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Draußen daheim Unvergessliche Jagderlebnisse im In- und Ausland von Eilts, Joachim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2014
  • Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
eBook (ePUB)
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Draußen daheim

Nicht viele Jäger haben ihre Leidenschaft so intensiv in Beruf und Freizeit gelebt wie Joachim Eilts. Und nicht viele verstehen es wie er, ihre Erlebnisse auf zugleich packende und unterhaltsame Art zu schildern. Ob er von abwechslungsreichem Waidwerk in seiner nordfriesischen Heimat erzählt, von fesselnder Jagd im europäischen Ausland oder in Afrika - immer lässt Joachim Eilts den Leser mitfiebern und oft genug herzlich lachen. Dieser Klassiker darf im Regal eines Jägers nicht fehlen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 04.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783440143889
    Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
    Größe: 7323kBytes
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Draußen daheim

September-Dachse

Mitte September. Zwei neun Kilogramm schwere Dachsfähen habe ich vor 14 Tagen beim Ansitz am Pass mit der Flinte bereits erlegt. Jetzt jedoch, eine halbe Stunde vor der Abenddämmerung, sitze ich auf einem nur 20 Meter vom Bau entfernten Hochsitz und bin guter Hoffnung, dass es auch heute wieder klappt, einen Schmalzmann zu erlegen.

Die offene Kanzel befindet sich inmitten uralter Eichen. Gleich mehrere Sonnenlichtbündel strahlen durch die Lücken im Blätterdach und bringen den Waldboden zum Glühen.

Im Baum direkt über mir, das weiß ich, hat die Hohltaube gebrütet. Ohne jede Gegenleistung und völlig kostenlos hat ihr der Schwarzspecht das Kinderzimmer hergerichtet. Bis zum Waldrand sind es gerade mal 30 Meter, und als Waffe führe ich meine bewährte Büchse im Kaliber 7x57 mit lichtstarkem Zielfernrohr.

Die Kontrolle eine Woche zuvor bestätigte: Der mit drei Ausgängen versehene Bau ist befahren. Wie mit einem Besen bearbeitet, führte der nahezu blattfreie, pieksaubere "Pirschweg" direkt ins Innere der Höhle und sprach Bände. Unverkennbar: Hier schleppte ein Dachs trockenes Gras und Getreidestängel an, um seine Winterbehausung auszupolstern.

Vor Jahren hatte ich an einem anderen Bau beobachtet, wie eine alte Dachsfähe mit dem "Nistmaterial" zwischen den Vorderläufen rückwärts in den Bau einschliefte. Ein faszinierender Anblick. Erst während der Dämmerung am letzten Tag im Oktober gelang es mir, sie zu erlegen.

Zurück zu meinem Ansitz. In drei Tagen haben wir Vollmond, und ich richte mich darauf ein, dass sich der Höhlenbewohner erst sehr spät blicken lässt.

Es beginnt dunkel zu werden. Draußen, auf weiter Flur, hat sie ein wenig länger zu tun. Mitten hinein in die Stille flöten zwei Amseln ihr Abendlied.

In der letzten Dämmerungsphase nehmen die bizarren Schatten um mich herum zu. Je länger ich hinschaue, umso ungewöhnlicher präsentieren sie sich. Wenn die Blicke lange genug verweilen, beginnen sich die Objekte zu bewegen. Hexentanz! Ich kenne es und lasse mich nicht täuschen.

Mit Gezeter und Getick ziehen sich die Amseln zur Nachtruhe zurück ins Geäst, und nicht weit entfernt ruft ein Kauz sein Kiewitt. Weil es sich anhört wie "Komm mit", wird er Totenvogel genannt. In den Kronen der Eichen rauscht der Wind, und mein Herz jubelt. Heute Nacht lässt sich der Maskenmann blicken. Ich bin sicher.

Der Himmel ist klar. Nicht mehr lange, und der Mond wird aufgehen. Während ich bei noch guter Sicht mit dem Fernglas abwechselnd zu den drei Öffnungen der Röhren schaue, steigt die Spannung, denn es ist immer wieder etwas Besonderes, wenn sich ein Dachs im allerletzten Licht wie aus dem Nichts schemenhaft auf die Bildfläche schiebt.

Ein Reh! Kaum 25 Meter entfernt schleicht ein Jährling durch die Büsche. Deutlich kann ich sogar mit bloßen Augen das Kurzwildbret erkennen. Eindeutig ein junger Bock.

Apropos Kurzwildbret. Wie war das noch damals? Als eine junge, hübsche Frau während der mündlichen Jägerprüfung zum Thema Kurzwildbret befragt wurde, äußerte sie zu guter Letzt augenzwinkernd, dass dieses allzu kurz jedoch nicht sein sollte ... Klar, dass sie die Prüfung mit Bravour bestand. So viel Fachkenntnis muss ja schließlich belohnt werden.

Als der Waldkauz zum vierten Mal mit schrillem Ruf die Stille unterbricht, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Aber noch tut sich nichts. So vergeht die Zeit. Schließlich ist es stockdunkel. Würde sich der Dachs jetzt blicken lassen, ich könnte keinen sicheren Schuss abgeben.

Knack! Da ist doch was. Aber nicht am Bau, sondern e

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