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Gebt der Wildnis das Wilde zurück! Ein Mann der Berge kämpft für die Natur von Fèro (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.08.2014
  • Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
eBook (ePUB)
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Gebt der Wildnis das Wilde zurück!

Fèro (Ferruccio Valentini) wuchs mitten in den Dolomiten auf und verbrachte seine erste Lebenshälfte als Hirte, Senner, Jäger und Kräutersammler. Er entschloss sich, als einziger Mensch im entlegenen Gebiet des Tovelsees zu leben und sich mit Pflanzen, Tieren und Steinen zu verbinden. Als im Jahr 2009 die Dolomiten UNESCO-Welterbe wurden und seitdem die Natur immer mehr dem Tourismus weichen muss, begehrt er auf. Aus dem wortkargen Kräuterweisen wird ein Kämpfer für eine intakte Wildnis der Berge. Er wird politisch aktiv, muss aber immer wieder vor Bürokratie und Gewinnsucht kapitulieren. Seine Erläuterungen über den Wert der Wildnis sowie seine Erzählungen über einzigartige Erfahrungen mit Bären, Gämsen und heilenden Kraftpflanzen sind die Geheimnisse eines der letzten Waldmenschen der Alpen. Fèros Freund, der Südtiroler Naturkenner Michael Wachtler, beschreibt in dieser Biographie Fèros Freiheitswillen, seine Naturweisheit und den unermüdlichen Einsatz gegen die Ausbeutung der Dolomiten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 06.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783440146439
    Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
    Größe: 17211 kBytes
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Gebt der Wildnis das Wilde zurück!

Er wusste natürlich: Um zu jagen, bedurfte es Prüfungen und Genehmigungen. Genauso zum Fischen. Seine Gedanken kreisten: Gesetzt den Fall, es gäbe in einem abgelegenen Tal einen Menschen, der nie mit anderen in Kontakt gewesen ist. Der weder Gewehr noch andere moderne Errungenschaften kennengelernt hat und sich auf äußerst natürliche Weise ernährt, wie er es schon sein ganzes Leben lang einfach tat. Was würde passieren, wenn er "entdeckt" werden würde?

Die Behörden würden ihn darauf aufmerksam machen, dass in unserer zivilisierten Gesellschaft Bestimmungen zum "Wohle der Menschen" eingeführt wurden. Sie würden ihn darüber aufklären, dass er von nun an nicht mehr als eine bestimmte Menge Pilze oder Pflanzen sammeln dürfe. Dass er Fische und Tiere des Waldes erst nach vielerlei Prüfungen und das nur zu besonderen Zeiten und nach einer von einer Behörde festgelegten Anzahl jagen könne. Außerdem müsse er seine Art und Weise zu leben genehmigen lassen.

Was wäre die Folge? Dieser Mensch würde innerhalb kurzer Zeit Hungers sterben oder in der Kälte zu Tode kommen.

Doch es blieb Fèro keine Wahl: "Ich machte mich daran, mir die nötigen Papiere zu besorgen, und ersuchte, zur Jagdprüfung zugelassen zu werden. Nur auf diese Weise konnte ich im Sinne der Gesellschaft zum Jäger werden. Auch einen Jagdhund brauchte ich.

Ein Freund von mir sagte, dass in einem nahe gelegenen Ort jemand einen Setter von Rasse habe. Am nächsten Tag brach ich nach Bolentina, dem besagten Dorf, auf. Ich läutete an der Haustür und brachte mein Anliegen vor. Der Mann führte mich in den Hof und da sah ich einen Hund von einer außerordentlichen Schönheit. Ich dachte mir, das ist sicherlich nicht jener Hund, den er zu verkaufen gedenkt.

Er aber sagte: ‚Das ist er!'

Ich glaubte erst, dass er mich verspottet. Doch dann fragte ich ihn: ‚Wie viel willst du?'

Er nannte eine bestimmte Summe. Ich gab ihm wesentlich mehr. So war es für mich richtig. Die nächsten Tage lernte ich den Rassehund an. Er war sehr ungestüm, und deshalb brachte ich ihm Überlegtheit und Ruhe bei. Nach einigen Monaten war er darin so ausgezeichnet, wie er schön war.

Mit meinem Freund Celestino fuhr ich dann ins österreichische Ferlach zum Büchsenmacher Anton Sodia. Ich sagte ihm, dass ich mir als Gravur an der Seitenplatte einen Auerhahn vorstelle. Und auf den Seiten eine Gämse und ein Reh. Sodia versprach, die Gravuren am Gewehr mit höchster Kunstfertigkeit auszuführen.

Im Herbst begann ich, mit meinem Hund das Gebiet rund um den Tovelsee der Länge und Breite nach zu durchstreifen. Ich lernte dabei noch inniger die Gewohnheiten des Auerhahns kennen, ebenso die Eigenheiten der Rehe und Gämsen. In dieser Zeit beschloss ich, mich voll und ganz der außerordentlichen und tiefgründigen Welt der freien Natur zuzuwenden, einem Adler gleich. Mit all meinen Instinkten. Dabei jedes Leben achtend – jenseits naturfremder bürokratischer Regeln.

Öfter als je zuvor beobachtete ich die Gämsen, wie sie mit Sorglosigkeit und in grenzenloser Freiheit über die steilen Felshänge sprangen. Von Zeit zu Zeit traten sie Felsplatten los, so als wollten sie ihre angestammten Rechte lautstark verdeutlichen. Ich sah zu und freute michüber ihre Selbstsicherheit. Manch Reh oder Gämse zeigte selbst im Tod noch Charakter und Freiheitswillen. Den eigentlichen Bewohnern der Natur muss man zugestehen, dass sie ihre Heimat nie verraten.

Am Tovo Giagol fiel mir ein Gamsbock auf, wie ich ihn nie zuvor gesehen hatte. Diese Gämse trieb mich zur Besessenheit. Mehr als fünfzig Mal folgte ich ihren Spur

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