text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Schicksalsmomente der Schachgeschichte Dramatische Entscheidungen und historische Wendepunkte von Ehn, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.04.2014
  • Verlag: Humboldt
eBook (ePUB)
18,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Schicksalsmomente der Schachgeschichte

So wurde noch nie vom Schach erzählt! Vom ungelösten Rätsel des al-Suli über die Weltsensation 'Schachtürke' bis zu Kramniks Londoner Tragödie im Jahr 2013: Historisch präzise recherchiert und mit seltenem Bildmaterial ausgestattet, gibt dieses Buch einen chronologischen Einblick in schicksalhafte Momente aus über 1000 Jahren Schachgeschichte. Ein Muss für jeden, der Schach liebt!

Michael Ehn ist Inhaber des größten Wiener Spezialgeschäftes für Schach, verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen zum Thema und ist Autor zahlreicher Bücher. Dazu hat der studierte Soziolinguist mehr als 2000 Artikel zu Schachthemen publiziert. Hugo Kastner ist Lehrer an einem Wiener Gymnasium und Schachtrainer. Als Fachbuchautor für Spiele hat er sich durch zahlreiche Veröffentlichungen einen Namen gemacht. Standardwerke wie 'Alles über Schach', 'Schachkompositionen' (mit Michael Ehn) und 'Das große humboldt Schach Sammelsurium' stammen aus seiner Feder.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 14.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783869102610
    Verlag: Humboldt
    Größe: 13781 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Schicksalsmomente der Schachgeschichte

Das Geheimnis des al-Suli

Ein uraltes Manuskript zeigt eine Aufgabe des berühmten al-Suli, die über viele Jahrhunderte nicht gelöst werden konnte. Ein wahres Kleinod der arabischen Schachkunst, das eine Brücke bis zur Gegenwart schlägt. Al-Suli nahm das Geheimnis seiner Inspiration mit ins Grab.
Eine rätselhafte Stellung, 12. Jahrhundert

Aus dem Manuskript des Abu'l-Fath Ahmad al-Sinjari, 12. Jh.
Schwarz ist am Zug, Weiß gewinnt

"Diese Aufgabe ist sehr alt und dennoch konnte weder al-Adli noch irgendjemand anderer sagen, ob sie unentschieden oder gewonnen ist. Noch hat sie irgendjemand erklären oder die Lösung zeigen können, weil sie so schwierig ist. Es gibt niemanden auf der Welt, der sie gelöst hat, außer, wenn ich es ihm gezeigt habe. Ich habe auch nie gehört, dass es irgendjemanden früher gegeben hätte, der dazu fähig gewesen wäre, denn hätte jemand diese Aufgabe gelöst, würde er die Lösung aufgeschrieben haben oder sie jemandem gezeigt haben." So zitiert Abu'l-Fath in seinem Schachmanuskript aus dem 12. Jahrhundert den Schachmeister al-Suli und gibt die ersten beiden Züge, die uns al-Suli verrät, als Hinweis zur Lösung an: 1...Kd5 2.Kb4 Kd6 .

Wahrlich stolze Worte eines Mannes, der sich seines Wissens und Könnens wohl bewusst war. Aber klingen sie angesichts der harmlos wirkenden Stellung nicht wie eine maßlose Übertreibung? Wer war dieser al-Suli, der mit vollem Namen Abu Bakr Muhammad ibn Yahya ibn Abdullah ibn al-Abbas ibn Muhammad ibn Sul Tigin hieß und der vor mehr als tausend Jahren seinen Zeitgenossen ein Rätsel aufgab, das diese nicht zu lösen vermochten? Um diese Fragen zu beantworten, lassen Sie uns in die Zauberwelt des arabischen Schachs eintauchen.

Türkische Handschrift (undatiert), Forschungsbibliothek Gotha
Unter dem Schwert des Islam

In nicht einmal hundert Jahren nach dem Tod des Propheten Mohammed (ca. 570–632) hatten die arabischen Nomadenstämme ein Weltreich errichtet. Das halbe byzantinische Asien, ganz Persien, Ägypten und der größte Teil Nordafrikas bis nach Spanien wurden erobert. Diese geradezu explosionsartige Ausbreitung und religiöse Unterwerfung des halben Mittelmeerraumes durch das "Schwert des Islam" kann als das außergewöhnlichste Ereignis der mittelalterlichen Geschichte bezeichnet werden. Von den Persern übernahmen die Araber etwa im 7. Jahrhundert unter anderem auch das Schachspiel und führten es zu ungeahnter Blüte und Popularität, da sich der Islam im Gegensatz zum Würfeln und anderen Glücksspielen zu diesem Spiel indifferent verhielt. Der Koran erwähnt das Schachspiel nicht explizit, ein Glücksfall der Geschichte, denn der Prophet beurteilte Spiele an sich als überflüssig und als ein Hindernis auf dem Weg der rechten Erkenntnis. In den folgenden Jahrhunderten bildeten sich aufgrund dieser Unsicherheit die gegensätzlichsten Urteile über das Schachspiel. Je nach konservativer oder liberaler Auffassung kamen die Exegeten zum Schluss, dass das Schachspiel verflucht, unbedenklich oder gar nützlich sei. Das half bei der schnellen Verbreitung des Schachspiels, allerdings erhielten die dekorativen Figuren der Perser in den vom Islam beherrschten Regionen abstrakte Formen. Bereits um die Mitte des 9. Jahrhunderts war die Institutionalisierung des Schachs so weit fortgeschritten, dass es regelrechte Kategorien für die Leistungsstärke von Schachspielern gab. Die Schachspieler wurden in fünf bzw. sechs Klassen eingeteilt, die besten Spieler waren in der höchsten Klasse ("Aliyat") versammelt. In dieser Klasse gab es nie mehr als drei

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen