, wenn doch klar zu sehen ist, dass es hier nicht ist? Ich habe aus der ersten Person, die ich bin, eine dritte Person gemacht, aus einem Subjekt ein Objekt, und so habe ich all die Jahre die größte Unwahrheit überhaupt gelebt! Brauche ich das? Braucht es irgendwer? Kaum. Es wird Zeit, sage ich, dass wir mal aussprechen, was Sache ist, und wenn ich für andere ein nichtsnutziger Halunke bin, brauche ich mir noch längst keine Märchen darüber zu erzählen, was"

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen