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Reise & Reportage Die Fotoschule für Bilder, die Geschichten erzählen von Bongard, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2016
  • Verlag: Franzis
eBook (ePUB)
29,99 €
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Reise & Reportage

In diesem Buch erfahren Sie, wie Sie mit Ihren Bildern spannende Geschichten erzählen, welche Ausrüstung unterwegs wirklich sinnvoll ist und wie Sie Ihren fotografischen Blick schulen, um den entscheidenden Augenblick zu erkennen und festzuhalten. Die Reisefotografie, und eng verwandt die Reportagefotografie, bannt spontane Eindrücke und Emotionen in ausdrucksstarke Bilder. In faszinierender Unmittelbarkeit werden Landschaften, Menschen und Schicksale in Fotos festgehalten. Halten Sie in Ihren Bildern Erinnerungen lebendig und versehen Sie Ihre Bilder mit einer eigenen Bildsprache. Erzählen Sie spannende Geschichten in unterhaltsamen Fotoshows und spannenden Fotobüchern. Unsere beiden Autoren Peter Bongard und Andreas Pacek werden Sie in diesem Buch mit ihren unterschiedlichen fotografischen Ausrichtungen inspirieren. Bongard versus Pacek bedeutet analoge Schwarzweißfotografie versus digitale Farbfotografie. Erleben Sie, wie verschiedene Techniken Geschichten ganz anders in Szene setzen. Mit einem Würfel zufällig ausgewählte Reiseziele: Damit wenden sich die Autoren von den üblichen, fremdbestimmten Motivvorstellungen ab. Ihre Motive sind unerwartete Naturschönheiten und die nackte Realität des Lebens. Selbstverständlich beinhaltet dieses Buch eine fundierte Fotoschule. Die beiden Autoren zeigen Ihnen, wie Sie ein lohnendes Motiv auf Anhieb erkennen, wie Sie mit optimalen Einstellungen situativ richtig arbeiten, und schulen Sie in professioneller Bildgestaltung. Praxisorientierte Tipps zur Kameraausrüstung und wichtige rechtliche Hinweise zur Fotografie runden das Buch ab. Lassen Sie die Fotos Ihrer nächsten Reise oder einfach nur Ihres nächsten Spaziergangs für sich sprechen. Peter Bongard arbeitete lange als Fotograf und Redakteur bei einer Tageszeitung und ist inzwischen als Presse- und Öffentlichkeitsreferent bei der Evangelischen Kirche tätig. Er fotografiert sowohl beruflich als auch privat am liebsten auf Film. Außerdem ist er Jazzpianist, mag mechanische Messsucher- und Mittelformatkameras und zieht oft spontan mit minimalem Equipment los. Sein Credo: Zu viel Technik lenkt ab und bringt Hektik in die Fotografie. Der Mensch und das Menschliche sind ihm bei der Fotografie am wichtigsten. Er mag Bilder, die etwas über die Seele seines Gegenübers aussagen. Er arbeitet am liebsten mit vorhandenem Licht. Seine Fotos, die in diesem Buch zu sehen sind, entstanden zu 99 Prozent auf klassischem Film. Andreas Pacek ist Informatiker, hatte schon im Studium Berührung mit Bildgestaltung und -bearbeitung und arbeitet heute als Informatiker und Fotodesigner. Er plant seine aufwendigen Fototouren minutiös durch. In seinem Gepäck hat er ein ganzes Arsenal an Spiegelreflexkameras, Objektiven und Stativen und macht sich die Vorzüge der digitalen Fotografie gezielt zunutze: Er liebt leuchtende Farbstimmungen und verleiht seinen Landschaftsfotos durch gezielte Bildbearbeitung eine beeindruckende Plastizität. Die Ergebnisse seiner fotografischen Exkursionen durchs Rheintal, nach Schottland oder Island zeigt Pacek in Multivisionsshows oder in den Bildbänden, die er bereits veröffentlicht hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 11.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783645223355
    Verlag: Franzis
    Größe: 30340 kBytes
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Reise & Reportage

1. IMMER DEM WÜRFEL NACH

Die majestätischen Alpen, das raue Wattenmeer, die vielen geschichtsträchtigen Bauwerke - unser Land hat zahllose Sehenswürdigkeiten, mit denen man ganze Bildbände füllen könnte. Doch was ist mit dem fotografischen Niemandsland? Mit denjenigen Gebieten, in die sich kaum ein Tourist verirrt und die nicht gerade vor plakativen Motiven strotzen?

