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Keine Zeit für Arschlöcher! ... hör auf dein Herz von Lichter, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2016
  • Verlag: Gräfe & Unzer
eBook (ePUB)
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Keine Zeit für Arschlöcher!

Rund zehn Jahre nach seinem Bestseller 'Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott. Die zwei Leben des Horst Lichter' legt der TV-Koch und Publikumsliebling Lichter nach. Aber: Was soll denn jetzt noch kommen? Hat Hotte uns etwa nicht alles erzählt? Gibt es tatsächlich noch ein drittes Leben in diesem einen? Nach plötzlichem Kindstod, zwei Hirnschlägen und einem Herzinfarkt? Ja, das gibt es wirklich! Mit dem Tod seiner Mutter hat Horst Lichter angefangen, seine Geschichte neu zu schreiben. Denn ihm ist klar geworden: Das Leben ist kein Ponyhof - und es ist endlich! Er erzählt, wie er sich trotz seines enormen Erfolgsdrucks, seiner Niederlagen und Schicksalsschläge immer seinen Humor bewahrt hat. Er bringt uns zum Lachen und zum Weinen und zeigt, warum es so wichtig ist, sein Leben in die Hand zu nehmen und es bewusst zu leben. Horst Lichter ist ein wahres Phänomen in Sachen Entertainment: Seine Bühnentouren sind ausverkauft und seine Bücher stürmen gerne mal die Bestsellerlisten, darunter zuletzt Keine Zeit für Arschlöcher mit über 100.000 verkauften Exemplaren. 2014 wählte das deutsche TV-Publikum ihn zum besten Fernsehkoch – und machte ihn damit zum Gewinner der Goldenen Kamera. Heute ist der lebenslustige Horst Lichter beim Publikum nicht nur für seine bodenständigen Rezepte, sondern vielmehr für seine humorvolle und dennoch tiefgründige Art beliebt und feiert mit seiner Sendung Bares für Rares wöchentlich Quotenerfolge.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 04.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783833858529
    Verlag: Gräfe & Unzer
    Größe: 1115 kBytes
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Keine Zeit für Arschlöcher!

2. Mutters
Entscheidung

2013 hatte ich mir für das folgende Jahr etwas ganz Unanständiges vorgenommen: Urlaub. Ich hatte seit Jahren keinen Urlaub mehr gemacht, ich hätte Urlaub zu dem Zeitpunkt mit "h" geschrieben, so fremd war mir alleine schon das Wort. Also habe ich mir in den Kalender für 2014 dick mit Edding eingetragen, dass ich mal zweieinhalb Monate nicht arbeite. Nix, nothing, niente. Warum? Kinders, mit 14 bin ich von der Schule direkt in die Lehre gekommen und ab da hab ich ja immer durchmalocht. Und wenn ich Urlaub hatte, dann wurde weiter geschackert. Ich brauchte ja Kohle für mein Moped und was weiß ich noch alles. Für den ganzen Blödsinn, den ich so im Leben veranstaltet habe. Spaß kost' Geld, das heißt ja nicht umsonst so. Dann kam mein Restaurant. Bis das lief, war Urlaub so wahrscheinlich wie Hitzefrei in Grönland. Außerdem: War ja nicht so, dass ich jammernd dagesessen und gesagt hätte, "oh Gott, oh Gott, ich armes Schwein hab' keinen Urlaub". Ich liebte meinen Laden und die Arbeit ja. Das war mein Leben, mein Ein und Alles. Aber als ich den Laden dann zumachte und wir in den Schwarzwald gezogen waren, fing das Herumreisen erst so richtig an: Dreharbeiten in Hamburg, in Köln, Tournee kreuz und quer durch die Republik ... rein ins Hotel, raus aus dem Hotel. Das ganze Jahr unterwegs. Auch wenn ich Dinge machte und mit Menschen arbeitete, die mir viel Freude bereiteten wie bei "Lafer!Lichter!Lecker!" - im Juni 2014 war ich platt und fühlte mich so ausgelaugt, dass ich zu meinem Schatz sagte: "Die ersten vier Wochen vom Urlaub bleib ich nur zu Hause!" Einfach auch mal merken, dass ich da lebte: zu Hause! Ich kam meistens nur zum Wäschewaschen, -wechseln und Koffer-neu-Packen heim. Nach vier Jahren hatte ich schon fast den Eindruck gewonnen, dass es sich hier um mein Ferienhaus handelte. Ich wollte den August über so ganz banale Dinge genießen wie Rasen mähen, am Haus was machen, einkaufen, lecker kochen und nette Freunde einladen. Ein Stück normalen Alltag. Genau das wollte ich haben. Ich freute mich schon wie Bolle.

Die anderen vier Wochen wollte ich dann mit meinem Schatz nach Kroatien, damit die Sonne meinem alpinaweißen Astralkörper mal etwas gesunden Teint verpasste. Mit Nada am Strand liegen, die Schwiegereltern besuchen, mit dem Bötchen rausfahren und mal entspannt Urlaub machen. Das Motorrad mitnehmen. Und die letzten zwei Wochen - so meine Planung - würde ich mich dann auf die Tour vorbereiten. Ganz langsam und in Ruhe wieder das Kraftwerk hochfahren, ganz entspannt und vor allem ohne Stress. Ich war stolz, dass ich alles in die Wege geleitet hatte, um mich vor mir selbst zu schützen. Der Plan war genial.

Dann kam mein letzter Arbeitstag, das letzte Juli-Wochenende. Und mit ihm sollte sich auf einmal alles ändern. Am 31. Juli rief mich meine Mutter an und sagte: "Hallo Jung', ich muss dir was sagen. Ich war beim Doktor. Man hat einen Tumor gefunden, ich wollte nur, dass du das schon mal weißt. Ich habe in ein paar Wochen die nächsten Untersuchungen und ich glaube, das könnte Krebs sein. Und wenn der bösartig ist, dann sieht es nicht gut für mich aus. Das wollte ich dir jetzt nur mal sagen." Und dann legte sie auch schon auf. Da habe ich erst dreimal tief durchgeatmet und mir Mut gemacht. Ein alter Reflex, das war immer so - ob ich selbst betroffen war oder andere: Ich denk' ja erst mal ans Gute. Ich glaube einfach generell ans Gute. Dann schnappte ich mir das Telefon und redete noch mal mit Mutter. Baute sie auf, wollte sie mit positiver Energie fluten: "Mutter, jetzt komm her, jetzt mach mal keinen Wind. Mal den Teufel nicht an die Wand. Wir haben doch gerade erst deinen 75. Geburtstag gefeiert und ich bin mir mehr als sicher, du wirst 95 und fällst dann vom Fahrrad." Was Besseres fiel mir nicht ein, ich laberte ununterbrochen, um ihr Mut zu machen. Außerdem war ich felsenfest davon überzeugt, dass meine Mutter mindestens 95&nbs

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