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Die Hausschlachtung Wurst, Schinken, Braten, Sülze von Bothe, Carsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2015
  • Verlag: HEEL Verlag
eBook (ePUB)
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Die Hausschlachtung

Schinken oder Sülze, Mettwurst oder Speck, Leberwurst oder frische Bratwurst - selbstgemacht schmeckt es einfach besser! Carsten Bothe vermittelt von der Beurteilung der Fleischqualität über das richtige Zerlegen bis zur Handhabung der Geräte alles Wissenswerte rund um das Hausschlachten und leitet mit zahlreichen fachkundigen Kniffen und Hintergrundinformationen zum Wursten, Pökeln oder Einkochen an. Ob Sie nur einige Pfund Bratwurst machen, einen Schinken räuchern oder sich an das Verwursten eines fünf-Zentner-Schweins wagen möchten, hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen - und noch mehr. Carsten Bothe begeistert sich seit seiner Kindheit für das Leben im Freien, das Kochen über offenem Feuer, die Selbstversorgung und das Leben als Trapper.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 03.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958432086
    Verlag: HEEL Verlag
    Größe: 6851 kBytes
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Die Hausschlachtung

Kapitel 1
So war es früher

D er traditionelle Ablauf des Schlachtens

Früher hat man vom Schwein bis auf das Quieken alles gegessen.

Früher wurde ein Schlachttermin bereits weit im Vorfeld festgelegt. Oftmals orientierte man sich dabei an den christlichen Feiertagen: Totensonntag, Volkstrauertag oder Buß- und Bettag waren ohnehin tabu und am 3. November war Hubertus-Jagd. Ab Februar ist es eigentlich schon fast zu spät, weil dann die Schinken und Mettwürste nicht mehr rechtzeitig zur Spargelsaison fertig werden, und im Sommer ist es dann zu warm. Eigentlich schlachtete man nur in den Monaten mit "r". Der Hausschlachter organisierte die Termine und die einzelnen Familien bekamen immer den gleichen Tag. Um diese Termine gruppierten sich auch die anderen Veranstaltungen, wie die winterliche Treibjagd, die Versammlung der Zuckerrüben-Aktionäre, die Generalversammlung der Viehversicherung auf Gegenseitigkeit oder die Weihnachtsfeier der Freiwilligen Feuerwehr. Da konnte man sich nicht einfach einen Termin ausdenken, das hätte das fein austarierte Termingefüge des ganzen Dorfes durcheinander gebracht.

Da nicht jeder Haushalt über die notwendigen Utensilien und Werkzeuge verfügte, konnten auch nicht zwei Familien gleichzeitig schlachten, abgesehen davon, dass es auch nur einen Hausschlachter gab, dessen Wurst man natürlich am liebsten aß. Die Werkzeuge wurden vom einen zum anderen weitergegeben. Rechtzeitig vorher wurden die notwendigen Verbrauchsmaterialien beschafft: Wurstbänder, Därme, Dosendeckel, Einweckringe, Salz, Gewürze, Zwiebeln, Reinigungsmittel, Räuchermehl, Schnaps, Scheuerpulver, etc. Die Kinder mussten vom Kolonialwarenhändler "Pfeffer für einen Groschen" holen, auf einem Teller, der mit einem Suppenteller zugedeckt wurde, damit kein Windstoß den Pfeffer wegblies. An den Tagen vor dem anberaumten Termin wurden die Dosen abgeschnitten und für die neue Befüllung vorbereitet, Feuerholz bereitgelegt, die Mollen und Wannen geschrubbt. Am Tag vor dem Schlachttag wurden die Zwiebeln geschält und vorgekocht, ein Kuchen für das Frühstück gebacken und noch mal alles überprüft. Am Schlachttag war keine Zeit, irgendetwas zu suchen oder Holz zu hacken.

Ein wichtiger Bestandteil des Schlachttages war der Schnaps. Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, Alkoholismus gehörte früher bei Hausschlachtern noch zum guten Ton. Aber wenn man die eher karge Lebensführung und den einfachen Speiseplan der bäuerlichen Bevölkerung bedenkt, dann gehört ein Schnaps mehr als sonst zu einem fetten Essen einfach dazu. Es ist ja schließlich kein Schlacht-"Arbeitstreffen", sondern ein Schlacht-"Fest". Nach wochenlangen Entbehrungen und fleischarmen Gerichten mal so richtig aus den Vollen zu schöpfen, das war wirklich ein Fest. Dass das bei so manchem Hausschlachter, der diese Veranstaltung ja im Winter drei- oder viermal in der Woche, manchmal auch noch öfter, mitmachte, gerne mal außer Kontrolle geriet, muss hier nicht weiter erwähnt werden.

Pieter Brueghel der Jüngere, "Schweineschlachten"

(Allegorie des Herbstes), nach 1616.

Steht das Schwein noch in seinem Koben,

wird erstmal einer gehoben.

Wenn das Schwein ums Eckchen lugt,

wird erstmal einer aufgehuckt.

Ist erst mal der Strick am Bein,

schenkt man schon den nächsten ein.

Ist das Schwein geschossen,

wird einer eingegossen.

Ist die Sau trotzdem am Leben,

kann man dennoch einen heben.

Liegt das Schwein dann tot am Boden,

wird der nächste schon gehoben.

Wenn die Sau im Troge ruht,

tut auch schon der nächste gut.

Und auch dann beim Haaren,

soll man mit Schnaps nicht sparen.

Ist das Schweinchen hakenrein,

muß erst mal getrunken sein.

Wenn das Schwein am Hake

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