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Wenn das Herz nicht mehr Schritt hält Herzinfarkt: Der Sturz aus dem Leben und mein Weg zurück von Föste, Karl-Heinz (eBook)

  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
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Wenn das Herz nicht mehr Schritt hält

Herzinfarkt! Karl-Heinz Föste hatte die Risikofaktoren ignoriert: Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, Übergewicht, Dauerstress rundum, alles schaffen wollen. Dann der unerkannte Krankheitsverlauf, Fehldiagnosen, vier Stents, eine Bypass-OP, die Reha, Rückkehr in den Alltag. Turbulenzen eines Ausnahmezustandes, in Episoden authentisch erzählt.- Extra: Mit Hinweisen des Psychiaters und Psychologen Univ. Doz. Dr. Dr. Reinhard J. Boerner über die Psychosomatik bei Herzkrankheit und medizinischen Infos des Kardiologen Dr. med. Hanno Schnoor.
Ganz plötzlich - das Herz macht nicht mehr mit
Was ein Herzpatient zwischen Angst, Hoffnung und Gesundwerden erlebte
Mit Experten-Infos aus Medizin und Psychosomatik

Karl-Heinz Föste, geb. 1958, ist Jurist, schreibt Glossen, Gedichte und Kurzgeschichten. Er lebt mit seiner Familie in Siek/Norddeutschland.
Univ. Doz. Dr. med. Dr. scient.pth. Dipl.-Psych. Reinhard J. Boerner leitet das Zentrum für Psychologische und Psychosoziale Medizin in Quakenbrück; ist Dozent an der Sigmund-Freud-Universität in Wien.
Dr. med. Hanno Schnoor ist Kardiologe mit Praxis in Ahrensburg/Norddeutschland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641123802
    Verlag: Kösel
    Größe: 478kBytes
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Wenn das Herz nicht mehr Schritt hält

1 VORGESCHICHTE

"Vielleicht hat es Wendepunkte gegeben ..."

Wenn ich heute in den Spiegel schaue, sehe ich einen Mann mittleren Alters, sehr schütteres, stark angegrautes Haar und untersetzt. Geboren wurde ich 1958 im Zuge der geburtenstarken Jahrgänge zwischen der "schlechten Zeit" und dem Wirtschaftswunder, als Taxen noch schwarz waren, das Essen gut, wenn der Teller voll war, und es nur zwei Programme gab. Frauen waren mit 40 Jahren alt, steckten die Haare zum Dutt zusammen und verbargen sich unter schwarz-gemusterten Kittelschürzen. Männer waren noch Kerle, tranken, rauchten und hatten das Sagen. Gegen solcherart Schwarz-Weiß setzten wir Rock 'n' Roll und die aufkeimenden Ideale der "68er". Wir hörten Joan Baez und Bob Dylan, tranken Lambrusco, lasen Hesse, stellten alles Uniforme in Frage und merkten nicht, dass Boots und Parkas auch eine Art Uniform waren. Nicht nur die Raumpatrouille brach in neue Welten auf. Das Leben wurde bunter. Die Liebe und das Leben schienen frei und unbeschwert. Das alles ist längst vorbei. Geblieben ist die fatale Neigung, in vielerlei Hinsicht ungesund zu leben.

Manchmal jedoch schauen die braunen Augen aus dem Spiegel noch immer verträumt auf die kärglichen Reste der vergangenen Welt, auf der Suche nach den alten Idealen. Falls sich aus dieser Zeit etwas bei mir erhalten hat, dann ein wenig Wehmut darüber, dass die Ideale aus der damaligen Aufbruchstimmung in der heutigen Welt nicht mehr zu finden sind. Geblieben aber ist auch der Mut, das Leben offensiv anzugehen – selbst die Krankheit, um die es hier geht. Dieser Mut hat mich manchmal verlassen wollen, aber er kam immer wieder. Und so hoffe ich, diesen Mut mit meiner Geschichte und den Erfahrungen mit der Herzkrankheit an andere weitergeben zu können.

Wann begannen die Gefahren dieser Erkrankung? Drastisch gesagt, fängt die Arteriosklerose, die Gefäßverkalkung, bei vielen schon mit Beginn des Erwachsenenalters an. Nur merkt man über Jahrzehnte hinweg, in denen man durch Rauchen, fettes Essen und mangelnde Bewegung seine Arterien mehr und mehr mit Plaques (Ablagerungen) verklebt, nicht, dass es für den Blutdurchfluss immer enger wird. Wenn man es dann merkt, ist es häufig bereits zu spät, dagegen anzusteuern.

Stress, hoher Blutdruck und ungesundes Essen, Übergewicht, Sorgen und Ängste: In der Erinnerung muss ich mehr als zehn Jahre vor den eigentlichen Ausbruch der Krankheit zurückgehen. Jahre, in denen ich spätestens hätte gesünder leben sollen, um der Gefäßverkalkung vorzubeugen bzw. deren Fortschreiten hinauszuzögern. Einen Zeitpunkt X, an dem man einen besonderen Auslöser oder einen Punkt ohne Wiederkehr festmachen könnte, gibt es nicht. Vielleicht hat es Wendepunkte gegeben, die Anlass hätten sein können, das bisherige Leben und die eigenen Gewohnheiten einmal auf den Prüfstand zu stellen. Aber wer macht das schon?

Möglicherweise fing es bei mir schon mit dem Start ins Berufsleben an, als die Bewegung zu Fuß und mit dem Fahrrad weniger und die Zeit am Schreibtisch dafür sehr viel mehr wurde. Vielleicht aber begann es mit den Sorgen, als wir Eltern wurden. Stress, Sorgen, Existenzängste. All das fängt für viele mit der Mehrbelastung und der Verantwortung für die eigene Familie an. Wenn ich so weit zurückgehe, muss ich mit dem Frühjahr 1994 beginnen, an dem frühmorgens der Traum von der Familie begann. Unser Sohn wollte geboren werden.

Unser alter Golf sprang nicht an. Ich drehte hektisch am Zündschlüssel herum, tippte nervös mit dem Fuß gegen das Gaspedal, aber nichts tat sich. Meine Frau saß gelassen auf dem Beifahrersitz, die Hände übe

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