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Die Welt mit anderen Augen sehen Ein Physiker ermutigt zu mehr Spiritualität von Niemz, Markolf H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2020
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Die Welt mit anderen Augen sehen

Eine neue Sicht auf die Welt
Markolf Niemz, international ausgewiesener Biophysiker und Bestsellerautor, stellt in diesem Buch unser Weltbild auf den Kopf. Wir sind es gewohnt, den Erkenntnissen der Naturwissenschaften zu trauen. Diese lehren uns, dualistisch und in Abgrenzungen zu denken: Entweder es gibt das eine, oder das andere. Entweder es gilt dieses, oder jenes - doch auf keinen Fall beides zugleich. Was aber, wenn Naturwissenschaften und Philosophie auch noch andere Möglichkeiten bieten? An sechs spannenden Beispielen zeigt der Autor, was passiert, wenn man den Blickwinkel ein wenig ändert und das Wissen der Naturwissenschaften neu sortiert. Die Belohnung: Eine moderne Sicht auf das Leben und den Kosmos. Religiös offen, spirituell tief und wahrhaft beglückend.

Prof. Dr. Markolf H. Niemz ist Physiker und hat einen Lehrstuhl für Medizintechnik an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Seine Forschungen zur Lasermedizin wurden 1995 von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften mit dem Karl-Freudenberg-Preis ausgezeichnet. Niemz studierte Physik und Bioengineering in Frankfurt a. M., Heidelberg und San Diego, USA. Seine Bücher sind Bestseller und beleben den Dialog zwischen Naturwissenschaft und Religion.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 27.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641263423
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Größe: 12540 kBytes
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Die Welt mit anderen Augen sehen

WAS KOMMT ZUERST -
SEIN ODER WERDEN?

Was wir tun in dieser Welt,

ewig strahlt am Himmelszelt.

Was würden Sie sagen, wenn jemand Ihnen erzählte, dass er Helmut Schmidt jetzt live als Verteidigungsminister oder als deutschen Bundeskanzler sehen kann? Keine Chance! Nicht wahr? Nun, warten wir es ab. Auch unsere zweite Challenge ist gespickt mit Überraschungen. Wir werden anschauliche Beispiele kennenlernen, die zeigen, wie unvollständig unsere Sicht auf die Wirklichkeit ist. »Wirklichkeit« ist, wie ich die Welt in Raum und Zeit wahrnehme. Es gibt nicht nur eine Wirklichkeit; vielmehr hat jeder Beobachter eine eigene Wirklichkeit, je nachdem, wie er die Raumzeit in räumlich und zeitlich aufspaltet. Raum und Zeit sind relativ - wie könnte es da eine Wirklichkeit für alle geben?

Philosophen begreifen Raum gerne als »Spielwiese des Seins« und Zeit als »Spielwiese des Werdens«. Wie könnte ich ohne Raum jemals sein? Wie könnte ich ohne Zeit jemals werden? Das ergibt Sinn. Und doch ist es nicht ganz so einfach, wie es klingt. Hier ist ein Beispiel: Glauben Sie, dass Sie ein Mensch sind? Ich dachte es auch, bis ich diese Challenge anfertigte. Ist Ihnen niemals in den Sinn gekommen, dass Sie ununterbrochen werden? Nicht nur Ihr Körper verändert sich; auch Ihre Gefühle, Ihr Wissen und Ihre Gedanken werden reicher mit jeder neuen Erfahrung. Was ist also das Grundprinzip der Welt - Sein oder Werden?

PARMENIDES' KUGEL

Parmenides aus Elea war ein griechischer Philosoph, der als einer der Ersten hinterfragt hat, was Sein und Werden sind. Drehen wir also die Zeit 2500 Jahre zurück und hören ihm zu: »Es ist unmöglich für etwas, nicht zu sein ... Wenn etwas aus dem Nichts geworden wäre, weshalb später als früher? ... Wenn es wurde, dann ist es nicht; auch ist es nicht, wenn es erst in Zukunft sein wird. Also gibt es kein Werden.«25

Parmenides, griechischer Philosoph

(6./5. Jahrhundert v. Chr.)

https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Parmenides_of_Elea#/media/File:Parmenides.jpg [31.10.2019]

Aus logischer Sicht ist Parmenides etwas voreilig, wenn er alles Werden ausschließt. Um all seinen Gedanken folgen zu können, möchte ich ergänzen, dass wir nach Parmenides bloß die wirklichen Dinge denken können: »Es ist ein und dasselbe, was gedacht werden kann und was sein kann.«26 Daraus folgert er: Nicht-Sein könne nicht sein, weil es nicht gedacht werden kann; und Werden könne auch nicht sein, weil es stets mit Nicht-Sein beginnt. Gewiss ist Parmenides' Ansatz ziemlich vertrackt. Wenn Ihnen seine Argumentation nicht ganz klar ist, dann lesen Sie diese Seite einfach noch einmal. Sie sollten sich für eine Weile in Parmenides hineindenken können, um zu verstehen, wie seine Gedanken viele Philosophen bis heute prägen konnten.

In Bezug auf den Raum lehrte Parmenides, dass er nicht unbegrenzt sei, sondern eine große, mit Sein gefüllte Kugel. Dieses Sein sei die einzige homogene »Substanz«, die alles durchdringt (auch alle Lebewesen und die Luft), die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen und die den Kosmos inhaltlich ausmacht. Nach seiner Auffassung ist der Kosmos nicht aus vergänglichen Objekten wie Sternen, Planeten, Wolken, Bergen oder Lebewesen zusammengesetzt, die einer Geburt, einer Veränderung und einem Tod unterliegen. Der gesamte Kosmos würde nur aus Sein bestehen, einer riesigen, kugelförmigen, ewigen, bewegungslosen Substanz, die nie werde, sondern immer gleich sei.

In diesem Kapitel habe ich Parmenides an den Anfang gestellt, weil Sein etwas ist, womit ich mich selbst sehr leicht identifizieren kann. Ich brauche nur meinen eigenen Körper zu berühren - und schon fühlt es sich an wie »ich bin«. Aber wenn ich über den Beginn von mir selbst nachdenke, dann erkenne ich sehr schnell, dass mein

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