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Innehalten Eine Anstiftung zur Entschleunigung von Rennschuh, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.11.2013
  • Verlag: J. Kamphausen
eBook (ePUB)
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Innehalten

Das Buch beschreibt einen Weg zu einer heute weitgehend vergessenen Kraftquelle: dem Innehalten. Wir brauchen es, wie die Luft zum Atmen. Und doch geht es den meisten Menschen in ihrem hektischen Alltag mehr und mehr verloren. Das hier beschriebene Innehalten ist Weg und Ziel gleichermaßen. Es erscheint wie ein Geheimnis, dem sich das Buch Schritt für Schritt nähert. Dabei entwickelt es einen praktischen Übungsweg die Stufen des Innehaltens: - Innehalten öffnet in kleinen und großen Pausen einen Raum für Achtsamkeit, offene Wahrnehmung und Wahlfreiheit. - Innehalten führt zum Erleben einer lebendigen Stille zur Präsenz. - Selbst während einer Tätigkeit können wir innehalten. Dazu bedarf es keiner Extrazeit. - Als Nicht-Tun im Handeln führt Innehalten zu einer frei ausbalancierten Haltung: wir gehen freier, gelassener und aufrechter durchs Leben. Innehalten erweist sich dabei als eine Grundfunktion des Nervensystems und zugleich auch als Grundlage aller spirituellen Wege der Achtsamkeit. Das Buch zeigt die zahlreichen Verbindungen zwischen moderner Naturwissenschaft und Spiritualität auf und führt beide einander näher.

Der Autor Helmut Rennschuh ist gelernter Diplom-Physiker. Nach seiner Ausbildung zum Lehrer der Alexander-Technik hat er sich neben seiner Unterrichtstätigkeit einem intensiven Umlernprozess am Klavier gewidmet und dabei das Potential des Nicht-Tuns entdeckt. Weitere Bücher: Das Richtige geschieht ganz von allein (2010) und Klavierspielen, Alexander-Technik und Zen (2011).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 07.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783899017762
    Verlag: J. Kamphausen
    Größe: 1533 kBytes
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Innehalten

Abschnitt 2

Achtsamkeit

Einblick 2
Unser formbares Gehirn als Ergebnis der Evolution

Der Komplexität unseres Gehirns nähert man sich am besten durch einen Blick auf seine Evolution, die sich in enger Verbindung mit der Evolution des gesamten Körpers über Millionen von Jahren entfaltet hat. Wir tragen nicht nur Spuren dieser Evolution in uns, sondern wir können uns als eine Synthese aller in der Evolutionskette vor uns liegenden Lebensformen verstehen. Das lässt sich am deutlichsten an unserem Gehirn ablesen. Seine Teile werden manchmal nach ihrer Entwicklungsgeschichte benannt: Reptiliengehirn, (Ur-)Säugetiergehirn und Primatengehirn. Die im Deutschen üblichen Bezeichnungen, die wir auch in den folgenden Kapiteln verwenden werden, sind kursiv gedruckt.

Drei Schichten unseres Gehirns wölben sich - vergleichbar den Jahresringen eines Baums - übereinander, wobei die älteste direkt über der Wirbelsäule liegt, wie eine Art Verlängerung des Rückenmarks:

- Das Stammhirn (der Hirnstamm) wird auch Reptiliengehirn 1 genannt und steuert lebenserhaltende Grundfunktionen des Körpers wie Herzschlag, Atmung und Wach-Schlaf-Rhythmus 2 , auch Instinkte und Reflexe sind hier fest installiert. 3 Es entwickelte sich vor über 500 Millionen Jahren. 4 Ähnlich alt (300 bis 500 Millionen Jahre) 5 ist das Kleinhirn. Es liegt hinter dem Hirnstamm, steuert Bewegungen, sorgt für ihre Feinabstimmung und empfängt eine Flut von uns unbewusst bleibenden, sensorischen Informationen über Körperhaltung und Bewegung. 6

Darüber wölbt sich

- das limbische System (Mittelhirn) 7 , auch Vogel- und Säugetiergehirn 8 oder paläomammalisches Gehirn 9 (Ursäugetiergehirn) genannt. Hier werden Gefühle, aber auch so grundlegende Funktionen wie Körpertemperatur, Verdauung 10 und unser unwillkürliches autonomes Nervensystem gesteuert. Es entwickelte sich vor 150 bis 300 Millionen Jahren und erreichte vor ca. 250000 Jahren den Höhepunkt seiner Entwicklung. 11

Darüber legt sich

- die Großhirnrinde (kurz Kortex), auch Primatengehirn 12 oder neomammalisches Gehirn 13 genannt. Sie entwickelte sich vor etwa 3 Millionen Jahren. 14 Hier sitzt unser Bewusstsein mit bewusster Wahrnehmung und Steuerung willkürlicher Bewegungen, mit unserem Denken und unserem Sprachvermögen. 15

Bei uns Menschen hat sich insbesondere der vordere, hinter der Stirn liegende Teil dieser Schicht in einzigartiger Weise weiterentwickelt 16 , wir wollen ihn daher im Folgenden wie eine Extraschicht behandeln:

- Die präfrontale Rinde (Frontallappen) steuert diejenigen Funktionen, die uns als Menschen auszeichnen: Hier wird unser "Ich" gebildet, unser Selbstbild, hier geschieht Planung. 17 Unser Arbeitsgedächtnis (für kurzzeitiges Erinnern), eine übergeordnete Selbstregulation unseres Verhaltens 18 und die Steuerung unserer Aufmerksamkeit haben hier ihren Sitz. 19 Außerdem geschehen von hier der Ausgleich unserer Emotionen und die Einstimmung auf andere Menschen. 20 Zusammenfassend könnte man es als den Ort unserer bewussten Steuerung bezeichnen.

Unser Gehirn ist ein unüberschaubares Netzwerk aus ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen 21 und ihren Verbindungen untereinander. Das Erlernen neuer Verhaltensweisen entsteht durch die Fähigkeit, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu bilden. Diese Formbarkeit des Gehirns nimmt von den älteren zu den neueren Gehirnteilen hin immer weiter zu. Daher zeichnet sich das menschliche Gehirn, bei dem die Großhirnrinde etwa zwei Drittel der gesamten Hirnmasse ausmacht, durch eine besonders hohe Plastizität aus.

Tiere wi

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