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Wildpflanzen für naturnahe Gärten von Bross-Burkhardt, Brunhilde (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2013
  • Verlag: Cadmos Verlag
eBook (ePUB)
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Wildpflanzen

Wildpflanzen sind robust und pflegeleicht und sie bereichern unser Lebensumfeld mit interessanten Wuchsformen, Blattgestalten und Bluten. Bei Auswahl standortgerechter Arten ergeben sich dauerhafte Pflanzungen, die wenig Pflege brauchen und sich auch gegen Wildwuchs behaupten können. Dazu bieten die Wildpflanzen Nahrung und Unterschlupf fur Bienen, Schmetterlinge, Amphibien und kleine Säugetiere, die Schutz und Förderung brauchen.

Dr. Brunhilde Bross-Burkhardt, Dipl.-Ing. agr., arbeitet seit uber 30 Jahren als Fachjournalistin und Buchautorin sowie als Dozentin im Bereich der Botanik, des Gartenbaus und der Agrargeschichte. Sie gibt ihr fundiertes Wissen uber Wild- und Kulturpflanzen in Veröffentlichungen und Kursen weiter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 01.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840461330
    Verlag: Cadmos Verlag
    Größe: 10771 kBytes
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Wildpflanzen

Das Pflanzenkleid der Erde ändert sich fortlaufend im großen Maßstab und auch im kleinen Gartenraum. Pflanzen breiten sich im Zuge von klimatischen Änderungen aus oder ziehen sich zurück. Sehr viele Faktoren sind dafür verantwortlich, wie sich Pflanzenbestände an einem bestimmten Ort (auf Wiesen, an Wegrändern und in Wäldern) zusammensetzen. Einen starken Einfluss übt der Mensch durch sein Siedeln und Wirtschaften, also durch die Inanspruchnahme des Landes aus. Und er greift aktiv durch das Einbringen von Pflanzen aus anderen Weltregionen und durch züchterische Bearbeitung ein.

Einheimische und eingebürgerte Gewächse

In diesem größeren räumlichen und gesellschaftlichen sowie im zeitlichen Zusammenhang muss auch der Begriff "Wildpflanzen" geklärt werden. Im Prinzip handelt es sich um Einjährige, Zweijährige, Stauden und Gehölze, die in der freien Natur wachsen. Doch welche Pflanzenherkünfte dazuzählen und ob auch durch die Züchtung bearbeitete Wildpflanzen dazugehören, das kommt auf die Sichtweise an. Botaniker verstehen unter dem Begriff nämlich etwas anderes als Staudengärtner. Für die Gärtner sind Wildstauden solche, die nicht züchterisch bearbeitet worden sind und durchaus aus anderen Weltregionen stammen können, während Botaniker darunter einheimische Arten verstehen.

Urwüchsig oder Neophyt?

Als urwüchsig gelten Pflanzen, die vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, also vor 1492, in unserem Gebiet vorkamen und sich eigenständig fortgepflanzt haben. Viele dieser Pflanzen sind vorher aus dem Mittelmeerraum oder aus dem angrenzenden Westasien in unser Gebiet gelangt. Diese Pflanzengruppe der sogenannten Archäophyten wird nach allgemeiner Übereinkunft - etwas vereinfacht - auch als einheimisch bezeichnet.

Alle Arten, die danach in unser Gebiet gelangten, werden demgegenüber als Neophyten bezeichnet. Im üblichen Sprachgebrauch wird der Begriff jedoch etwas anders verwendet, eher mit negativem Beiklang für Pflanzen mit starkem Ausbreitungsdrang, die die heimische Flora bedrängen, also invasive Arten wie Drüsen-Springkraut oder Herkulesstaude.

Unter den Überbegriff Neophyten fallen nicht nur eingewanderte Arten, sondern auch Gartenflüchtlinge, die ursprünglich als Zier- oder Nutzpflanzen in Gärten kultiviert worden sind und sich in der freien Natur ausbreiten, zum Beispiel die Kanadische Goldrute oder die Nachtkerzen, die wir in unseren Gärten nicht missen wollen. Diese Gartenflüchtlinge haben sich auf Dauer in der heimischen Flora eingebürgert. Invasive Arten wie die Goldrute sollten dennoch im Garten nur mit Vorsicht verwendet werden.

Küchenschelle am Naturstandort.

Züchterisch bearbeitete Küchenschelle.

Dieses Buch stellt ursprünglich in Mitteleuropa heimische Arten sowie Neophyten vor, die in etwa im Gebiet von den Alpen bis zur Nord- und Ostsee, vom Plattensee bis zum Rhein vorkommen. Die ausgewählten Ein- und Zweijährigen, Stauden und Gehölze sind so anpassungsfähig, dass sie in den meisten Gärten kultiviert werden können. Auf Pflanzen mit speziellen Standortansprüchen, beispielsweise auf alpine Pflanzen oder Wasserpflanzen, sowie auf Arten, die sich stark vermehren, wurde verzichtet. Allerdings ist nicht jede mitteleuropäische Wildpflanze auch überall in Mitteleuropa heimisch - etwa viele Arten aus dem Osten Mitteleuropas sind im Westen als Exoten zu werten und umgekehrt.

Zuchtformen von Wildpflanzen

In großen Wildpflanzenbeständen sieht man gelegentlich einzelne Exemplare mit abweichenden Wuchseigenschaften oder andersfarbenen oder gefüllten Blüten, beispielsweise weiß blühende Duft-Veilchen, Glockenblumen, Wiesen-Salbei oder Wiesen-Storchschnabel. Pflanzenkenner und -züchter haben solche "Abweichler" von jeher in gärtnerische Kultur genommen, sodann weitervermehrt und als Sorten in den Handel gebracht. Solche Gärtnerauslesen wachsen etwas größer, tra

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