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Jeder Lotos hat ein schönes Herz Eine praktische Anleitung zur Meditation von Brahm, Ajahn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.02.2012
  • Verlag: Lotos
eBook (ePUB)
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Jeder Lotos hat ein schönes Herz

Der Weg zu Gelassenheit und innerer Stärke Von Termin zu Termin hetzend, stressgeplagt und ständig unter Druck findet der moderne Mensch nur noch schwer zu Erholung und innerer Ruhe. Kann Meditation hier eine Hilfe sein? "Ja, man muss nur richtig meditieren", sagt Ajahn Brahm, einer der ungewöhnlichsten und angesehensten buddhistischen Lehrer unserer Zeit. "Meditation kann unseren Alltag wandeln, bereichern und lässt ihn leichter werden." Zunächst schildert der Autor klar und deutlich, wie die anfänglichen Hindernisse und Stolpersteine überwunden werden können: das unaufhörliche Gedankenkarussell, die Ungeduld, die Ablenkung durch äußere Einflüsse und die Müdigkeit. In der Vertiefung der Praxis geht es um tiefe Gedankenstille, das Gewahrsein des Augenblicks, das Loslassen aller Mühen und Sorgen. Dieses Buch lehrt eine Form der Meditation, die uns stärker werden, innere Stille finden und Kraft schöpfen lässt, um die Hürden des Alltags zu überwinden und in das spirituelle Leben einzutreten. Ajahn Brahm, geboren 1951 in London, studierte Theoretische Physik an der Universität von Cambridge und ist seit mehr als 40 Jahren buddhistischer Mönch. Neun Jahre lang lebte, studierte und meditierte er in einem thailändischen Waldkloster unter dem Ehrwürdigen Meister Ajahn Chah. Heute ist Ajahn Brahm Abt des Bodhinyana-Klosters in Westaustralien und einer der beliebtesten und bekanntesten buddhistischen Lehrer unserer Zeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 27.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641072087
    Verlag: Lotos
    Originaltitel: The Art Of Disappearing
    Größe: 868 kBytes
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Jeder Lotos hat ein schönes Herz

1 Das große Ganze

1 Das große Ganze

EINERLEI, WO IHR WOHNT, in einem Kloster, mitten in der Stadt oder an einer stillen, von Bäumen gesäumten Straße, von Zeit zu Zeit wird es in eurem Leben Schwierigkeiten geben. So ist das Leben nun einmal. Sollte es also mit eurer Gesundheit nicht zum Besten stehen, gebt nicht der Versuchung nach, zu eurem Arzt zu sagen: "Herr Doktor, irgendetwas stimmt nicht mit mir, ich bin krank"; sagt lieber: "Es ist alles, wie es sein soll - ich fühle mich heute krank." Es liegt in der Natur des menschlichen Körpers, dass er hin und wieder krank wird. Es liegt auch in der Natur der Klärgrube, dass sie ausgerechnet dann ausgepumpt werden muss, wenn es besonders ungelegen kommt, und es liegt in der Natur des Wasserkochers, dass er irgendwann einfach durchschmort. Das Leben ist seiner Natur nach so. Wir geben uns zwar alle Mühe, das Leben für uns selbst und andere möglichst glatt laufen zu lassen, aber wir können nie sicher sein, dass es gelingt.

Wenn Ihr also mit Schmerzen und Schwierigkeiten zu kämpfen habt, denkt immer daran, was Leid in der Tiefe eigentlich bedeutet: etwas von der Welt zu verlangen, was sie nicht bieten kann. Wir erwarten Unmögliches von ihr. Wir möchten das perfekte Heim und den perfekten Job, und alles, was wir so mühsam aufbauen und einrichten, soll zur rechten Zeit und am rechten Ort perfekt laufen. Damit ersuchen wir natürlich um etwas, das nicht gewährt werden kann. Wir wollen hier und jetzt tiefe Meditation und Erleuchtung. Aber so geht es in dieser Welt einfach nicht zu. Machen wir uns also klar: Wenn wir etwas verlangen, was die Welt nicht liefern kann, ersuchen wir eigentlich um Leiden.

Ob ihr also arbeitet oder meditiert, stellt euch einfach darauf ein, dass ab und zu etwas nicht wie gewünscht laufen wird. Fordert nicht von der Welt, was sie nicht geben kann, seht nur sehr genau hin! Es ist nicht eure Aufgabe, dieser Welt Beine zu machen oder sie so hinzubiegen, wie ihr sie gern hättet. Verstehen, annehmen und loslassen, das ist eigentlich eure Aufgabe. Je mehr ihr gegen euren Körper, euren Geist, eure Familie und die Welt ankämpft, desto mehr "Kollateralschaden" verursacht ihr und desto mehr Schmerz handelt ihr euch ein.

Manchmal gelingt es uns, einen Schritt von unserem alltäglichen Leben zurückzutreten, und dann sehen wir das große Ganze. Wir sehen: Es trifft nicht zu, dass mit diesem Kloster, mit uns selbst, mit dem Leben etwas nicht stimmt. Und wir sehen klar: Es liegt in der Natur dieser Welt, dass nicht alles nach unseren Wünschen läuft - und das ist es, was der Buddha als die erste Edle Wahrheit des Leidens formulierte. Wir arbeiten und streben mit vollem Einsatz, wir ringen darum, dieses Leben - unser Zuhause, unseren Körper, unser Bewusstsein - genau richtig hinzubekommen, und dann geht es doch wieder daneben.

Leid und das Wissen darum: der Antrieb zur Praxis

Zu echter buddhistischer Praxis gehört die Betrachtung des Leidens, Dukkha auf Pali. Wir versuchen der Leiden nicht Herr zu werden, sondern bemühen uns einfach, sie zu verstehen, indem wir uns ihre Ursachen vergegenwärtigen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt unserer Praxis, denn bei den meisten Menschen, die Leid erfahren, ist es ja so, dass sie entweder davor zu flüchten oder etwas daran zu ändern versuchen. Sie verdammen die "Maschinerie" wegen ihres Versagens, obwohl jeder weiß, dass die Maschinerie irgendwann versagt. Etwas läuft nicht, wie es sollte, und wir leiden. Ändern wir doch lieber unsere Haltung, stellen wir das Kämpfen ein. Sobald wir nicht mehr gegen die Welt ankämpfen und uns die Natur des Leidens klarmachen, wird sich etwas anderes regen. Und dieses andere heißt Nibbida .

Diese Regung, Nibbida/sp

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