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Von der Zwiebel zur Perle Ein Weckruf von Nadeen, Satyam (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2016
  • Verlag: Kamphausen
eBook (ePUB)
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Von der Zwiebel zur Perle

Der Erleuchtung ist es egal, wo man sie erlangt... ...und wenn es in einem Hochsicherheitsgefängnis in den USA ist. Aus seiner Gefängniszelle - in der dieses Buch entstand - schickt Satyam Nadeen einen lauten, forschen Weckruf, der wie eine Trompete klingt und manchmal sogar wie ein Ghettoblaster: "Wacht auf in die Freiheit!". Sehnen wir uns nicht alle nach ihr? Nadeen ist ihr an dem vielleicht unwahrscheinlichsten Ort begegnet. Sie hat ihn ergriffen und seitdem nicht mehr verlassen. Seine Geschichte klingt wie eine typische New Age Erfolgsstory, wie die Geschichte einer umfassenden Suche, Selbsterfahrung, und Selbsterkenntnis. Hier nur ein paar Stichworte: Examen in Philosophie, Theologiestudium, Psychotherapie, Hatha Yoga, Zen, Meditation, Workshops, Gurus, Esalen, Rajneeshpuram, Retreats, Drogen - eine wilde bunte Reise, die nach vierzig Jahren abrupt vor einer Gefängnismauer endete. Von Innen. Stop! "Und damit", sagt Nadeen, "kommen wir zur Phase des Erwachens." Er liest die Advaita-Meister, besonders Ramana Maharshi und Ramesh Balsekar und lässt sich nur noch von der Frage "Wer bin ich?" leiten - an einem Ort, wo alles, was er je für sich gehalten hatte, abrupt nicht mehr gültig ist. Er erkennt sich als "reine Perle des Bewusstseins", die mit den Zwiebel-Schichten der Konditionierung überdeckt war. Aus dem Blickpunkt der Quelle, wie er es nennt, oder des Tao schaut er nun mit Perlensicht auf seine Zelle und sieht nur noch Freiheit. Im März 1992 wurde der 54-jährige Michael Clegg wegen der Herstellung der illegalen Droge Ecstasy ins überfüllte Distriktgefängnis von Jacksonville, Florida, eingeliefert und in Untersuchungshaft genommen. Während seines Gefängnisaufenthaltes erkannte er, dass seine lebenslange spirituelle Suche ihn dem ersehnten Glückszustand nicht näher gebracht hatte. So hörte er auf zu suchen. Dieses Aufgeben bescherte ihm die Erfahrung von überwältigender Erleichterung und Glückseligkeit. Am 15. August 1996 wurde er als Satyam Nadeen wieder in die Welt entlassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 05.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783899010251
    Verlag: Kamphausen
    Originaltitel: From Onions to Pearls
    Größe: 1448 kBytes
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Von der Zwiebel zur Perle

3 DER VORGANG DES ERWACHENS

Das Erwachen selbst ist ein plötzlicher und dramatischer Vorgang, aber die Ereignisse, die dahin führen, dürften in der Regel Schritt für Schritt eintreten. Manchmal sind tragische Vorkommnisse wie z.B. eine lebensbedrohende Krankheit, der Verlust der Mobilität, einer Karriere, eines geliebten Menschen oder finanzielle Schwierigkeiten hilfreich, um das rauhe Äußere all unserer Identitätsschichten aufzuweichen, so daß das innere Wissen um unser wahres Wesen zutage treten kann.

Als ich über den Vorgang des Erwachens bei anderen las, bin ich auf ein paar Gemeinsamkeiten gestoßen.

Es kommt zu einer todesähnlichen Erfahrung, bei der das Ego bzw. die persönliche Identität verlorengeht.

Es wird der Versuch aufgegeben, den gesamten Prozeß und alle Aussagen in bezug auf Gott oder spirituelle Dinge zu verstehen. Schließlich läßt man von jeglicher Anstrengung im Hinblick auf das Erwachen ab.

Diesem folgen anfänglich Wellen der Verzückung, die später in ein Gefühl tiefen Friedens einmünden.

Die zwei Jahre, die ich in Erwartung meines Urteils in diesem "Kerker von Kalkutta" verbrachte, bildeten das letzte intensive "Suchen" auf meiner Reise. Ich hatte Zugang zu sämtlichen Büchern, Kassetten und Videos, die man mir schickte, und da ich meine Metallkoje nicht verlassen konnte, gab ich mir eine Überdosis an Metaphysik und Meditation. Gerade in dem Moment, wo ich das Distriktgefängnis verließ, um in ein Bundesgefängnis auf Terminal Island in San Pedro, Kalifornien, verlegt zu werden, trafen mich die ersten Schockwellen intuitiver Erkenntnis. Sie konzentrierten sich um eine Technik der Selbstbefragung, die ich sehr intensiv praktiziert hatte: "WER BIN ICH?" Ich erahnte, daß ich mit meinem begrenzten Geist weder Gott erkennen noch dem spirituellen Weg folgen konnte, also gab ich es einfach auf. Mit diesem Ergeben kam die erste Flutwelle der Erleichterung und Seligkeit. Ein paar Wochen später war ich auf Terminal Island gerade damit beschäftigt, mich das erstemal innerhalb von zwei Jahren wieder an den Anblick von Sonne, Mond, Sternen, Meer, Möwen, Pelikanen, Seehunden, Blumen, Bäumen und Gras zu gewöhnen, als mich die zweite Phase dieses Ergebensprozesses traf. Ich wußte nicht nur nichts über Erleuchtung, ich konnte auch nichts dafür tun! Auch auf diese Erkenntnis folgten wieder haushohe Wellen von Glückseligkeit und Erleichterung. Das Erwachen war jetzt vollständig. Danach kamen dann die Auswirkungen dieses intuitiven Erkennens in meinem alltäglichen Leben. Diesen Vorgang nenne ich inzwischen "Erlösung."

Lassen Sie uns aber noch einen Moment bei diesem Erwachensprozeß bleiben. Um diesen individuellen Sack von Haut und Knochen für das Erwachen vorzubereiten, zerschlug der GEIST bedenkenlos jegliche Vorstellung von einer persönlichen Identität bzw. einem "Ego", das er bis an diesen Punkt so sorgsam vorbereitet und genährt hatte.

Ich wurde nicht nur aus einem bequemen Leben voller Spaß und liebevoller Unterstützung herausgerissen und dann in diesen "Kerker von Kalkutta" gesteckt, sondern ich erlitt einen psychischen Tod, der in jeder Hinsicht so real wie der letzte Vorhang selbst war. Vom Tage meiner Verhaftung an und für mindestens die ersten zwei Monate danach fühlte ich mich wie ein wandelnder, sprechender Toter, der keine Ahnung hat, wer er ist. Ich wußte nur, daß es keine Verbindung mehr zu dem gab, was ich zuvor für "mich" gehalten hatte. Aber irgendwie spürte ich, daß diese Todeserfahrung, wie schrecklich sie auch war, mit einer schon bald stattfindenden Wiedergeburt verknüpft war. Noch besser gefiel mir der Gedanke, daß ich in einem 50-jährigen Körper wiedergeboren werden würde, anstatt noch einmal die Demütigungen des Kindseins ertragen zu müssen.

Na gut, ich geb ja zu, daß es in den Jahren davor Zeiten gegeben hat, wo ich (wahrscheinlich unter dem Einfluß von Zauberpilzen) inspiriert ausrief:

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