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Die Weisheit alter Hunde Gelassen sein, erkennen, was wirklich zählt - Was wir von grauen Schnauzen über das Leben lernen können von Radinger, Elli H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2018
  • Verlag: Ludwig
eBook (ePUB)
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Die Weisheit alter Hunde

Der Bestseller jetzt als Taschenbuch
Hunde sind großartig - egal in welchem Alter! Das Leben mit einem alten Hund und die Begleitung in seinen letzten Jahren öffnen unsere Augen und unser Herz. Alte Hunde können uns viel beibringen: Nimm jeden Tag als Geschenk; bereue nichts; kümmere dich um dein Rudel; erkenne, was wirklich zählt; nimm hin, was nicht zu ändern ist; vergib, solange du lebst; du bist nie zu alt für neue Tricks; das Alter ist eine Frage der Einstellung - und vieles mehr. Elli H. Radinger, Wolfs- und Hundeexpertin, erzählt spannende Geschichten, die exemplarisch stehen für Vertrauen, Geduld, Achtsamkeit, Dankbarkeit, Intuition, Liebe, Vergebung und Witz, aber auch für den Umgang mit Trauer und Verlust. Ein warmherziges und verblüffendes Kompliment an den besten Freund des Menschen.

Elli H. Radinger, Jahrgang 1951, gab vor dreißig Jahren ihren Beruf als Rechtsanwältin auf, um sich ganz dem Schreiben und ihrer Leidenschaft, den Wölfen, zu widmen. Heute ist sie Deutschlands renommierteste Wolfsexpertin und gibt ihr Wissen in Büchern, Seminaren und Vorträgen weiter. Seit einem Vierteljahrhundert verbringt sie einen Großteil des Jahres im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark in Wyoming, um wilde Wölfe zu beobachten. Elli H. Radinger lebt mit ihrer Hündin in Wetzlar, Hessen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641229412
    Verlag: Ludwig
    Serie: Heyne Bücher 60540
    Größe: 18009 kBytes
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Die Weisheit alter Hunde

ALTER - EINE FRAGE DER EINSTELLUNG

Der Physiker Albert Einstein hat in seiner Relativitätstheorie den Begriff der Zeit einmal mit dem bekannten »Zwillingsparadoxon« erklärt: Ein Zwilling fliegt mit einem Raumschiff ins All, der andere bleibt auf der Erde. Nach einer gewissen Zeit kommt der Bruder, der ins All geflogen ist, im selben Tempo zurück zur Erde. Dort angekommen, stellen beide fest, dass der Zwilling auf der Erde wesentlich älter ist als sein Bruder aus dem Weltall. Laut Einstein ist das logisch, denn dank der raschen räumlichen Bewegung hat der Astronaut weniger Zeit »verbraucht«.1 Wie schnell oder wie langsam die Zeit vergeht, hängt also davon ab, wie rasch man sich bewegt.

Ich brauche kein Raumschiff, um die Geschwindigkeit der Zeit zu beobachten. Mir reicht mein Hund. Als acht Wochen alter Welpe kam Shira zu mir. Heute - mit dreizehn - ist sie älter als ich. Ich sehe sie an und frage sie: »Wie um alles in der Welt bist du so alt geworden?«

Shira ist in Spendierlaune und wirft mir in ihrer unendlichen Güte einen Blick zu, der sagt: »Schau dich doch selbst an.«

Und sie hat natürlich recht. Auch ich bin älter geworden. Ich weiß nicht, wie Shira sich damit fühlt, älter zu werden. Ich möchte glauben, dass sie es einfach akzeptiert und im besten Fall genießt.

Im Augenblick liegt sie unter meinem Schreibtisch, den Rücken an die Heizung gedrückt. Ab und zu streckt sie ihre Beine aus wie eine Katze, gräbt die Krallen in den Teppich und sieht mich an. Dann schnauft sie tief und schläft weiter. Eine Vorderpfote über die andere gelegt wie zum Hundegebet, ein leises Zucken.

Altern ist Neuland für jeden von uns, unabhängig von der Tatsache, dass die Menschheit es von Anbeginn an getan hat. Es gibt Schlimmeres, als die letzten Jahre unseres Lebens schlafend neben jemandem zu verbringen, den wir lieben, und davon zu träumen, was war und was noch sein könnte.

Shira war ein süßer kleiner Hundewelpe, der mit fliegenden Ohren über die Wiese tollte. Dabei stolperte sie manchmal über ihre viel zu großen Pfoten und kugelte durch das Gras, um sich gleich darauf wieder aufzurappeln und einem Schmetterling nachzujagen, den sie aufgeschreckt hatte. Zum Dahinschmelzen. An die Welpenzeit schlossen sich Pubertät und Flegelphase an. Es folgten viele schöne gemeinsame Jahre mit dem erwachsenen Hund. Und dann kam der Tag, an dem ich feststellte, dass aus dem drolligen Fellknäuel von einst eine Seniorin geworden war, die lieber gemütlich auf der Couch liegt, als Bällen nachzujagen, und deren Gelenke beim Aufstehen ächzen. Im Grunde ging es mir ähnlich. Der einzige Unterschied zwischen uns war, dass Shira im Zeitraffer gealtert ist.

Eine Freundin von mir weigert sich auch mit siebzig noch, sich als »alt« bezeichnen zu lassen. Einer Bekannten wurde zum fünfundsiebzigsten Geburtstag von ihren Kindern eine »Seniorenkreuzfahrt« geschenkt. Sie nahm das Geschenk nicht an, weil sie sich nicht zu den »alten Leuten« zählt.

Ich habe mich mein Leben lang auf das Alter gefreut, das für mich Freiheit von vielen gesellschaftlichen Erwartungen und Zwängen bedeutete. Ich würde endlich alles tun können, was ich will, und die Leute würden milde lächeln: »Schaut mal, die verrückte Alte.«

Den Beginn der Wechseljahre feierte ich mit einer »Red Hot Mamas«-Party. Eingeladen waren ausschließlich Frauen in den Wechseljahren. Wir alle trugen rote Kleider, und es gab scharfe Speisen wie Chili und thailändische Küche.

Heute bin ich siebenundsechzig, und meine Chancen, die gewünschten hundert Jahre zu erreichen, sind statistisch gesehen gut. Natürlich bleibe ich von Alterswehwehchen nicht verschont, genauso wenig wie Shira. Doch an ihrem Beispiel lerne ich, wie positives Altern geht und wie man das Beste daraus macht.

Der älteste Mensch, der jemals gelebt hat, war nach Angaben der Bibel Methusalem, der neunhundertneunundsechzig Jahre alt

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