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Frische Fährte - Jagdgeschichten von Feddersen, Carsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.12.2015
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Frische Fährte - Jagdgeschichten

Der zweite Band des beliebten Autors norddeutscher Jagderlebnisse entführt uns nach Vorpommern. Auf höchst vergnügliche Weise erfahren wir, wie ein Rehbock zweimal starb und zwei Rinder als Jagdhunde erfolgreich waren, wir lesen die Geschichte vom erlegten Ziegenbock und dem Jäger, der durch den morschen Hochsitz brach. Außerdem widmet sich Carsten Feddersen mit besonderer Liebe den Menschen dieses Landstrichs, ihrer auf den ersten Blick rauen, aber immer kameradschaftlichen und hilfsbereiten Art. Carsten Feddersen ist 1961 in Kiel geboren. Schon früh entdeckte er seine Liebe zur Jagd und legte bereits im Alter von 23 Jahren seine Jagdscheinprüfung ab. Mit kurzem Abstecher nach Mecklenburg-Vorpommern lebt der gelernte Bankkaufmann mit seiner Familie heute wieder in Schleswig-Holstein, wo er einen kleinen ökologischen Hof betreibt. Carsten Feddersen ist nicht nur Buchautor, Jäger, Banker, Landwirt und selbstständiger Inhaber eines kleinen Verlages, sondern auch Familienvater von sechs Töchtern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 09.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475545412
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 1454 kBytes
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Frische Fährte - Jagdgeschichten

Wo bitteschön liegt denn Vorpommern?

Mir ist durchaus bewusst, dass diese zugegebenermaßen provokative Frage so manchem einen Laut des Unmutes entlocken wird. Doch, ich muss es zu meiner Schande gestehen, waren auch mir eine lange Zeit Orte und Landschaften in Italien, Spanien oder gar Australien eher ein Begriff als Vorpommern mit Städtenamen wie Greifswald, Grimmen oder Stralsund. Zu meiner Ehrenrettung sei aber auch gesagt, dass uns keinerlei familiäre Beziehungen mit der ehemaligen DDR verbanden und somit aus meiner Sicht auch kein Anlass bestand, sich mit der dortigen Geografie intensiver auseinander zu setzen. Dazu bot der sonnige Süden als ersehntes alljährliches Urlaubsziel für derartige Betrachtungen schon eher einen Grund.

Diese Situation änderte sich für mich jedoch schlagartig mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten; denn dieses Ereignis fiel zeitlich unmittelbar mit meinem erfolgreichen Examensabschluss zusammen. Der Aufbau eines Sparkassennetzes im Osten bot ungeahnte berufliche Möglichkeiten, deren Chancen und Herausforderungen ich gerne annahm. Und, um dies schon vorwegzunehmen, ich habe diese Entscheidung nie bereut. Vorpommern mit seinen riesigen Schlägen und großflächigen Wäldern bietet dem passionierten Jäger und Hobbylandwirt alles, was das Herz begehrt. Und auch die Menschen nahmen uns mit offenen Herzen und durchweg freundlich auf. Die so häufig beschriebene und diskutierte "Wessi-Ossi-Problematik" ist uns in all den Jahren nie begegnet. Doch dazu später mehr.

Am Neujahrstag 1992 fuhr ich dann mit Sack und Pack Richtung Greifswald, um pünktlich am 2. Januar 1992 in der dortigen Sparkasse meinen Dienst anzutreten. Triste, graue Fassaden, mehr oder minder verfallene Häuser säumten meinen Weg. Die kahlen Alleebäume wurden umhüllt von Nebelschwaden, die den Rauch- und Qualmwolken der unzähligen Kohleöfen und der im Zweitakt knatternden Trabbis glichen. Dieses eher düstere Umfeld drückte doch erheblich auf meine erwartungsfrohe Stimmung, und wehmütig dachte ich an meine Frau, die erst einmal in Schleswig-Holstein geblieben war, bis die Unterkunftsfrage zufrieden stellend geklärt sein würde. Auf mich wartete währenddessen ein Zimmer in einem der für damalige Zeiten so typischen Plattenbauten, das die Sparkasse sicherlich in bester Absicht als vorübergehendes Refugium für mich reserviert hatte. Dass dieses "vorübergehend" ein möglichst schnelles Ende nehmen musste, damit ich keine dauerhaften körperlichen oder seelischen Blessuren davontragen würde, war mir bereits nach der ersten schlaflosen Nacht klar. Wie gewohnt öffnete ich kurz vor dem Zu-Bett-Gehen das Fenster, um die frische, kühle Nachtluft zu genießen. Nach einem wahren Kraftakt - und ich bin gewiss nicht schwächlich gebaut - gelang mir dieses Unterfangen endlich. Doch die Freude über dieses glückliche Gelingen schlug im selben Moment in pures Entsetzen um, denn direkt unter diesem Fenster befand sich auf dem davor liegenden Parkplatz scheinbar der Szenetreff der gesamten Umgebung. Aufheulende Motoren, lautes Gehupe, Gegröle und Geschrei drang lautstark in das Zimmer. An dörfliche Ruhe und Idylle gewohnt, war dieser städtische Radau für mich kaum zu ertragen und ließ für die bevorstehende Nachtruhe Schlimmes ahnen. "Schotten dicht" lautete also die Devise. Doch kaum hatte ich mich in dem hermetisch verschlossenen Raum in die Decken gewickelt, traten mir schon die Schweißtropfen auf die Stirn. Verwundert über die plötzlichen Hitzewallungen, forschte ich natürlich nach der möglichen Ursache und berührte den Heizkörper. Mit einem kurzen Schmerzensschrei zog ich die Hand wieder zurück; denn der gusseiserne Wärmespender glühte. Alles Suchen und Tüfteln half nichts. An ein Regeln oder gar Abstellen der Heizung war nicht zu denken, denn es fehlte schlichtweg der Thermostat.

Nach einiger Zeit war die Hitze nicht mehr zu ertragen, und ich riss das Fenst

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