Immer dem Würfel nach. Unser Fahren nach Zahlen beginnt.

Nikon D700 58 mm f/4 1/160 s ISO 640
Eine Reisereportage mit 21 Augen

Die Idee zu einer Fahrt ins Ungewisse hatten Andreas Pacek und ich schon vor einigen Jahren. Unsere Idee: Wir brechen zu einem zehntägigen Trip auf und würfeln aus, wohin die Reise geht. In den nächsten Jahren hatte sich die Schnapsidee konkretisiert. Lange haben wir darüber diskutiert. Als dann im Oktober 2014 die Würfeltour immer näher rückt und mein Kollege immer aufgeregter wird - und schon nach Mitteln gegen Seekrankheit für die eventuelle Überquerung des Ärmelkanals fragt -, bin ich noch nicht so recht in Stimmung. Meine Familie, die sonst hinter meinen Projekten steht, kann mit diesem Würfelhumbug wenig anfangen, und ich selbst fange auch an zu zweifeln. Der Sommerurlaub liegt erst wenige Wochen zurück und war eher Arbeit als Erholung. Ich bin im Stress, viele Projekte sind noch nicht abgearbeitet. Während sich die Vorfreude meines Kollegen immer weiter steigert, überlege ich bis zum letzten Tag, ob ich das Projekt doch abblase und wie ich das am besten anstelle, ohne ihn zu kränken.

An einem herrlichen Samstag Mitte Oktober höre ich dann den Klang des Unvermeidlichen - es klingelt, und Peter steht freudestrahlend vor der Tür. Na gut. Was soll's, es gibt Schlimmeres, als auf eine Fototour zu fahren.
Kleines Regelwerk für die Fahrt ins Ungewisse

Zeit für ein kleines Regelwerk:

Jede Etappe beginnt mit zwei Würfeln.

Der erste Wurf entspricht der Entfernung (Augenzahl mal 100).

Der zweite Wurf legt die Himmelsrichtung fest (1: Norden, 2: Osten, 3: Süden, 4: Westen, bei 5 und 6 werfen wir noch einmal).

Falls unser erster Wurf also eine 5 und der zweite eine 2 ist, bedeutet das: Wir fahren 500 Kilometer in Richtung Osten.

Zwei Ausnahmen gibt's: Jede Entfernungszahl (1 bis 6) darf auf unserer Reise nur einmal vorkommen. Und die gewürfelte Himmelsrichtung darf nicht das Gegenteil derjenigen sein, die wir am Tag zuvor gewürfelt hatten (um die gleiche Strecke des Vortags nicht wieder zurückzufahren). Wenn wir an Tag 3 also nach Norden aufbrechen, können wir am vierten Tag nicht wieder den gleichen Weg zurück nach Süden fahren. Dann muss noch mal gewürfelt werden.
Ausrüstung und Feintuning des roten Fadens

So weit die Regeln. Als roter Faden, dem wir auf der Tour folgen wollten, reichte uns das aber noch nicht. Deshalb überlegten wir uns Folgendes: Andreas Pacek dokumentiert die Reise ausschließlich in Farbe und digital. Peter Bongard beschränkt sich auf zwei Analogkameras (eine Leica MP und eine Rolleiflex-Mittelformatkamera), Normalbrennweiten (35 mm und 50 mm) und Schwarz-Weiß-Film (Kodak Tri-X 400). Eine Leica M6 hatte Peter Bongard als Backup dabei.

So sah unsere Ausrüstung inklusive der Backup-Kameras aus - vom jeweils anderen Fotografen aufgenommen.

Und schließlich wollten wir auf unserem gewürfelten Roadtrip nicht nur Land, sondern auch Leute kennenlernen. Pro Etappe machten wir uns deshalb auf die Suche nach einem Paar - egal ob Mann/Frau, Mutter/Sohn, Freund/Freundin - und fotografierten die beiden, möglichst im gleichen Moment in Farbe und in Schwarz-Weiß. Diese Paarfotos sind unsere Wegmarken auf unserer Reise immer dem Würfel nach. Menschen, die bisweilen spannende, rührende, skurrile Geschichten zu erzählen hatte

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