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Hund & Mensch Das Geheimnis unserer Seelenverwandtschaft von Kotrschal, Kurt (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2016
  • Verlag: Christian Brandstätter Verlag
eBook (ePUB)
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Hund & Mensch

Trotz aller technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ist die Sehnsucht nach einer intensiven Beziehung zu einem Hund ungebrochen. Aus gutem Grund: Kinder, die mit Hunden aufwachsen, profitieren massiv in ihrer körperlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung. Hundehalter sind glücklicher, gesünder und emotional stabiler. Hunde schützen uns vor Altersdepression und Vereinsamung. Der Verhaltensforscher und Biologe Kurt Kotrschal spürt der außergewöhnlichen Partnerschaft zwischen Mensch und Hund seit vielen Jahren nach. Auf wissenschaftlicher Basis belegt er, warum Menschen Hunde brauchen, um ganz Mensch zu sein. Denn seine spannenden neuen Erkenntnisse belegen, was Hundehalter seit vielen Jahren spüren. Ohne die Beziehung zu einem Hund ist der Mensch psychisch nicht vollständig. Und: Hunde sind uns noch ähnlicher als bisher angenommen. Kurt Kotrschal, Professor an der Universität Wien und Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Grünau, widmet der Erforschung der Hundeseele fast sein gesamtes Berufsleben. Als Leiter eines Wolfsforschungszentrums in Ernstbrunn beobachtet er Wölfe als ihre nächsten Anverwandten. Sein Buch 'Wolf, Hund, Mensch' wurde 2013 als Wissenschaftsbuch des Jahres ausgezeichnet. Auch nach Dienstschluss begleitet ihn sein Lebensthema: Seine Hündin Bolita weicht kaum je von seiner Seite.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 02.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783710600579
    Verlag: Christian Brandstätter Verlag
    Größe: 3556 kBytes
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Hund & Mensch

EINLEITUNG

Mensch-Hund: Eine wundersam unentbehrliche Beziehung

Hunde bewirken wahre Wunder als Gefährten im Zusammenleben mit Kindern, Alten, aber auch mit Erwachsenen in der Rushhour ihres Lebens. Das meinen nicht nur die überzeugten Hundemenschen, das belegen in beeindruckender Weise auch die wissenschaftlichen Ergebnisse der letzten Jahre.

Wie kann "nur" ein Tier für so viele Menschen derart wichtig sein? Ich bin überzeugt, dass das an unserer langen gemeinsamen Geschichte liegt. Seit mehr als 30 000 Jahren leben so gut wie alle Menschen in mehr oder weniger engem Kontakt zu Hunden. Will man Menschen verstehen, wäre es seltsam, die Beziehung zum Hund nicht mitzudenken und mitzuforschen - manche unter unseren Kolleginnen und Kollegen halten Hunde sogar in vielerlei Aspekten für geeigneter, das menschliche Sozialverhalten zu verstehen, als zum Beispiel die viel näher mit uns verwandten Schimpansen.

Umgekehrt können Hunde nicht verstanden werden, ohne den Menschen mitzudenken. Nicht dass sie es nicht wert wären, um ihrer selbst willen erforscht zu werden. Aber eigentlich ist es nicht zielführend, denn ohne den Menschen gäbe es sie nicht. Und so könnte das hoch konzentrierte Destillat aus diesem Buch lauten: Als domestizierte Wölfe haben sich Hunde derart eng an das Zusammenleben mit uns Menschen angepasst, dass sie als soziale Hybridwesen und Mittler irgendwo zwischen uns und den anderen Tieren stehen. Das ist ein Schluss, der nicht etwa dem vorurteilsbehafteten Hirn eines sentimentalen Hundefreundes entspringt, sondern der von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauert wird.

Wobei die Wissenschaft Hunde in ihrer Beziehung zum Menschen erst spät als Forschungsgegenstand entdeckt hat. Zwar werden Hunde schon länger im Dienste der Wissenschaft eingesetzt, zum Beispiel als Laborhunde, um neue chirurgische Verfahren zu testen, bevor diese am Menschen angewandt werden. Doch die Verhaltens-, Evolutions- und Kognitionsforschung machte lange einen weiten Bogen um privat gehaltene Hunde: Was könne man von einem domestizierten Tier schon lernen? Und all diese Hundebesitzer und -besitzerinnen in ihren anstrengenden Spielarten, all die vielen unterschiedlichen Bedingungen, unter denen Hunde mit ihren Menschen leben ... Das sei nicht untersuchbar, da nicht standardisierbar. So dachten noch vor zwei Jahrzehnten die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen.

Doch dieses Bild hat sich gründlich gewandelt. Ab 1990 machten vor allem Vilmos Csányi, Adam Miklósi, Josef Topál und deren Team an der Eötvös-Universität in Budapest auch privat gehaltene Hunde in der Forschung salonfähig. Den knappen Mitteln geschuldet, erkannten sie in Kumpanhunden eine günstige Ressource zur Beantwortung höchst spannender wissenschaftlicher Fragen, auch was das Sozialleben des Menschen betrifft. Das ungarische "Family Dog Project" wurde zum Vorreiter einer Forschung, die sich rasch um die ganze Welt ausbreitete und die gerade in den letzten paar Jahren noch deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Von all den Gruppen, die sich weltweit mit Hunden beschäftigen, gehören zweifellos die in Budapest und wir in Wien zu den produktivsten. Darum wird hier auch immer wieder von ihren und unseren Ergebnissen zu lesen sein.

Dieses Buch konzentriert sich auf die sozialen und geistigen Fähigkeiten der Hunde und darauf, wie wir Menschen von ihnen profitieren können - und hoffentlich sie von uns. Geistige und soziale Fähigkeiten sind nur aus dem evolutionären Zusammenhang heraus zu erklären. Nicht nur bei Menschen und Wölfen müssen die Ökologie und das Sozialsystem mitgedacht werden, sondern auch bei Hunden. Deren relevanter "ökologischer" Kontext ist der Mensch und seine Kulturumgebung.

Beginnen möchte ich Kapitel 1 mit einer ganz persönlichen Schilderung jener Ereignisse in meinem Leben und meiner Forschung, die mich immer mehr in das Thema Hund- Mensch hineinzogen haben. Außerdem werde ic

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