text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Handbuch der freimaurerischen Grundbegriffe von Reinalter, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.10.2015
  • Verlag: Studienverlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Handbuch der freimaurerischen Grundbegriffe

Dieses Handbuch repräsentiert ein Desiderat der Forschung zur Freimaurerei. Namhafte Historiker präsentieren spannende Grundlagen für weitere freimaurerische Forschung aus unterschiedlichen Perspektiven. Angestrebt wird keine lückenlose Behandlung des Themas, der Fokus liegt auf der großen Vielfalt der Zugänge zur Freimaurerei. Veröffentlicht werden nur Originalquellen, die bisher nicht publiziert wurden. Die einzelnen Beiträge gruppieren sich um drei Schwerpunkte: Geschichte, Organisationsstrukturen und Ideen Ziele und praktische Verhaltensweisen Freimaurerei - Politik, Kultur und Gesellschaft Die profunde Darstellung verdeutlicht die Bedeutsamkeit freimaurerischer Ideen für die geistesgeschichtlichen und politischen Entwicklungen der letzten drei Jahrhunderte. Dieser Band erscheint in der neuen wissenschaftlichen Reihe 'Quellen und Darstellungen zur europäischen Freimaurerei'. Sie behandelt umfassend Geschichte und Gegenwart der Freimaurerei in Form von Handbüchern, Sammel- und Dokumentenbänden. Es geht auch um die spannende Frage nach dem heutigen Selbstverständnis und der gesellschaftlichen Wirkung der europäischen Freimaurerei. Das erste Handbuch liefert grundlegende Einblicke in die Ziele und Ideen der Freimaurerei, in ihr Innenleben, ihre Organisationsstrukturen und Richtungen, ihr Verhältnis zu Staat, Politik, Gesellschaft, Kultur, Kirche und Religion sowie auch zu ihren Gegnern (Antimasonismus).

Der Herausgeber, Helmut Reinalter, ist Professor am Institut für Geschichte der Universität Innsbruck und Leiter der Forschungsstelle 'Demokratische Bewegungen'. Er ist auch Vorsitzender der wissenschaftlichen Kommission für die Erforschung der Freimaurerei und Herausgeber der Zeitschrift für Internationale Freimaurer-Forschung.

Produktinformationen

Weiterlesen weniger lesen

Handbuch der freimaurerischen Grundbegriffe

Gerhard Großmann

Logen, Großlogen, Forschungslogen

1.

Loge (engl. lodge, frz. loge, ital. loggia): Laube, Hütte. So heißen die örtlichen Freimaurervereinigungen. Mitunter bezeichnen sie sich noch heute als "Bauhütten", was die Erinnerung daran wachhält, daß die Freimaurer die Herkunft ihrer Gliederungen und ihres Brauchtums von den operativen Gilden der mittelalterlichen Bauhandwerker ableiten. Manche nennen sich auch "Johannislogen" nach Johannes dem Täufer, der als Patron der Maurer und Steinmetzen gilt. Man spricht zudem von "blauen" Logen, um diese von den "Ateliers" sog. Hochgrade abzugrenzen."Loge" heißt in einigen Gegenden auch der Versammlungsraum ("Logentempel") der Freimaurer (der Tempelraum der 1742 gegründeten Loge "Zur Einigkeit" in Frankfurt a.M. ist abgebildet in der Brockhaus-Enzyklopädie Band 6, 17. Auflage 1968 auf Seite 573 beim Sachwort "Freimaurerei")."Deputationslogen" vereinigen Freimaurer bestehender Logen zur Gründung neuer Logen."Adoptionslogen" waren die von regulären Logen betreuten einstigen Zusammenschlüsse der weiblichen Angehörigen von Freimaurern, die seit dem Ende des Absolutismus nur noch vereinzelt in Erscheinung traten; heute gibt es sie nicht mehr. Die einzelnen Logen entsprechen den Niederlassungen der früheren Maurer- und Steinmetzgilden am jeweiligen Ort. In Deutschland sind sie heute überwiegend als eingetragene Vereine organisiert und in den Vereinsregistern der zuständigen Amtsgerichte eingetragen. Sie tagen zumeist in eigenen Gebäuden ("Logenhäusern"), teils in gemieteten Räumen. In der Bundesrepublik verfügt die reguläre Freimaurerei über rd. 450 Logen (in vielen größeren Städten bestehen mehrere nebeneinander). Die meisten, darunter namentlich jene mit eigenem Hausbesitz, stehen in den örtlichen Adreß- und Telefonbüchern. Weltweit soll es rd.45.000 Logen geben; da es keine frm."Weltorganisation" gibt, sind genauere Zahlen nicht bekannt. Die meisten Logen kommen einmal wöchentlich zusammen. In den Ferienmonaten Juli und August finden keine Versammlungen statt.

In den örtlichen Logen spielt sich das frm. Leben ab. Jede Loge ist gegenüber der Großloge, der sie angehört, verpflichtet, jährlich eine bestimmte Anzahl ritueller Versammlungen (Tempelarbeiten, Tempelfeiern) abzuhalten, in deren Verlauf Kandidaten (sog."Suchende") zu Lehrlingen in die Loge aufgenommen, Lehrlinge zu Gesellen befördert und Gesellen zu Meistern erhoben werden. - Die Logen veranstalten neben ihren rituellen Versammlungen und Konferenzen interne oder öffentliche Vortragsabende, Dichterlesungen, Gemäldeausstellungen, Diskussionstreffen, Wohlfahrtsbälle, Schwesternfeste, Kindernachmittage, Einkehrtage, Reisen und Ausflüge. Sie feiern den Johannistag, den Jahresschluß und ihre eigenen Jahrestage (viele Logen sind älter als 200 Jahre; die älteste Bauhütte Deutschlands, Absalom zu den drei Nesseln in Hamburg, wurde 1737 gegründet), häufig auch "besondere" Fest- und Geburtstage ihrer Mitglieder. An die Tempelarbeiten der Lehrlinge und Gesellen schließen sich als Teil des rituellen Brauchtums gemeinsame Essen der Teilnehmer an (Tafelloge, Brudermahl,"weiße Tafel"), mit vorbereiteten Toasts auf das Vaterland und die internationale Bruderkette, auf die Frauen, die Künste, die Kranken und Abwesenden. Der jährliche Mitgliedsbeitrag, der vielerorts den Preis des Essens nach den Tempelarbeiten einschließt, liegt derzeit je nach Zuschnitt der Loge zwischen 500 und 1.000 DM.

Die Logenmitglieder wählen ihren Vereinsvorsitzenden ("Meister vom Stuhl", auch Logenmeister) und ihre Logenbeamten für bestimmte, von Satzung und Hausgesetz vorgegebene Zeit (zumeist auf ein Jahr). Die humanitären Großlogen gewähren ihren Mitgliedslogen bei der Gestaltung von deren Satzungen, Hausgesetzen und innerer Struktur traditionell größeren Ermessensspielraum als die dem Ordensgedanken stärker verbundenen anderen Obedienzen. Üblich ist bei den "Humanitären" ein aus dem Me

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen