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Die Lilith Revolution Der Roman

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2016
  • Verlag: Lebensraum Buchverlag
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Die Lilith Revolution

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Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 24.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783903034259
    Verlag: Lebensraum Buchverlag
    Größe: 2054 kBytes
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Die Lilith Revolution

Teil 1:

Der Schattenwolf

Beltane

Es war gegen 5 Uhr in der Früh. In der Nacht hatte es geregnet und nun beschenkte uns die Erde mit ihrem regenfrischen Atem. Das erste zaghafte Licht hatte die Dunkelheit der Nacht ein wenig gehoben. Wir standen an der magischen Schwelle. Es war nicht mehr Nacht und es war noch nicht Tag. Das war der mystische Moment zwischen Dunkelheit und Licht, mit all seinem geheimnisvollen, feuchten und sinnlichen Zauber.

Ich trug mir die Flugsalbe auf, die wir in der Nacht zuvor am Beltanefeuer gebraut hatten und spürte sofort deren Wirkung. Meine Wahrnehmung veränderte sich, wurde weiter und intensiver. Die Blätter der frischen Salbeisträucher neben mir zogen meine Aufmerksamkeit auf sich. Jedes einzelne Blatt war mit einer nebelartig weißen Aura umgeben. Die Farben der Blätter verwandelten sich. Sie zeigten nicht mehr bloß das erwartete Grün, sondern ein helles Grün und ein dahinter liegendes leicht flackerndes Rot zugleich.

Die Flugsalbe und die Magie des Schwellenmoments hatten mich ergriffen und in einen mystischen Zustand versetzt. Mich umgab zwar die bekannte Welt, doch aus ihrem Inneren drang ein anderes Licht empor, das mir fremd erschien und gleichzeitig sehr vertraut war. Ich bewegte mich entlang jener Grenze, welche diese Welt und die Anderswelt für gewöhnlich trennt. Die Namen der ganz einfachen Dinge, wie Haus, Türe, Fenster oder Baum, entglitten mir. Das, was mich umgab, war namenlos neu und begeisterte all meine Sinne.

Ich ging weiter, wahrscheinlich sehr langsam. Doch die Fülle der Eindrücke überschwemmte mein Bewusstsein. Allein die Wassertropfen, die von der Regenrinne des Holzschuppens in die Regentonne fielen, ihr gleichbleibender Rhythmus und ihr Aufplatschen im Wasser, hatten eine enorme Intensität. All die vielstimmigen Tropfgeräusche, die kurz nach einem Regen überall zugegen sind, vereinigten sich zu einer kraftvollen Klangkulisse.

"Geh weiter", so klang es.

Wer diese Worte gesprochen hatte, konnte ich nicht sagen. Obwohl ich sie ganz deutlich vernommen hatte, war ich mir nicht sicher, ob sie überhaupt menschlich waren. Ich schrieb sie der Magie dieses Moments zu. Ich bewegte mich langsam am Kräutergarten vorbei und blickte in die Gesichter hunderter Gräser und Blätter. Alles war beseelt und wesenhaft, all diese Kräuter, die hier prächtig gediehen und deren Namen mir in diesem Augenblick allesamt entfallen waren. Ihre Gesichter sprachen, erzählten, waren unvorstellbar gegenwärtig und lebendig. Sie waren alle miteinander verwoben und verbunden durch eine sichtbar gewordene allgegenwärtige Weisheit, die seit jeher existent war.

"Geh weiter!"

Ich betrat die Wiese, auf der das Beltanefeuer noch gloste. Von einem kraftvoll dicken, verkohlten Ast stieg Rauch auf und ich sah die Glut in seinem Inneren. Der Rauch vermengte sich mit der nebelfeuchten Schwellenluft zu einem lebendigen Gewebe, das vom Blattwerk des dahinter stehenden alten Kirschbaumes eingeatmet wurde. Der Kirschbaum atmete, sog das Rauchgewebe tief in sich ein, und verschmolz es mit den Säften aus seinem Wurzelreich zu neuer Kraft in seinem Stamm.

"Geh weiter!"

Ich wandelte über die kniehohe, feuchte Wiese und stieg über einen Weidezaun. Dort, wo die offene Wiese in den dunkleren Wald überging, hielt ich einen Augenblick inne. Genau hier stand ein mächtiger Baum, an dessen glattem Stamm sich ein einzelner Efeustrang empor rankte. Auch diese Efeublätter sah ich in jenem hellen, frischen Grün und dem zugleich dahinter flackernden Rot. Bereits das faszinierte mich, doch da war noch mehr!

Es war die schlangenartige Bewegung des Efeus. So, wie dieser Efeustrang sich am Stamm entlang bewegte, so sah es auch innerhalb dieses Baumes aus. Ich konnte durch die Oberfläche des Stammes hindurch sehen und war fasziniert vom Fließen der Säfte in seinem Inneren.

Das war Leben!

Hier vollzog sich das Leben in

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