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Auswirkungen der Lateralität der unteren Extremitäten im Fußball von Ortmann, Carlo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.07.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Auswirkungen der Lateralität der unteren Extremitäten im Fußball

'Andere erziehen ihre Kinder zweisprachig, ich beidfüßig.' (Christoph Daum) Sowohl im Sport als auch im Alltag neigt der Mensch dazu, eine Extremität bevorzugt für die Bewältigung alltäglicher oder sportspezifischer Aufgaben zu nutzen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Lateralitäten bzw. Seitigkeiten. Im Fußball wird in Anlehnung an die bevorzugte Aufgabenverteilung der unteren Extremitäten in Spiel- und Standbein unterschieden. Inwieweit sich eine solche Seitendominanz auf die Leistungsfähigkeit eines Fußballers auswirkt, ist bislang noch nicht endgültig geklärt. Die Literatur weist größtenteils auf die Vorteile einer Beidfüßigkeit hin und empfiehlt ein dementsprechend angepasstes Techniktraining. Auf der anderen Seite sind viele der erfolgreichsten Fußballer unserer Zeit nach wie vor sehr 'einseitig' veranlagt und vermeiden Ballaktionen mit ihrem 'schwachen' Fuß. Dies könnte wiederum ein Indiz dafür sein, dass eine klare Aufgabenverteilung beider Beine möglicherweise auch Vorteile im Fußballspiel haben könnte. In dieser Arbeit werden die Relevanz und die Auswirkungen von Lateralität im Fußball analysiert und diskutiert und die tatsächlichen spielspezifischen Unterschiede in einer Querschnittsstudie aufgedeckt. Ziel der Studie ist es, die 'Effektivität' des Spielbeins und des Standbeins genauer zu untersuchen, um daraus Rückschlüsse auf die Lateralität der unteren Extremitäten und mögliche Auswirkungen auf das situative Spielverhalten von Fußballern zu ziehen und eine mögliche Seitendominanz besser einordnen zu können. Neben technischen Fertigkeiten mit Ball (Dribbling, Torschuss, Balljonglieren) werden die Probanden zusätzlich auf ihr Gleichgewicht und die Sprungkraft getestet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 08.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741213151
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1842kBytes
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Auswirkungen der Lateralität der unteren Extremitäten im Fußball

1.Einleitung

"Andere erziehen ihre Kinder zweisprachig, ich beidfüßig." (Christoph Daum)

Der Fußball fasziniert weltweit Milliarden von Menschen und ist wahrscheinlich die populärste Sportart der Welt. Diese Popularität geht jedoch nicht nur mit der Aufmerksamkeit der Zuschauer einher, sondern auch mit der Weiterentwicklung trainingswissenschaftlicher Gesichtspunkte und einer stetigen Steigerung der maximalen Leistungsfähigkeit. In allen Leistungs- und Hochleistungsbereichen steigen die Trainingsanforderungen, um mögliche Schwächen des Athleten oder des Teams zu eliminieren und Weltspitzenleistungen zu erreichen (Krüger, 2005). Bisanz und Gerisch (2013) nennen in diesem Zusammenhang die Kondition, die Technik und die Taktik als die Säulen der Leistungsfähigkeit im Fußball. Die fußballspezifische Technik ist die Fähigkeit, Fertigkeiten wie Ballannahme, Dribbeln, Passen, Schießen, Finten und Köpfen in hohem Tempo und in Drucksituationen umsetzen zu können (Geese, 2009). Die optimale Umsetzung dieser Fertigkeiten gelingt den allermeisten Fußballern jedoch nur mit einem Bein beziehungsweise Fuß, da sie eine klare Seitenpriorität beim Fußballspiel zeigen (Thömmes, 2011).

Sowohl im Sport als auch im Alltag neigt der Mensch dazu, eine Extremität bevorzugt für die Bewältigung alltäglicher oder sportspezifischer Aufgaben zu nutzen. Poeck und Hacke (2001) vermuten, dass die Dominanz einer Hirnhälfte für die Lateralisation der oberen und unteren Extremitäten verantwortlich ist. Bei den unteren Extremitäten wird in diesem Zusammenhang von Füßigkeit bzw. Beinigkeit gesprochen und zwischen dem dominanten Bein und nichtdominanten Bein unterschieden (Reimers, Gaulrapp & Kele, 2004). Im Fußball differenzieren einige Autoren in Anlehnung an die bevorzugte Aufgabenverteilung der unteren Extremitäten in Spiel- und Standbein (Strobel, 2009). Carey, Smith, Smith, Shepherd, Skriver, Ord und Rutland (2001) analysierten zehn Endrundenspiele der Fußball-WM 98 unter dem Aspekt einer Seitendominanz der unteren Extremitäten bei Aktionen mit Ball. Die Annahme, dass vermeintliche Linksfüßer oder vermeintliche Rechtsfüßer genau diesen Fuß für eine Großzahl ihrer Aktionen mit Ball nutzen würden, konnte bei dieser Untersuchung bestätigt werden. Linksfüßer nutzten demnach mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit von 82,6% ihren linken Fuß und Rechtsfüßer mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit von 81% ihren rechten Fuß bei Aktionen mit Ball (Carey et al., 2001).

Inwieweit sich eine solche Seitendominanz auf die Leistungsfähigkeit eines Fußballers auswirkt, ist bislang noch nicht endgültig geklärt. Die unvorhersehbare Spielanlage der Sportart Fußball lässt jedoch vermuten, dass eine beidseitige optimale Leistungsfähigkeit einen höheren Stellenwert als in anderen Sportarten haben könnte. In Sportarten in denen der Bewegungsablauf vorgegeben ist, scheint eine beidbeinige Ausführung nicht notwendig zu sein, denn wozu sollte z.B. ein Hochspringer lernen, mit dem schwächeren Bein abzuspringen, wenn sein Bewegungsablauf vorgegeben ist? In Spielsportarten dagegen wird ein hohes Maß an räumlicher Orientierung benötigt und es muss situativ schnell entschieden und mit hoher Präzision agiert werden (Stöckel, Hartmann & Weigelt, 2007). Das Lösen mancher Spielsituationen mit dem spielschwachen Bein, abhängig von der Position des Balles, des Gegners, des Mitspielers und der eigenen Position auf dem Spielfeld, scheint deshalb nur folgerichtig. Infolgedessen ist davon auszugehen, dass eine Beidfüßigkeit die Spielfähigkeit der Sportler positiv beeinflusst und sich im Leistungsniveau widerspiegeln könnte. Dies lässt vermuten, dass bei steigender Ligazugehörigkeit eine Zunahme der ballspezifischen Fertigkeiten des Standbeins beziehungsweise eine Abnahme der Spiel-Standbein-Differenz hinsichtlich ihrer ballspezifischen Fertigkeiten zu erwarten ist. Aus diesem Grund ist die Betracht

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