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Wie viel Mensch braucht ein Hund Tierisch menschliche Geschichten von Nowak, Maike Maja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2013
  • Verlag: Mosaik bei Goldmann
eBook (ePUB)
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Wie viel Mensch braucht ein Hund

Der neue Bestseller der erfolgreichen "Hundeflüsterin" Ergreifend und fesselnd erzählt die Hundeflüsterin Maike Maja Nowak von ihren faszinierenden Begegnungen mit Hunden und ihren Menschen: von dem alten Ehepaar, das einen Straßenhund rettet und sich ärgert, dass der erfahrene Leithund sich ihnen und ihrem Leben verweigert, von der jungen Frau, die über ihren Hund ihre tiefsten Ängste überwindet und von der Polizistin, die darum kämpft, dass ihr Hund an seiner Sucht nicht zu Grunde geht. Humorvoll wird es bei einem riesigen Mastiff und seinem duftenden Geheimnis und bei einem West Highland Terrier, der ein unglaubliches Hobby verfolgt. Mit ihrem außergewöhnlichen Einfühlungsvermögen zeichnet Maike Maja Nowak tierisch menschliche Beziehungsstrukturen nach und stellt sich und ihren Lesern die Frage: Wie viel Mensch braucht ein Hund wirklich? Und wie viel Mensch verträgt er? Maike Maja Nowak, frühere Liedermacherin, geboren in Leipzig, lebte von 1991-1997 als Selbstversorgerin mit einem freilebenden Hunderudel in Russland. Deren Beobachtung bildete die Ausgangsbasis für ihre heutige Arbeit als Wegbereiterin für Mensch-Hund-Kommunikation. Sie verwendet dabei nur die Herangehensweisen der Hunde selbst und brachte diese in eine menschliche Übersetzung und Handhabung. Seit 2007 lehrt sie in ihrem Berliner Dog-Institut, wie Hunde ohne Gewalt oder Bestechung zu führen sind. Sie ist psychologische Heilpraktikerin für Menschen und verbindet dieses Wissen und ihr Wissen über Hunde, um Menschen und Hunde in ihren Kompetenzen zu stärken und füreinander zu Helfern zu machen Ihr Credo: 'So wie Hunde Führung durch die zivilisierte Menschenwelt benötigen, benötigen Menschen Hilfe, um zu ihren natürlichen Sinnen und zur Natur selbst zurück zu finden.' Neu ist ihre Zusammenarbeit mit der internationalen Schweizer Business-School, ZfU für Führungskräfte und die Gemeinschaftsarbeit mit dem Somatic Experiencing Practitioner, Andre Jacomet, für Traumatherapie. Maja Nowak ist Autorin der drei Bestseller: 'Wie viel Hund braucht ein Mensch', 'Wanja und die wilden Hunde', 'Die mit dem Hund tanzt'. Ihre TV-Reihe 'Die Hundeflüsterin' lief erfolgreich in zwei Staffeln im ZDF. Sie gründete den Verbund der Wegbereiter für Mensch-Hund-Kommunikation und ist als Seminarleiterin und Referentin international tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 14.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641106706
    Verlag: Mosaik bei Goldmann
    Größe: 879 kBytes
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Wie viel Mensch braucht ein Hund

Rette sich, wer kann

Eingeschneit

Die Reifen meines Geländewagens fräsen sich einen Weg durch den unberührten Schnee. Vor einer der kleineren Villen im Grunewald halte ich. Ich arbeite mich, bis zu den Knöcheln im Schnee versinkend, zum Tor der Villa vor. Während meine Hände nach der Klingel tasten, bleibt mein Blick an der Statue eines riesigen, würdevollen Hundes im Garten hängen, die fast im Weiß verschwunden ist.

