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Zucker Eine Geschichte über Macht und Versuchung von Walvin, James (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.05.2020
  • Verlag: oekom Verlag
eBook (ePUB)
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Zucker

»Eine unterhaltsame, informative und zugleich erschreckende Globalgeschichte eines wichtigen Stoffes.« Sven Beckert, Autor von King Cotton Er versüßt unser Leben, macht kurzfristig glücklich, doch sein Nachgeschmack ist bitter: Zucker ist weit problematischer, als die Werbetafeln der Softdrink-Hersteller vermuten lassen - und das nicht nur wegen der gesundheitlichen Probleme, die sein übermäßiger Konsum hervorruft. Was früher Königen und Fürsten vorbehalten war, ist heute aus unserer Ernährung kaum noch wegzudenken. Um zu verstehen, wie der Stoff unseren Alltag so vollkommen erobern konnte, blickt James Walvin in die Vergangenheit - und präsentiert eine Geschichte von Macht und Versuchung, von Sklaverei und Umweltproblemen, aber auch von Zivilisationskrankheiten wie Adipositas und Karies.

James Walvin ist emerierter Professor an der University of York. Er ist Autor zahlreicher Bücher, die sich meist mit der Geschichte der Sklaverei und des Sklavenhandels auseinandersetzen. Mit seinem Buch »Black and White« gewann er den Martin Luther King Memorial Prize.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 05.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962386641
    Verlag: oekom Verlag
    Originaltitel: Sugar
    Größe: 643 kBytes
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Zucker

Einführung
Zucker in unserer Zeit Wie ist es so weit gekommen? Was hat Millionen Menschen in aller Welt getrieben, eine Ware, Zucker, zu mögen - ja zu brauchen -, die, wie die Medizin inzwischen weiß, schlecht für uns ist? Noch mehr Fragen wirft die Werbung auf, mit der wir im Sommer 2016 bombardiert werden und die ein Produkt empfiehlt, weil es keinen Zucker enthält. In jenem Sommer sahen Millionen Fernsehzuschauer einen ungewöhnlichen Werbespot für Coca-Cola. Bei den Spielen der Fußballeuropameisterschaft in Frankreich, die teilweise von Coca-Cola gesponsert wurden, erschien auf den Banden rund um das Spielfeld der Aufruf, ein neues Getränk zu probieren, das »Zero Sugar« enthielt. Jeder, der ein Spiel verfolgte, sah die Botschaft »Zero Sugar«. Dutzende Male. Die Spiele waren natürlich eine hervorragende Werbeplattform. Neben den Olympischen Sommerspielen und dem FIFA World Cup waren die Endspiele der Fußballeuropameisterschaft ein Ereignis, das Hunderte Millionen Zuschauer vor den Bildschirm lockte. Auffallend war daran, dass ein Produkt mit einer Zutat beworben wurde, die es nicht enthielt; ein Getränk wurde angekündigt, dem etwas fehlte; eine Limonade, die keinen Zucker enthielt. Dieses Produkt auf den Markt zu bringen hatte eine Stange Geld gekostet - 10 Millionen Pfund allein in Großbritannien.1 Ein derartiger PR-Feldzug ist praktisch beispiellos - ein Produkt für das anzupreisen, was es nicht zu bieten hat. Für englische Zuschauer kam die Werbung zur rechten Zeit, denn nur ein Jahr zuvor hatte ein großer Regierungsbericht den Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Fettleibigkeit bei Millionen Engländern beleuchtet.2 Obwohl Zucker seit Jahrhunderten auf unserem Speiseplan steht, wurde er in den letzten Jahren Gegenstand heftiger gesellschaftlicher und politischer Debatten. In meiner Kindheit (der Zeit der Lebensmittelrationierung während und nach dem Krieg) beklagten meine Eltern oft, sie hätten nicht genügend Zucker bekommen. Heute wird Eltern von Ärzten, Medien und Politikern geraten, den Zuckerkonsum einzuschränken. Jahrhundertelang wurden Kinder mit Süßigkeiten verwöhnt und beschwichtigt, heute geht es darum, Kindern den Zugang zu Zucker und allem, was süß ist, zu verwehren. Zucker ist heutzutage praktisch geächtet. Doch solange man denken kann, galt er als Zutat, die das Notwendige mit dem Angenehmen verband, ein Erzeugnis, das Kraft gab und schmeckte. Wie kam es zu diesem tief greifenden Wandel unserer Wahrnehmung eines Produkts, das seit Jahrzehnten Teil unserer Ernährung ist? backup out PBE_20210308_180651.xml PKN_20210308_180651.xml PVA_20210308_180651.xml PWB_20210308_180651.xml work Im Westen wird Zucker zwar schon seit vielen Jahrhunderten konsumiert, vor dem Jahr 1600 war er jedoch ein kostspieliges Luxusgut, das nur den Reichen und Mächtigen zur Verfügung stand. Das änderte sich grundlegend im Lauf des 17. Jahrhunderts, als Europäer auf dem amerikanischen Doppelkontinent Zuckerkolonien errichteten. In der Folge wurde Zucker billig, war überall zu haben und erfreute sich großer Beliebtheit. Was zuvor sündteuer gewesen war, wurde nun alltäglich. Zucker, der zuvor nur die Tafeln der Eliten geziert hatte, war um 1800 Grundnahrungsmittel für die ärmsten Gruppen der Bevölkerung geworden. Und dabei blieb es auch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts - Zucker gehörte ohne Frage zum Leben von Millionen von Menschen und war eine wichtige Zutat in zahlreichen Speisen und Getränken. Wenn heute hingegen in den Medien von Zucker die Rede ist, wird er als Gefahr für die Gesundheit dargestellt - ein Hauptfaktor nicht nur bei individuellen Gesundheitsproblemen, sondern auch Ursache einer globalen Adipositas-Epidemie. Die Folge ist, dass das Zuckerproblem Regierungen und internationale Gesundheitsorganisationen beschäftigt. Heute konsumieren Menschen weltweit Zucker in beispiellosen Mengen, und am meisten wird in Zucker produzierenden Ländern verbraucht - zum Beispi

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