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Was uns Jägern wirklich bleibt ... von Meyden, Gerd H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2015
  • Verlag: Leopold Stocker Verlag
eBook (ePUB)
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Was uns Jägern wirklich bleibt ...

Was hat wirklich Bestand im Leben? Diese philosophisch anmutende Frage stellt der Autor Gerd Meyden mit Blick auf die Jagd. Seine überraschende Antwort: die Erinnerung an schöne Erlebnisse. Es sind weder die mächtigen Trophäen noch Wildbret oder Decke, die den bleibenden Wert der Jagd ausmachen. Das Fleisch bereitet zwar kurz Genuss, ist aber bald verzehrt. Und die Trophäen ereilt nach einer kurzen Spanne stolzer Freude meistens das gleiche Schicksal: sie verstauben irgendwo in Vergessenheit. Es gibt aber etwas Zusätzliches, das die Jagd dem bewussten Jäger bieten kann. Etwas, das über den kurzlebigen materiellen Wert der Beute hinausgeht - die Erinnerung an schöne Erlebnisse in freier Natur und die Achtung des brüderlichen Geschöpfes. Diese Achtung der Natur und ihrer Geschöpfe vermittelt der Autor in kurzen Erzählungen aus seinem erlebnisreichen Jägerleben, sodass der Leser ihm rasch beipflichtet, dass es die Eindrücke und Erinnerungen sind, die 'uns Jägern wirklich bleiben ...' Gerd H. Meyden ist seit mehreren Jahrzehnten passionierter Jäger, Revierbetreuer und begeisterter Hundeführer. Sein erstes im Leopold Stocker Verlag erschienenes Buch 'All das ist Jagd' erlebt bereits die 6. Auflage. Gerd H. Meyden schreibt auch immer wieder Artikel für diverse Jagdzeitschriften.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 238
    Erscheinungsdatum: 05.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783702015763
    Verlag: Leopold Stocker Verlag
    Größe: 5973 kBytes
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Was uns Jägern wirklich bleibt ...

Frühe "Jagdreisen"

Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist.

J EAN P AUL

W enn einer heutzutage von Jagdreisen erzählt, dann sollte es unbedingt weit in die Ferne gehen. Namibia ist bald schon so alltäglich, als wenn einer vom Urlaub auf Mallorca berichtet. Nein, damit die staunende Runde die Löffel spitzt, da muss es schon nach Neuseeland, Alaska, Kamtschatka oder in den Tien Shan gehen.

Mit meinen frühen "Jagdreisen" kann ich da nicht punkten. In den Fünfzigerjahren da kannte man die wenigen jagdlichen Globetrotter, die je über des Vaterlands Grenzen hinaus ihre Büchse geführt hatten, alle beim Namen. Staunend und sehnsüchtig verschlang ich die Berichte eines Graf Hoensbroech, Ernst Zwilling oder Eben-Ebenau. Jedoch, wie man es meinem Sternzeichen Schütze nachsagt, verspürte ich schon früh Fernweh und Reiselust. Doch es war noch weit bis zu jenem Schritt, frei nach Mephisto: "Ihn treibt die Sehnsucht in die Ferne."

Von einer Jagdreise in die Weite der Welt konnte ich nur träumen und ich führte Freudensprünge auf, weil ich auf einen Rehbock ins Donaumoos eingeladen war.

Mein strenger jagdlicher Lehrprinz, Graf Bülow, der in München 1951 ein Bläserkorps gegründet hatte, dessen jüngstes Mitglied ich war, hatte seinen Wirkungskreis nach Augsburg verlegt. Auch dort hatte er schnell junge Jäger für Brauchtum und waidgerechtes Jagen begeistern können. Zur Feier der bestandenen Jägerprüfung seiner Schützlinge waren wir zur festlichen Umrahmung mit Hörnerklängen zur Stelle. Die gestandenen "alten Jäger" und Revierinhaber luden uns nun zur Belohnung auf einen Rehbock ein. Mein Gönner war ein Augsburger Urgestein - der Heindl Schorsch. Die Einladung war im Herbst ausgesprochen worden, und ich konnte es kaum erwarten, dass es endlich Juni würde. Doch zuvor musste ich selbst diejägerprüfung machen.

Das war damals noch ein recht einfaches Spiel, mir jedenfalls erschien es so, der ich mit Jagd und Hunden aufgewachsen war. Die Prüfer kannten mich allesamt. Entweder es waren Hundeleute - ich führte ja schon selber auf Verbandsprüfungen - oder sie kannten mich als passionierten Jagdhornbläser. Mit einem der Prüfer diskutierte ich über Deutsch-Kurzhaar-Mutterlinien, mit dem anderen, der Wildkunde prüfte, über Rezepte der Wildzubereitung. Die Schießprüfung war ein Vergnügen, sodass ich frech nach schwereren Tontauben fragte. Das fachliche Wissen, welches damals gefordert wurde, konnte ich locker und ausführlich unter Beweis stellen. Die "Alten" waren froh, so begeisterten Nachwuchs in ihren durch den Krieg gelichteten Reihen zu haben.

Es kam nun die Blattzeit heran, und der Heindl Schorsch wollte mich auf meinen "Ersten" führen. Ich wohnte damals in einem Vorort im Westen Münchens. Die Entfernung von "lächerlichen" 80 km bis Augsburg strampelte ich daher per Fahrrad ab. Eine Büchse, hieß es, brauchte ich nicht mitzubringen, der Schorsch wollte mir seinen Drilling leihen. So radelte ich frohgemut, mit druckfrischem Jugendjagdschein, grünbehemdet gen Westen. Ab und zu begegneten mir ebenfalls grüngewandete Pfadfinder. Freundlich grüßend hielten sie mich für einen der Ihrigen. Um sie nicht zu enttäuschen, entgegnete ich auch mit Pfadfindergruß, den ich ihnen schnell abgeguckt hatte.

In Augsburg angelangt, bestieg ich den VW-Käfer vom Heindl Schorsch und wir schnurrten frohgemut gen Donauried. Im Revier, in der Nähe von Mertingen, hatte der Schorsch eine winzige Jagdhütte, klein wie eine Schuhschachtel, inmitten eines Kiefernwaldes. Ich wurde ermahnt, stets sofort die Türe zu schließen, denn draußen sangen und sirrten blutdürstige Mückenwolken. Denen war ich mit meinen kurzen Lederhosen ein willkommenes Opfer. Die Frau vom Schorsch - selber Jägerin - mied das Revier im Sommer, da sie auf Insektenstiche allergisch reagierte.

Gegen die Mückenplage hatte ich ein Mittelchen dabei

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