Meine Finger finden den Klingelknopf. Kaum habe ich ihn berührt, ertönt schon der Summer. Ein wohl vor Kurzem freigeschippter und bereits fast wieder zugeschneiter Pfad führt zum Haus. Um die etwas weiter entfernte Hundestatue näher zu betrachten, beuge ich mich so weit nach vorn, wie es meine Balance zulässt. Der Ausdruck der Statue wirkt aus dieser Perspektive nicht mehr ruhig, sondern abweisend und seltsam verschlossen. Ich meine jedoch, ein lebendiges Glänzen in den Pupillen zu erkennen, und stelle mich hoch auf die Zehenspitzen, um mich noch weiter nach vorne beugen zu können. Im selben Moment rutsche ich aus und kippe vornüber in den Schnee.

Als ich mich hochrappeln will, spüre ich etwas Heißes über mir. Ich drehe mich um und blicke auf die Schnauze eines Hundes, der mir mit großer Gelassenheit seinen warmen Atem entgegenbläst. Er ist, soweit ich unter all dem Schnee erkennen kann, ein riesiger Herdenschutzhund. Obwohl seine Schnauze auf mich gerichtet ist, bleibt sein Blick abgewandt. Ich muss nicht zu der Statue schauen, um mich zu vergewissern, dass sie verschwunden ist.

Der Hund steht ruhig über mir und wartet. Im selben Moment höre ich, wie sich eine Tür öffnet. Ein Mann ruft: "Komme gleich, ich bekomme die Stiefel nicht an!"

Der Hund verharrt währenddessen weiter über mir und jeder, der schon einmal einen Herdenschutzhund im Einsatz erlebt hat, weiß, warum auch ich ruhig liegen bleibe. Aus meiner Perspektive sehe ich nur zwei Gummistiefel auf mich zukommen, in denen braune Cordhosen stecken.

Ich höre, wie ein Karabiner in das Halsband des Hundes klickt. Sein Kopf wird nach hinten gezogen. "Kommst du runter, aber dalli!" Der Mann reißt hart und ruckartig an der Leine. Die Lefzen des Hundes heben sich und sein Kopf wendet sich drohend in Richtung des Mannes.

"Würden Sie bitte ruhig bleiben", sage ich, unter dem Hund hervorblickend. "Das ist gerade nicht ganz ungefährlich."

"Aber der hört ja sonst nicht", antwortet der Mann. "Den muss man immer erst anbrüllen. Das ist es ja."

Ich kläre ihn nicht darüber auf, um wen ich Angst habe, und versuche es dieses Mal mit Nachdruck: "Es wäre gut, wenn Sie zurücktreten und den Hund ruhig rufen!"

Tatsächlich entfernen sich die Gummistiefel und kurz darauf höre ich den Mann etwas weniger zackig sagen: "Henry! Zurück da!" Der Hund dreht sich zu dem Mann um, in seinem Blick liegt ein Zögern. Das plötzliche Ablassen des Mannes scheint ihn zu überraschen. Er tritt gemächlich nach hinten und geht zur Seite weg. Ein kleiner, schlanker, weißhaariger Herr taucht in meinem Blickfeld auf und beugt sich über mich, um mir aufzuhelfen. Ich rappele mich hoch und klopfe mir den Schnee ab: "Das wäre eine tolle Schlagzeile geworden: Hundetrainerin von Hund im Schnee begraben. Es hätte mir jedoch geholfen, vorher zu wissen, dass er bereits im Garten ist und es sich um einen Herdenschutzhund handelt."

Der alte Herr schaut mich mit großen Augen an: "Ein Herdenschutzhund? Uns wurde gesagt, es ist ein reinrassiger Mastin Español. Wir wollten nämlich was Reinrassiges."

Nun werden meine Augen groß: "Aber das sind doch Herdenschutzhunde!", sage ich und weise dabei auf den ungefähr achtzig Kilo schweren und etwa fünfundsiebzig Zentimeter hohen Hund. Er wirkt bullig und bärenstark. Sein Fell ist sandfarben, mit einer schwarzen Fellfärbung im Gesicht. "Ich staune, dass er mich nicht verwarnt hat, als ich hereinkam, und auch nicht aufstand, als ich Ihr Grundstück betreten habe", füge ich

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