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Die Magie der Jagd... Erlebnisse und Begegnungen von Rilinger, Lothar C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2015
  • Verlag: Leopold Stocker Verlag
eBook (ePUB)
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Die Magie der Jagd...

Ein 'spätberufener' Jäger schildert anschaulich, warum eine Naturbeobachtung in der Morgendämmerung dem Jägerherz mehr Freude bereiten kann als eine starke Trophäe. Viel wurde schon darüber geschrieben, warum ausgerechnet von der Jagd eine derartige Faszination ausgeht. Lothar C. Rilinger beantwortet diese Frage auf eine sehr persönliche Weise, indem er in 'Die Magie der Jagd' jene Erlebnisse schildert, die ihn zum Jäger werden ließen. Der Autor, Rechtsanwalt in Hamburg und 'spätberufener' Jäger entdeckte schon früh die Liebe zur Natur. Als Knabe unterstützte er den Vater eines Freundes als Treiber bei der Rebhuhnjagd. Später lauschte er mit Begeisterung den Jagderzählungen seiner Freunde. Als die Berufsausbildung endlich abgeschlossen war, gab es für ihn kein Halten mehr: Er erlernte selbst das Weidwerk. Rilinger fasst den Begriff nach bestem Vorbild auf: Jagd ist auch Naturbeobachtung; die Stärke der Trophäe und die Länge der Strecke sind nachrangig, wichtiger sind ihm das jagdliche Erlebnis, das Nachspüren von Fährten und die intensive Auseinandersetzung mit Fauna und Flora. Die Heimat des Autors im Norden Deutschlands ist genauso Schauplatz seiner Geschichten wie die Alpen und das Mittelgebirge.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 190
    Erscheinungsdatum: 05.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783702015787
    Verlag: Leopold Stocker Verlag
    Größe: 14988kBytes
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Die Magie der Jagd...

Der "Adlerhorst" auf der Lachkendlalm

K ennengelernt haben wir uns, der Jäger Sepp und ich, vor langer Zeit. Der Jagdherr, Baron H., hatte zum Tee eingeladen. Wir saßen auf der Terrasse seines Jagdhauses im Hüttwinkltal, die Sonne war schon längst hinter dem Ritterkopf verschwunden, und ein seidig-blauer Himmel überwölbte das Tal. Es war August, die Blattzeit war gerade vorüber, und noch schrien die Hirsche nicht. In der Abenddämmerung sprachen wir über die Jagd in dem uns umgebenden großen Revier, sprachen über die lange Tradition dieses Jagdvereins, der in der Zwischenkriegszeit gegründet worden ist, über längst verstorbene Mitglieder, die wir aus den in den Familien tradierten Histörchen kannten, und erörterten auch die vielen Möglichkeiten, die der Jäger in diesem Dorado vorfindet.

Gebannt hörte ich den Schilderungen dieses erfahrenen und bekannten Waidmannes zu, hatte er mich doch gerade eingeladen, auch in diesem Revier, in diesem Paradies des Wildes zu pirschen. III-er Hirsche wären immer frei, Kahlwild ohnedies und vom Gamswild ganz zu schweigen. Und wie wir Pläne für die kommende Saison schmiedeten, fuhr der Jäger Sepp mit dem Auto vor, um den Jagherrn zur Pirsch abzuholen. Gleich wurde mir der Jäger vorgestellt: "Sie werden noch so manchen Pirschgang mit ihm zusammen machen!"

Doch bis es so weit war, dauerte es noch einige Jahre. Das Revier war zwischen den Jagdherren in einzelne Bereiche aufgeteilt und die jeweiligen Jäger auch. Zuerst pirschten wir im mittleren Revier, hierfür war Sepp nicht zuständig, in diesem Teil führte der gute und treue Lenz. Doch nach seinem viel zu frühen Tod war seine Stelle verwaist, und deshalb zog ich dann mit Sepp los. Und mit diesem Jäger ging es in Revierteile, die ich noch nicht kannte, und wir suchten Ecken auf, die ich noch nicht einmal auf den herbstlichen Wanderungen gesehen hatte.

Sepps Elternhaus sehen wir immer, wenn wir hin zum Schareck schauen. Hinter einem Buckel versteckt liegt es, behäbig, ursprünglich, das alte Hüttwinkltal darstellend. Inzwischen gehört der Betrieb Sepps Bruder, der auch die Landwirtschaft weiter betreibt. Der alte Stall liegt auf einem Sporn und ist weithin sichtbar. Oft, wenn wir frühmorgens zur Pirsch fahren, ist dort schon Licht, ganz früh fängt der Hinterbichlbauer mit dem Tagwerk an, in der dunklen Jahreszeit sogar schon lange vor Sonnenaufgang, aber dafür kehrt dann auch früh am Abend Ruhe auf dem Hof ein.

An den Festtagen gehen die Frauen dieses Hofes in ihren üppigen, oftmals seit Generationen vererbten Festtagstrachten den langen Weg an unserem Heim hoch zur Kirche; und da auch die Frauen von den anderen weit auseinanderliegenden Höfen mit ihren Trachten und Bändern geschmückt zur Kirche gehen, sieht dieser Zug wie ein Pilgerzug aus und wie die Demonstration einer Frömmigkeit, die in den Städten schon längst vergessen worden ist.

Und was für ein Bild ist es immer wieder, wenn diese Frauen, eingezwängt in ihre starren Mieder, kerzengerade in den Kirchbänken sitzen, ein Seidentuch um die Schultern gewunden und im Haar einen flachen, schwarzen Hut mit der geraden Krempe, ja, was für ein Bild ist es immer wieder, diese Frauen anzuschauen, die das seit Generationen tradierte freie Bauerntum repräsentieren, selbstbewusst, auch ein wenig stolz, aber nicht hochfahrend, in ihrer Gläubigkeit eher zurückhaltend und demütig. Sie, die Frauen, die Tracht tragen, diese tradierte Tracht der Rauris, sie sitzen in den ersten Reihen unserer kleinen Barockkirche, immer geschieden von den Männern, denen die rechte Seite der Kirchenbänke vorbehalten ist. Und hinter diesen Frauen dann andere Frauen, auch sie in Tracht, aber nicht mehr in der tradierten Festtagstracht, die ja nicht jede Frau tragen darf, die nur den Frauen der Hofbesitzer vorbehalten ist. Jene Frauen schmücken sich mit Dirndln und Jankern im tradierten Pinzgauerstil oder auch in dem aus anderen Gegenden, und erst hinter diese

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