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Veni vidi vici Geflügelte Worte aus dem Griechischen und Lateinischen

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: WBG Philipp von Zabern
eBook (ePUB)
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Veni vidi vici

Heureka und Panta rhei, Alea iacta est und Carpe diem sind das meistzitierte, lebendigste Griechisch und Latein. Doch diese geflügelten Worte sind in aller Regel zugleich entflogene Worte, und sie tragen kein Ringlein am Fuß, auf dem Autor und Werk, Kapitel und Paragraph säuberlich verzeichnet wären. Das längst zum Standardwerk gewordene "Veni vidi vici" präsentiert gegen 500 geflügelte Worte, dazu rund 300 Stück ?Kleingeflügel? von ad hoc bis vice versa. Die Erläuterungen begnügen sich nicht mit Übersetzung und Stellennachweis; sie betten diese Zugvögel aus der griechischen und römischen Welt, in ihren ursprünglichen Zusammenhang ein und zeichnen ihre Prägungs- und Wirkungsgeschichte in der Antike, sozusagen Biotope und Flugrouten, in zahlreichen Zitaten nach. Klaus Bartels lädt Kenner und Freunde dieser buntgefiederten Gattung nicht nur zum Nachschlagen in der Not, sondern auch zum vergnüglichen Blättern ein: Nullus est liber tam malus, ut non aliqua parte prosit!

Prof. Dr. Klaus Bartels ist Klassischer Philologe. Für seine Kolumnen in großen deutschsprachigen Tageszeitungen und die Standardwerke 'Veni vidi vici' und 'Roms sprechende Steine' wurde er 2004 mit dem Preis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783805350150
    Verlag: WBG Philipp von Zabern
    Größe: 1007 kBytes
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Veni vidi vici

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Gamma mi mi d s (Ageometretos medeis eisito) . "Keiner, der nichts von Geometrie versteht, trete hier ein!" (in dem Sinne: "Keiner, der nichts von Mathematik versteht, ...") Als Inschrift über dem Eingang der Platonischen "Akademie" angeführt bei Elias, Kommentar zu Aristoteles, Kategorien, in: Commentaria in Aristotelem Graeca, Band 18, S. 118, Zeile 18f.; ähnlich vorher bei Philoponos, Kommentar zu Aristoteles, De anima, in: Commentaria in Aristotelem Graeca, Band 15, S. 117, Zeile 27 ( Gamma mi mi s ) und später bei Tzetzes, Historiarum variarum chiliades 8, 249, 973 ( d Gamma mi s mi ni s Gamma ni, "... betrete mein Haus"). Wenn die erst in der Spätantike bezeugte Inschrift erfunden ist, so ist sie gut erfunden: Die Mathematik und besonders die Geometrie, die den Blick von den vielerlei mehr oder weniger genau, größer oder kleiner gezeichneten Kreisen auf die eine unvergängliche Idee des Kreises lenkt, galt Platon als die unabdingbare Vorschule der philosophischen Dialektik, vgl. besonders Staat 7. 522 Cff.

Gammani s ó (Agnostos theos) . "Unbekannter Gott." Lukas, Apostelgeschichte 17, 23, aus dem Anfang der Rede des Apostels Paulus auf dem athenischen Areopag: "Denn als ich durch eure Stadt ging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar, auf dem die Inschrift stand: Dem unbekannten Gott. Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das verkündige ich euch."

Gamma phi niómio (Agraphos nomos) . "Ungeschriebenes Gesetz." Der Begriff des "ungeschriebenen Gesetzes" begegnet zuerst in einem bei Andokides, Rede über die Mysterien 85ff., angeführten Solonischen Gesetz, das die 10 Anwendung nicht schriftlich aufgezeichneter und öffentlich bekanntgemachter Gesetze ausschloß. In der Folge deutet der Begriff insbesondere auf das in der Natur begründete, besonderer Bestätigung nicht bedürftige "Naturrecht"; so bei Sophokles, Antigone 454f., wo Antigone sich gegenüber Kreons Gebot, den Leichnam des toten Polyneikes nicht zu bestatten, sondern den Vögeln und Hunden zu überlassen, auf die "ungeschriebenen, niemals wankenden Satzungen der Götter" ( Gamma pi sphi ni/ni mi mi ) beruft, und bei Thukydides, Peloponnesischer Krieg 2, 37, 3, wo Perikles in seiner Rede auf die Gefallenen den von den Archonten erlassenen Gesetzen die "ungeschriebenen" zur Seite stellt, die, wenn sie übertreten werden, "nach allgemeinem Urteil Schande bringen" (... s Gamma phi ni s ni ni mi Gamma mi ni ni phi s ni).

Gamma pi pi s ni Delta beta (Aei gar eu piptusin hoi Dios kyboi) . "Denn allemal gut fallen die Würfel des Zeus." Sophokles, in: Nauck, Tragicorum Graecorum Fragmenta, Fragment 809. Der in einem Scholion zu Euripides, Orest 603, dem Sophokles zugeschriebene, vielfach auch sonst - ohne Nennung eines Autors - angeführte Vers war nach dem Zeugnis des Eustathios, Kommentar zu Homers Ilias, S. 1084, Zeile 2f., und zur Odyssee, S. 1397, Zeile 18, "sprichwörtlich" geläufig.

( ni beta )/ d pi phi ni d s phi (Kan brotois/hai deuterai pos phrontides sophoterai) . "(Und bei uns Menschen sind) die zweiten Gedanken irgendwie die klügeren." Euripides, Hippolytos 435f.; die Amme zu Phädra. Cicero, 12. Philippische Rede 2, 5, zitiert den offenbar geläufigen Vers in lateinischer Version: Posteriores enim cogitationes, ut aiunt, sapientiores solent esse , "Die späteren Gedanken sind ja, wie man sagt, gewöhnlich die klügeren"; in einem Brief an seinen Bruder Quintus, 3, 1, 18, spielt er mit den zwei griechischen Worten d phi ni

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