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Seitwärts Unterwegs Mit Seitengängen richtig gymnastizieren. von Beck-Broichsitter, Johannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2015
  • Verlag: Cadmos
eBook (ePUB)
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Seitwärts Unterwegs

Seitengänge sind DAS zentrale Werkzeug zur dressurmäßigen Schulung und Gymnastizierung des Pferdes. Dieses Buch führt den Leser schrittweise an das Thema Seitengänge heran mit dem Ziel, einerseits ihre Bedeutung zu erkennen, andererseits aber auch eventuelle Berührungsängste vor ihrer Erarbeitung zu verlieren. Dabei ist dem Autor besonders wichtig, dass die Seitengänge nicht als Lektionen verstanden werden, die einem Selbstzweck dienen oder ausschließlich in der Form geübt werden, wie sie in Dressuraufgaben auf Turnieren verlangt werden. Vielmehr soll der Leser die Übungen vom Reiten in Stellung bis hin zur Traversale als unverzichtbare Werkzeuge für die Verbesserung der Feinabstimmung zwischen Reiter und Pferd und letztlich auch für die langfristige Gesunderhaltung des Pferdes und dem Sattel verstehen lernen. Das Buch liefert dazu eine Vielzahl an Vorübungen, Übungsabfolgen und Lösungswegen, von denen jedes Pferd - nicht nur das mit idealen Voraussetzungen ausgestattete Turnierpferd - profitieren kann. Der Reiter wird anhand vieler Beispiele angeleitet, auch ohne Reitlehrer an seiner Seite eine sinnvolle Trainingsstunde zu gestalten, seinem Pferd klare Aufgaben zu stellen und es mithilfe der Seitengänge systematisch weiter auszubilden.

Johannes Beck-Broichsitter hat sich als Dressurausbilder nicht nur in seiner Reitschule Johannenhof in Schleswig-Holstein, sondern bundesweit und auch bei Kursen in den USA, in Kanada, England und Ungarn einen Namen gemacht. Dem Sohn des berühmten Ausbilders Helmut Beck-Broichsitter wurde schon von Kindesbeinen an eine breit gefächerte Grundausbildung zuteil. Immer im Vordergrund standen dabei die klassischen, die Würde des Pferdes respektierenden Grundsätze. Johannes Beck-Broichsitter hat gelernt, über den Tellerrand zu blicken, ohne die Wurzeln zu vergessen, und konnte von Lehrern wie Johann Riegler (ehemaliger Oberbereiter der Spanischen Hofreitschule) ebenso profitieren wie bis heute von Philippe Karl

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 04.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840462511
    Verlag: Cadmos
    Größe: 8804kBytes
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Seitwärts Unterwegs

V om Sinn und Zweck
der Seitengänge

Bevor ich aus der Sichtweise der Praxis heraus ins eigentliche Thema einsteige, möchte ich vorab einige ergänzende Gedanken darstellen, die meine Vorgehensweise beim Unterricht beschreiben und es dem Leser einfacher machen, den Sinn und Zweck der Seitengänge aus meiner Sicht nachzuvollziehen.

Geschichte

Das Zusammenleben zwischen Pferd und Mensch war immer und ist auch heute nach wie vor der jeweiligen Notwendigkeit der Zeit unterworfen. In den rund 6000 gemeinsamen Jahren war das Verhältnis hauptsächlich davon gekennzeichnet, dass das Pferd dem Menschen das Überleben sicherte - sei es als Fleischlieferant oder im Kriegsdienst.

Natürlich war - und ist - die Beziehung zwischen Pferd und Mensch aber auch durch andere, weniger das Leben des Pferdes bedrohende Aspekte geprägt, zum Beispiel in seinen Funktionen als Zugtier, Fortbewegungsmittel, Kampfross im Turnier, Repräsentationsobjekt, Kunstwerk, Freizeitpartner, Sportgerät, Therapeut oder einfach nur als Lebenspartner.

Bei Pferden, die in vergangenen Zeiten für den Kriegsdienst ausgebildet wurden, war zu unterscheiden zwischen der Ausbildung zum Fahr- oder Reitpferd. Unabhängig vom Verwendungszweck mussten beide sicher und ohne unnötige Kraftverluste am Schlachtfeld ankommen und sich auch während des Kampfgetümmels trotz aller Gefahren leiten lassen. Wer ein gut ausgebildetes Pferd besaß, das seinem Reiter folgte, überlebte. Davon konnte letztlich auch das Überleben eines Volkes abhängen. Insofern war man schon recht früh gezwungen, sich Gedanken über eine sinnvolle und zweckmäßige Ausbildung und Zucht zu machen.

Ich kann hier nur kurz auf Stationen oder wichtige Ausbilder in ihrer Zeit eingehen und die für uns hilfreichen, sachdienlichen Hinweise zum Thema seitliches Geschmeidig-Machen oder sogar Schulterherein beschreiben.

Beginnt man mit der Betrachtung in Griechenland, so landet man bei Xenophon um 400 v. Chr. Neben seinen Ausführungen zur Psychologie des Pferdes, zum Ankauf und zur Jungpferde- und Reitknechtausbildung ist für uns seine Beschreibung zur Arbeit auf dem Zirkel besonders nützlich. Das Pferd lernt hier, sich "auf beiden Kinnladen wenden zu lassen". Es geht also um die Stellung und die Biegung. Ferner ließ er durch den Zirkel wechseln oder halbe Zirkel abwechselnd mit geraden Linien reiten.

Hierbei sprach er bereits vom Versammeln in den Wendungen zur Verbesserung des Gleichgewichts. Außerdem - das wird die Westernreiter freuen - ist sinngemäß auch von Stops und kurzen Sprints oder Rollbacks (zum Beweglichmachen der Vorhand) die Rede.

Ende des 16. Jahrhunderts beschrieb Georg Engelhard von Löhneysen das Reiten von Volten mit in das Kreisinnere gerichteter Hinterhand - eine Form von Travers. (Zeichnungen: Archiv Cadmos)

Nach dem Überspringen vieler Jahrhunderte wenden wir uns jetzt dem Italiener Frederico Grisone im ausgehenden 16. Jahrhundert zu. Er gilt als einer der bedeutendsten Reitmeister seiner Zeit und wird als der Vater der Reitkunst angesehen, da er sich als Erster nach fast 2000 Jahren "Abstinenz" wieder ganzheitliche Gedanken um die Pferdeausbildung machte.

Grisone erkannte unter anderem den Wert der Trabarbeit zur Verbesserung der Tragkraft, für bessere Hankenbeugung das Reiten auf dem Zirkel oder an einem Hang. Ebenso geht er auch auf ein "Feststellen der Pferde im Widerrist" ein. Jedoch "sanft, damit ihm der Hals nicht schlenkrig werde".

Gut 50 Jahre später wurde von dem deutschen Reitmeister Georg Engelhard von Löhneysen bereits das Reiten auf Volten beschrieben, wobei alternativ die Vorhand oder auch die Hinterhand einen kleineren Kreis beschreiben sollte (also in einer Art Schulterherein beziehungsweise Travers).

Durch einen Schüler Grisones kamen dessen Lehren und Ideen unter anderem nach Frankreich, wo im 17. Jahrhundert Antoine de Pluvinel am

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