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Auf und davon Wie der Jagdtrieb des Hundes kontrollierbar wird von Nau, Martina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2011
  • Verlag: Cadmos Verlag
eBook (ePUB)
6,99 €
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Auf und davon

In jedem Hund steckt ein Jäger. Ob diese Veranlagung zu einer ausgelebten Leidenschaft wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Hier spielt die Rasse eine große Rolle, aber auch die Erziehung und Sozialisation und die bereits gemachten Lernerfahrungen. In jedem Fall bringt eine ausgeprägte Jagdleidenschaft sowohl für den Hund als auch für den Besitzer große Probleme. Je eher man sie erkennt und damit beginnt sie zu beheben, desto größer sind die Aussichten auf Erfolg. Ein jagdtriebiger Hund ist ein Problem, sowohl für sich selbst als auch für seinen zweibeinigen Besitzer. Der Hund darf nie frei laufen. Zu groß ist die Gefahr, dass er Wild, andere Hunde oder Menschen schädigt. Ein lebenslanger Leinenzwang immer und überall ist jedoch kein artgerechtes Leben für einen Hund. Viele Faktoren spielen zusammen, wenn Hundebesitzer feststellen, dass sie einen jagdtriebiegen Hund haben. Selbstverständlich spielt die Rasse eine große Rolle, bei Mischlingen die Vorfahren. Natürlich kann man hier bereits eine gewisse Vorentscheidung über die zu erwartenden Jagdprobleme treffen. Während des Heranwachsens des Hundes werden entscheidende Weichen gestellt. Gerade im Welpen- und Junghundhalter hat der Besitzer einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Jagdpassion seines Zöglings. Aber selbst wenn man dann feststellt, dass der eigene Hund ein handfestes Jagdproblem hat, dann sollte man nicht zögern das Problem zu lösen. Mit einem konsequenten und systematischen Training sind die Aussichten auf einen zufrieden stellenden Erfolg oftmals gar nicht so gering. Hierzu benötigt man erstens Grundwissen über verschiedene Themenbereiche wie zum Beispiel Jagdtrieb, Lernverhalten und Rangordnung und zweites ein klares Konzept für das praktische Training. Beides will das Buch vermitteln. Martina Nau lebt mit ihren drei Hunden, zwei Nova Scotia Duck Tolling Retrievern und einem Parson Russel Terrier, am Niederrhein. Sie führt dort seit vielen Jahren erfolgreich eine eigene Hundeschule. Ihr Ziel ist es, Menschen und ihren Hunden dazu zu verhelfen, ein richtig gutes Team zu werden. Hierbei lehnt sie starre Erziehungskonzepte und gleichbleibende Methoden ab. Sie vermittelt, wie individuell man mit unterschiedlichen Hundecharakteren umgehen sollte und wie man dabei dem Hund gegenüber immer fair bleibt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 01.02.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840460067
    Verlag: Cadmos Verlag
    Größe: 2117 kBytes
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Auf und davon

Jagdverhalten ist ein absolut normales Verhalten für Hunde. Wir sagen gern: Jagdproblem. Es ist ein Problem für uns, jedoch nicht für unsere Hunde.

Nicht alle Hunde jagen. Es gibt Rassen, aus denen man den Jagdtrieb mehr oder weniger herausgezüchtet hat. Zudem findet man auch in der restlichen Hundewelt immer wieder Individuen, die kaum oder keine jagdlichen Ambitionen zeigen. Aber das ist nicht die Regel. Die meisten Hunde haben einen durchschnittlichen Jagdtrieb, einige auch einen ausgeprägten.

Bevor wir mit den ersten Schritten eines Antijagdtrainings beginnen, sollten wir uns bewusst machen, was Jagen für unsere Hunde eigentlich heißt und, vor allem, wie genial sie für diese Tätigkeit ausgestattet sind. Erst wenn wir dies verstehen, werden wir in der Lage sein, sinnvolles von sinnlosem Training zu unterscheiden. Genau das möchte ich Ihnen mit den nächsten Kapiteln ermöglichen. Damit Sie von Anfang an sich und Ihrem Hund helfen können, den richtigen Weg zu gehen, sollten Sie unbedingt einige Dinge wissen.

Wissenschaftlich ausgedrückt ist der Jagdtrieb der angeborene, ursprünglich aus dem Ernährungstrieb hervorgegangene Drang, geruchlich oder optisch wahrgenommenes Wild aufzusuchen und zu verfolgen.

Das dachten Sie sich schon, nicht wahr? Genau so sieht es auch aus, wenn Ihr Hund mal wieder einem Kaninchen nachstellt. Wir gehen der Sache mit dem Trieb jedoch erst auf den Grund, wenn wir uns anschauen, was genau hinter diesem Ausdruck steht: Ein Trieb ist eine unbewusste, biologisch zweckmäßige Handlung. Sie erfüllt wichtige Lebensfunktionen. Ein Trieb ist sowohl mit körperlichen als auch mit seelischen Vorgängen verbunden. Auch wenn man es kaum glauben mag: Die letzten Sätze bilden den Kernpunkt für ein erfolgreiches Antijagdtraining. Dies ist der Grund dafür, dass wir ein Antijagdtraining - soll es Erfolg haben - auf unsere drei Säulen aufbauen müssen.

Das Wort "Jagdtrieb" ist immer so leicht dahergesagt. Um zu verstehen, was wirklich im Hund vorgeht, muss man wissen, dass es noch andere Triebe gibt, die mit dem Jagdtrieb eng verwandt sind.

Der Beutetrieb ist das zielgerichtete Bestreben, Wild nicht nur zu jagen, sondern auch Beute zu machen.

Der Bringtrieb ist die Bereitschaft, das Beuteobjekt aufzunehmen, zu verschleppen, zu verstecken, zu vergraben oder zur Wurfhöhle zu bringen.

Der Spürtrieb veranlasst den Hund, eine Fährte aufzunehmen und freudig und ausdauernd zu verfolgen.

Der Stöbertrieb ist der Drang, mit allen Sinnen und hoher Nase Witterung aufzunehmen und sie ausdauernd zu verfolgen, ohne Fährten auf dem Boden zu beachten.

Der Bewegungs- und Betätigungstrieb lässt den Hund durch Bewegung oder Betätigung die angestaute Energie entladen.

Diesem Windhund steckt die Jagd im Blut. Man sieht ihm den Spaß daran förmlich an.

Dieser Hund hat Witterung aufgenommen und stöbert...

Praktisch bedeutet dies für uns, dass der Jagdtrieb bei den meisten Hunden vorhanden ist. Er hat nur noch selten mit einem Hungergefühl zu tun oder mit dem Bedürfnis, sich oder seine Welpen satt zu machen, denn Jagen ist für jeden Hund eine selbst belohnende Handlung. So hat es die Natur aus Sicherheitsgründen vorgesehen, denn mit diesen Anlagen muss kein Hund verhungern, wenn er sich irgendwann einmal selbst ernähren müsste. Das heißt, dass der Körper durch die Ausschüttung bestimmter Hormone in eine Art Glückszustand versetzt wird und sich so besser belohnt, als wir es je mit einem Leckerchen, einem Ballspiel oder irgendeiner anderen Belohnung könnten.

Dass es so viele unterschiedliche Triebe gibt, die unsere Hunde zum Jagen veranlassen, sollte uns zu denken geben. Nicht jeder Trieb ist gleichermaßen stark in jedem Hund ausgebildet. Ein Hund, der zum Beispiel einen starken Bringtrieb hat, jagt vorwiegend, um diesen auszulasten; ein anderer kann nicht umhi

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