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Der Boden - das verborgene Universum zu unseren Füßen von Sperl, Ina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.12.2019
  • Verlag: Merian / Holiday, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag
eBook (ePUB)
14,99 €
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Der Boden - das verborgene Universum zu unseren Füßen

Der Boden: Er bildet die Grundlage für das ganze Leben auf der Erde - von der freien Natur, über die bewirtschafteten Felder bis hin zum eigenen Garten. Dafür hat er mehr Aufmerksamkeit verdient: Wer genauer hinsieht, wird erkennen, dass der Boden ein faszinierender Mikrokosmos für sich ist. Hier ereignen sich wirklich erstaunliche Dinge: So sorgen zahlreiche Kleinstlebewesen dafür, dass Nährstoffe aus Mineralstrukturen und abgestorbenen Pflanzenteilen gelöst werden und machen sie so für Pflanzen verfügbar. Dieser erzählende Ratgeber nimmt den Leser mit auf die Reise in die Welt unter unseren Füßen und erklärt anschaulich das Zusammenspiel zwischen Bodenlebewesen, Düngung, Bodenbearbeitung sowie gesunden Pflanzen. Es ist spannend zu sehen, welche Einflüsse die industrielle Landwirtschaft auf die Böden der Äcker und der Natur hat. Und ganz nebenbei gibt es praktische Tipps, wie man das Bodenleben im eigenen Garten fördern kann und in der Folge mit prächtigen Pflanzen belohnt wird. Ina Sperl studierte Kunstgeschichte und Ethnologie in Aachen, Münster, Manchester/UK und Leiden/NL. Seit 1999 arbeitet sie als Journalistin und schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine (z. B. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, WDR Print, Garten Design Inspiration, Gartenpraxis, Gardens Illustrated). Gärten und Gärtnern sind ihre Leidenschaft (seit 2001 Gärtnern auf Kölner Balkons, seit 2013 eigener Garten). Sie hat bereits verschiedene Gartenbücher bei Ulmer veröffentlicht (Wildobst – Schlehe, Hagebutte und Co. Für meinen Garten; Grüne Leidenschaften – 16 Gartenprofis ins Beet geschaut; die Vielfalt kehrt zurück – Alte Gemüsesorten nutzen und bewahren).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 02.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783833872464
    Verlag: Merian / Holiday, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag
    Serie: GU Garten
    Größe: 67660 kBytes
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Der Boden - das verborgene Universum zu unseren Füßen

BODEN IST VIELSCHICHTIG: ER HAT GANZ UNTERSCHIEDLICHE FUNKTIONEN

3,6 MILLIARDEN

In einem Teelöffel voller Gartenerde tummeln sich unvorstellbar viele Bakterien. Sie sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

BODEN IST WANDEL

Auch wenn er statisch scheint, verändert er sich ständig. Wind und Regen tragen ihn ab, organisches Material wird zu neuem Humus.

Ein Teelöffel voll Erde. Schwerer als gedacht. Sechs Gramm bringen die braunen Krümel auf die Waage. Die Erde duftet leicht moderig, nach Vergänglichkeit, aber auch nach Wachstum. Sandkörnchen befinden sich darin und kleine Pflanzenstücke, einen Zentimeter lange Halme und Teile von Blättchen, schon braun und weich, im Vergehen begriffen. Zwischen den Fingern lässt sich die Erde zusammendrücken, die Klümpchen kleben aneinander wie trockener Kuchenteig und färben die Finger braun. Partikel, die sich unter die Fingernägel setzen, lassen sich nur schwer wieder wegbürsten. Das Häufchen Erde sieht unbelebt aus. Doch der Eindruck täuscht - auch wenn kein Wurm, keine Assel und kein Springschwanz mit auf den Teelöffel gekommen sind. In diesen sechs Gramm ist unvorstellbar viel Leben. Gut, dass menschliche Augen nicht alles sehen können, denn unser Hirn wäre heillos überfordert: Rund 3,6 Milliarden Bakterien tummeln sich in diesen Klümpchen - 600 Millionen pro Gramm Erde. Bakterien, die dazu beitragen, dass der Boden fruchtbar ist. Winzige Bodenalgen leben in einer Gemeinschaft mit ihnen und auch unsichtbare Pilzfäden durchziehen die Krümel.

Der Boden unter unseren Füßen lebt. Wer nicht gärtnert, nimmt das kaum wahr. Aber auch wer regelmäßig mit Erde zu tun hat, Gemüse anbaut, Bäume pflanzt oder Häuser baut, erhascht nur einen kleinen Einblick in dieses unbekannte Universum. Da springen winzige Tiere weg, Würmer winden sich, Asseln laufen behände unter einen Stein. Gräbt man tiefer, fallen die Schichten auf. Unter dem dunklen Humus-Horizont wird es gelb und lehmig, grau und steinig oder sandigporös. Noch tiefer liegt das Gestein, aus dem sich der Boden gebildet hat. Ein solcher Querschnitt zeigt, wie dünn die fruchtbare Schicht ist. Manchmal kaum mehr als eine Handbreit Humus, in dem Pflanzen wurzeln können. Im Vergleich zum Durchmesser der Erdkugel ist die Hülle, von der alles Leben abhängt, hauchdünn.

Dennoch wird der Boden als selbstverständlich hingenommen. Er ist da, trägt Menschen und Häuser. Autos fahren auf ihm, Weizen und Bäume wurzeln in ihm. Keller sind vom Erdreich umgeben, Tunnel führen mitten durch ihn hindurch.

Gärtnerglück: Bei guter Planung können auch wenige Quadratmeter Boden eine reiche Ernte hervorbringen. Dann ist kaum mehr Erde zu sehen im Gemüsebeet.
RESSOURCE UND DENKMAL

Für die Landwirtschaft ist Boden eine Ressource. Wertvoll ist hier die fruchtbare Erde: dicker Mutterboden mit viel Humus, der dem Weizen die Nahrung zum Wachsen gibt und Kohlköpfe groß werden lässt. Die Erde muss Ertrag bringen, denn von der erwirtschafteten Summe pro Hektar lebt der Betrieb. Je nach Lage und Beschaffenheit kann dieser Wert ganz unterschiedlich ausfallen. So hatte ein Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche im Saarland 2017 einen Kaufwert von 10000 Euro, in Bayern von mehr als 60000 Euro.

Künftig dürfte sich der Wert des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens vervielfachen. Denn kaum mehr als ein Drittel der Erdoberfläche, die nicht von Wasser bedeckt ist, lässt sich überhaupt landwirtschaftlich nutzen - rund 34 Prozent des Festlands. Für einen intensiven Landbau eignen sich allerdings nur zwölf Prozent. Rein rechnerisch entfallen derzeit noch ausreichende 2000 Quadratmeter auf jeden Menschen - eine Zahl, die jedoch im Verhältnis zur steigenden Bevölkerungszahl rapide sinkt ( ). Denn Boden ist endlich, er wächst nicht proportional mit. Im Gege

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