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Schwarzpulver einst und jetzt von Stutz, Herbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Schwarzpulver einst und jetzt

Schwarzpulver hat in unseren modernen Zeiten unverändert seine Faszination als ein reiches Experimentier- und Studienobjekt beibehalten. Das vorliegende Buch charakterisiert und vergleicht die Leistungen historischer mit modernen Pulvern und öffnet einen Weg zur Charakterisierung früher Feuerwaffen. Der Autor spannt den Bogen von den Anfängen bis zum modernen Scheibenschießen mit Vorderladern, gibt eine Übersicht über moderne Produkte, diskutiert ballistische Besonderheiten und präsentiert Anregungen zur Auswahl von geeigneten Geschossen für Vorderlader.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 140
    Erscheinungsdatum: 30.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741216763
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 3310kBytes
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Schwarzpulver einst und jetzt

2. Zusammensetzung und Eigenschaften von Schwarzpulver

Das heute käufliche Schwarzpulver weist die klassische Zusammensetzung von 75% Salpeter (KNO3), 15% Kohle und 10% Schwefel auf. Zur Schwarzpulverzeit variierten die Zusammensetzungen etwas je nach Verwendungszweck und Zeit. So war z.B. in Österreich ( 1 ) die Mischung für Scheibenpulver 80,5/15,5/10, für Gewehrpulver 78,5/14,5/10 sowie für Musketen- und Geschützpulver 76,5/13,5/12,5. In Preußen waren bis zur friderizianischen Zeit die Zusammensetzungen für Musketenpulver 73,6/16,2/10,2, für besonders gutes (extraordinäres) Pulver 78/12,3/9,7 sowie für Pirschpulver 81/12,7/6,3, wobei für Pirschpulver auch der reinere Importsalpeter verwendet wurde. Nach den Befreiungskriegen wurde die Zusammensetzung mit 75/13,5/11,5 angegeben, ab 1831 änderte man dies auf 74/16/10 (2-7).

Der Salpeter ist in diesem Gemisch der Sauerstofflieferant, er hat einen Schmelzpunkt von 334°C und ist nicht hygroskopisch. Die dem Schwarzpulver nachgesagte Feuchtigkeitsempfindlichkeit hat eher historische Gründe, sie war auf Verunreinigungen mit Ca- oder Na-Nitrat zurückzuführen, die beide sehr hygroskopisch sind und in früheren Zeiten herstellungsbedingt als Verunreinigung vorhanden waren ( 8 ). Ca-Nitrat stammte dabei aus dem Grubensalpeter (Gewinnung von Salpeter aus Jauche in Erdgruben), das Na-Nitrat aus dem Chilesalpeter. Beide wurden zu Kalium-Nitrat umgewandelt, dabei konnten die Verunreinigungen mitgeschleppt werden. Heute ist dies kein Problem mehr.

Die Kohle ist der Energielieferant, sie wird bei der Umsetzung im wesentlichen zu Kohlenmonoxid (~5%) und Kohlendioxid verbrannt. Sie bestimmt die Qualität des damit hergestellten Pulvers (9, 10). Gewöhnliche Holzkohle, wie sie zum Grillen verwendet wird, ist dafür nicht geeignet. Man erhält damit zwar ein Pulver, das Lärm und Rauch macht, aber keine konstante Leistung liefert (vor allem, weil Hobbypulverfabrikanten das Gemisch nicht im nötigen Maß verdichten können und bei diesen Arbeiten in der Küche Ärger mit den dortigen höheren Autoritäten bekommen).

Für Schwarzpulver benötigt man speziell hergestellte Kohlen, im allgemeinen aus Weichhölzern (wegen derer lockeren Zellstruktur und gleichmäßigen Zellwänden) wie Faulbaum, Weißerle, Weide, Hasel und ähnliche, die in speziellen Öfen (Retorten) unter Luftabschluss bei niedrigen Temperaturen, etwa um 270-350°C, hergestellt werden. Die Temperatur muss dabei sehr sorgfältig kontrolliert werden, da der Kohlenstoffgehalt und die Verbrennungseigenschaften sehr empfindlich von der Verkokungstemperatur abhängen.

Bei niedrigen Temperaturen erhält man die sog. Rotkohle mit einem Kohlenstoffgehalt von 60-70%, sie ist sehr porös und verbrennt deshalb sehr schnell. Bei der Verbrennung liefert sie einen höheren Anteil an Wasserdampf, sie wurde deshalb für das sog. Nassbrandpulver eingesetzt. Dadurch wurden die Pulverrückstände weich gehalten. Sie sieht etwas rötlich-bräunlich aus, das daraus hergestellte Pulver wurde deshalb in Österreich auch als Braunpulver bezeichnet. Nach ( 11 ) wies eine typische Pulverkohle einen C-Gehalt von 68,4% auf, demnach dürfte es damals bei sehr niedrigen Temperaturen, etwa um 250°C, hergestellt worden sein ( 12 ).

Nach einer anderen Quelle ( 13 ) soll Nassbrandpulver mit einem höheren Schwefelanteil hergestellt worden sein. Das bei der Verbrennung mit entstehende Kaliumsulfid (-5%) ist sehr hygroskopisch, zieht aus der Luft schnell Feuchtigkeit an und soll so die Pulverrückstände weichhalten. Bei höheren Temperaturen erhält man die sog. Schwarzkohle mit Kohlenstoffgehalten um 75-82%, die besten Pulverqualitäten erhält man mit Kohlenstoffgehalten um 78-80%. Nassbrandpulver werden heute nicht mehr hergestellt.

In Preußen wurde für Militärpulver Haselholzkohle, für Pirschpulver Faulbaumholzkohle (preußisch: Schießbeere) verwendet, in Österreich solche aus Weißerle, für Scheibenpulve

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