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Alt oder krank? Verständnishilfen bei Altersbeschwerden von Hentschel, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2015
  • Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
eBook (ePUB)
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Alt oder krank?

Alter ist keine Krankheit. Körperliche oder psychische Veränderung im Alter ist nicht unbedingt behandlungsbedürftig, sondern oft einfach ein körperliches Phänomen, das akzeptiert werden muss. Aber wenn alte Menschen wirklich krank werden, haben sie und ihre Angehörigen viele Fragen: Was bedeutet die Diagnose im Arztbrief? Was für eine Krankheit habe ich überhaupt? Wird sie noch einmal besser? Kann ich mich allein um meine Mutter, meinen Vater kümmern? Woher bekomme ich professionelle Unterstützung in der Pflege? Und wer zahlt das alles? Diese und andere Fragen beantwortet das vorliegende Buch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 334
    Erscheinungsdatum: 10.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456752860
    Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
    Größe: 10038 kBytes
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Alt oder krank?

3 Das MDK-Gutachten

Dieses von Laien oft gefürchtete und manchmal angezweifelte Vorgehen des MDK-Gutachtens stellt für die Krankenkasse eine Absicherung dar, inwiefern ein Pflegebedürftiger – in diesem Fall der Antragsteller – tatsächlich so sehr im Alltag eingeschränkt ist, dass für die Übernahme andere Menschen aktiv werden müssen. Diese Menschen (professionelle Pfleger oder Angehörige) haben dabei einen Anspruch, ihre Arbeit vergütet zu bekommen. Damit der Patient dies bezahlen kann, benötigt er in den meisten Fällen Geld, das ihm zusteht, da er ja in seine Kranken- und Pflegeversicherung eingezahlt hat. Ähnlich wie beim Arzt oder in der Apotheke, wird dabei aber nicht alles übernommen/vergütet, was der Betroffene gern hätte. Sondern es muss festgestellt werden, welche Aktivität er wie gut alleine ausführen kann.

Hat man also bei der Pflegeversicherung einen Antrag auf Pflegegeld gestellt, lässt diese durch einen Gutachter bewerten, wie hoch der Bedarf wirklich ist. Da in einem Jahr hierbei schon einmal über 10000 Euro Pflegekosten anfallen können, ist dies ja auch verständlich. Die Richtlinien sind übrigens in jedem deutschen Bundesland gleich, und auch verschiedene Gutachter sollten zu den selben Ergebnissen kommen.

Der Gutachter ist meistens eine Pflegekraft, die nur für den MDK arbeitet. In einigen Fällen, meist z.B. wenn eine genaue Diagnose gefunden werden muss, die ein examinierter Pfleger nicht treffen kann, kann auch ein Arzt als Gutachter auftreten.

Der Besuch sollte meist in wenigen Wochen nach dem Antrag erfolgen und das Ergebnis fünf Wochen nach Antragstellung dem Betroffenen mitgeteilt werden.

Die Begutachtung erfolgt meistens zuhause – es sei denn, der Betroffene ist zurzeit im Krankenhaus oder bereits im Pflegeheim (Pflegestufe soll erhöht werden).

Dabei ist für den Gutachter auch relevant, wie die Wohnung an sich ausgestattet ist. Er geht dabei im Vorfeld von einer durchschnittlichen Wohnung aus, d.h. sie ist nicht ebenerdig erreichbar, hat keinen Aufzug, hat zwei Zimmer, Küche, Bad, ist nicht behindertengerecht ausgestattet, hat Zentralheizung usw. Erfüllt die Wohnung diese Kriterien im besseren oder schlechteren Sinne, kann dies das Gutachtenergebnis beeinflussen.

Die Informationen gewinnt der Gutachter hauptsächlich durch den Betroffenen sowie die aktuelle Pflegeperson, sprich also in vielen Fällen dem direkten Verwandten. Dabei kann es nötig sein, dass beide getrennt befragt werden. Weichen die Aussagen hier voneinander ab, wird dies im Gutachten vermerkt. Viele Informationen z.B. über die Krankheit hat der Gutachter aber bereits über die Akte der Krankenkasse, er weiß also über vorhandene Diagnosen und Krankenhausaufenthalte Bescheid (sich eine gravierende Erkrankung erst beim Besuch einfallen zu lassen, wirkt also unglaubwürdig!).

Auch will der Gutachter evtl. wissen, wie oft der Betroffene zu welchem Arzt geht und wie er zu diesem gelangt (selbstständig oder nicht). Des Weiteren interessieren ihn aktuell eingenommene Medikamente, bereits vorhandene Hilfsmittel (z.B. Toilettenstuhl, Pflegebett, Windelhosen usw.), der Besuch bei anderen Therapeuten, z.B. Logopäden, und vor allem die derzeitige Pflegesituation. Dabei soll grob eingeschätzt werden, wie viel Zeit pro Woche vom Angehörigen mit der Pflege zugebracht wird.

Ebenfalls betrachtet wird der Zustand der Wohnung hinsichtlich Gefahrenquellen, z.B. Stolperfallen, oder aber auch der hygienische Gesamteindruck. Im Extremfall kann der Besuch auch dazu führen, dass der Gutachter das Wohl und die Gesundheit des Betroffenen gefährdet sieht und entsprechende Institutionen verständigt.
3.1 Befund des

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