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Erste Hilfe für Hypochonder Weshalb Ihre Symptome nicht immer das Schlimmste bedeuten müssen. - Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt und nicht das Internet! von Cymes, Michel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.09.2020
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Erste Hilfe für Hypochonder

Ist das Pochen im Kopf das erste Zeichen eines Gehirntumors? Geht das noch als starkes Herzklopfen durch oder stehe ich vor einem Infarkt? Nur allzu oft konsultieren wir bei Krankheitssymptomen heutzutage Doktor Google, nur um dann die denkbar schlimmsten Krankheiten präsentiert zu bekommen. Der französische Mediziner und Bestsellerautor Michel Cymes liefert die Überlebenshilfe bei solchen Wehwehchen und Zipperlein - nicht nur für Hypochonder. Aus Erfahrung weiß er: In den meisten Fällen ist die Krankheit nicht annähernd so schlimm, wie befürchtet, interpretiert man ihre Anzeichen richtig. Auf leicht verständliche und humorvolle Weise erklärt er, was die häufigsten Symptome bedeuten und stellt klar: Ja, wir alle müssen sterben - aber in der Regel nicht sofort.

Michel Cymes, Jahrgang 1957, arbeitet als Arzt in einem Pariser Krankenhaus. Seine bisherigen Bücher wie "Großhirn an Kleinhirn" wurden allesamt Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt. Seit 2018 moderiert er eine Talkshow zu Gesundheitsthemen im französischen Fernsehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 21.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641241018
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Chers Hypocondriaques
    Größe: 1507 kBytes
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Erste Hilfe für Hypochonder

1

Meine zehn großen existenziellen Ängste

Das Hypochondertum, so lehrt uns die Volkskultur, ist die betrüblichste aller Krankheiten, vielleicht, weil sie alle anderen Krankheiten einschließt, zumindest in der Vorstellung derjenigen, die die harmlosesten Symptome als Anzeichen einer lebensbedrohlichen Krankheit deuten. Und schon wird der Drang, ihre Ängste auszudrücken, unüberwindlich. Diese Angst nötigt uns, die Stimme der Vernunft zu suchen, ihr zu lauschen und ihre Worte schnell wieder zu vergessen. Denn ein Mensch, der sich elend fühlt, wenn es ihm eigentlich gut geht, der überzeugt ist, dass er sich bald noch viel schlimmer fühlen wird, wenn es ihm besser geht, verschließt ganz automatisch sein Ohr für alles, was ihm seine Ängste nehmen könnte! Und welche Rolle spielt der Arzt dabei? Die des Zuhörers. Er hört zu, weil er weiß, welches Leid diese Angst auslösen kann, auch wenn sie völlig unbegründet ist. Er hört zu, weil es zum einen sein Stolz, zum anderen sein Kreuz ist, dass er ständig von seinen Mitmenschen, von Freunden, Bekannten, Unbekannten angesprochen wird, um in der Intimität der ärztlichen Praxis, aber auch in aller Öffentlichkeit wegen dieser oder jener physiologischen Anomalie Ratschläge zu geben. Er hört zu, ohne zu werten. Er hört zu, ohne zu unterbrechen. Und das ist es, was er zu hören bekommt: eine Aufzählung der tausend existenziellen Ängste, von denen ich Ihnen nun jene zehn vorstellen möchte, die am weitesten verbreitet sind.

Angst Nr. 1: Herzinfarkt

Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems sind weltweit Todesursache Nr. 1. Kein Wunder also, dass ich zuallererst Angst vor einem Herzinfarkt habe, selbst wenn ich irgendwo gelesen habe, dass von den fünfzehn bis zwanzig Millionen Opfern, die jedes Jahr auf sein Konto gehen, mehr als drei Viertel in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen sterben. Und dass Frankreich in dieser Statistik ohnehin besser abschneidet als zum Beispiel Großbritannien oder die Länder im Norden Europas. Ja, dass Frankreich einen erstaunlichen Rückgang der Letalitätsrate nach dreißig Tagen (Anzahl der an einer bestimmten Erkrankung nach dreißig Tagen Verstorbenen) vorweisen kann: 13,7 Prozent im Jahr 1995, 4 Prozent seit dem Jahr 2010. Auch in Deutschland ist die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den vergangenen fünfzig Jahren um 60 Prozent gesunken.

Ich drehe trotzdem durch. Welche meiner lebenswichtigen Arterien wird sich verschließen? Eine Herzkranzarterie, was meinem Herzen den lebenswichtigen Sauerstoff nimmt? Eine Hirnarterie, deren Ausfall mein Gehirn dem einer Schnecke gleichmacht? So oder so, das Ende wird schrecklich sein! Ich stelle mir die Szene lebhaft vor: Ist es eine Herzkranzarterie, bekomme ich mörderische Schmerzen in der Brust, die bis in die Arme und in die Kiefer ausstrahlen. Ich habe darüber schon so viel gelesen, dass ich an dem Tag, an dem Fall X vielleicht eintritt, schlicht ausflippe. Ich werde wissen, was los ist. Verstehen, was mit mir passiert. Dann kommt zum Infarkt noch die Panik! Verschließt sich dagegen ein Blutgefäß im Gehirn, stürze ich zu Boden, um danach bestenfalls im Rollstuhl aufzuwachen, weil ich gelähmt bin und nur noch vor mich hin vegetieren kann. Ein Pflegefall. Ich träume nur noch davon, eines Abends endlich friedlich und für immer einzuschlafen. Ohne den Tod kommen zu sehen ...

Angst Nr. 2: Krebs

Sollte ich wie durch ein Wunder dem Herz-Kreislauf-Versagen entkommen, dann wird mich bestimmt der Krebs holen. Ich habe einfach so ein Gefühl, als sei er in mir bereits am Werk, fresse sich heimlich durch meine Eingeweide, bis dann endlich seine Stunde kommt. Wie viele Leitartikel in Zeitschriften beschäftigen sich mit dieser Krankheit? Wie viele Fernsehberichte werden Woche für Woche über diese Geißel der Menschheit gesendet? Um vom Radio erst gar nicht zu sprechen, denn schon das Wort erinnert mich an die Radiologie un

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