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Erfahrungsorientierter und bildender Sportunterricht Ein theoretisches Praxishandbuch

  • Erscheinungsdatum: 28.04.2009
  • Verlag: Meyer & Meyer
eBook (ePUB)
15,99 €
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Erfahrungsorientierter und bildender Sportunterricht

Dieses Buch versteht sich als eine praktische Unterrichtsillustration, die Lehrerinnen und Lehrern konkrete Handlungsleitlinien für einen Erfahrungsorientierter und Bildenden Sportunterricht an die Hand gibt. Im Kanon der schulischen Unterrichtsfächer kann der Sportunterricht einen unverwechselbaren Beitrag zur nachhaltigen Bildung des Individuums leisten. Existierende Praxiskonzepte sind entweder theoretisch nicht ausreichend elaboriert oder sie kommen in Folge ihrer strukturalistischen Argumentation zu dem Schluss, dass ein erfahrungsorientierter Sportunterricht in der existierenden Schulwirklichkeit nicht realisierbar ist. In diesem Spannungsfeld verortet sich der vorliegende Diskussionsbeitrag, der zeigen will, wie ein bildender und erfahrungsorientierter Sportunterricht aussehen könnte, der sowohl theoretisch fundiert als auch praktisch machbar ist.Die vorgestellten Unterrichtsbeispiele zeigen an einem möglichst breiten Inhaltsspektrum, wie erfahrungsorientierter Sportunterricht möglich ist, dabei werden auch die in der Praxis virulenten Fragen nach der Benotung, nach Theorieanteilen und nach der sinnvollen Integration sportbefreiter Schüler diskutiert.In didaktischer Perspektive setzen die Unterrichtsexempel folgende Kriterien eines erfahrungsorientierten und bildenden Sportunterrichts um: autonome Schüleraktivität, Aufgabenorientierung, Situationsgestaltung, Bereitstellung (vor-) sprachlicher Reflexionszeit, Primat der Sinnbezüge, sinnerhaltende Vereinfachungsstrategien, Anknüpfung an Vorerfahrungen.

Martin Giese ist nach dem 1. und 2. Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Sport in den hessischen Schuldienst eingestiegen. Zunächst war er an verschiedenen gymnasialen Regelschulen tätig, seit Anfang 2006 arbeitet Martin Giese an der Carl-Strehl-Schule - ein grundständiges Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte der Dt. Blindenstudienanstalt (Blista e. V.) in Marburg.Parallel zu Referendariat und Schuldienst hat er in der Sport- und Bewegungspädagogik promoviert. Seit 2006 leitet Martin Giese die universitäre Zusatzqualifikation Sport mit Blinden und Sehgeschädigten, die in Marburg in Kooperation zwischen Blista und Sportinstitut durchgeführt wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 28.04.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840330490
    Verlag: Meyer & Meyer
    Serie: Edition Schulsport Bd.11
    Größe: 5562kBytes
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Erfahrungsorientierter und bildender Sportunterricht

2 Leichtathletische Sprünge: Vom Sprinten zum Weitsprung

Volker Jennemann

In diesem Unterrichtsvorschlag geht es in einem ersten Block um die erfahrungsorientierte Erarbeitung der leichtathletischen Sprinttechnik und in einem zweiten Block um die darauf aufbauende Thematisierung des leichathletischen Weitsprungs. Der zeitliche Umfang beträgt zwischen 6-8 Doppelstunden. Alternativ kann das Sprinten in einer eigenständigen Unterrichtseinheit entwickelt werden. Die vorgestellten Aufgaben eignen sich für Schüler ab der Klassenstufe 5, können aber auch in der Sek. II gewinnbringend eingesetzt werden. In der Oberstufe bietet es sich an, Aspekte der Bewegungslehre ergänzend zu den praktischen Inhalten im Rahmen der Theoriestunden von Prüfungs- oder Leistungskursen zu erarbeiten.
1 Von der pädagogischen Bedeutung und dem sportfachlichen Nutzen

Die Ausrichtung der Schulleichtathletik auf wenige, streng normierte Techniken wurde in der Vergangenheit innerhalb der fachdidaktischen Diskussion vielfach kritisch reflektiert (vgl. Brodtmann, 1998, S. 3; Hägele, 2003, S. 27). So wurde u. a. bemängelt, dass sich Sportunterricht gerade mit Blick auf die Bundesjugendspiele auf die leichtathletischen Kerndisziplinen beschränkt. Diese Kritik hat zu einer Umorientierung geführt, sodass spezifische Techniken nun in Themenfeldern strukturverwandter Bewegungen erarbeitet werden sollen. Dabei soll den Schülern ermöglicht werden, durch vielseitige Bewegungshandlungen eine breite Basis an Bewegungserfahrungen zu sammeln, die sie in ihrer Gesamtheit dazu befähigen, den eigenen Körper variabel und der konkreten Bewegungsaufgabe angemessen bewegen zu können. Ebenso wurde in der fachdidaktischen Diskussion deutlich, dass das Training physischer Grundeigenschaften vor dem Hintergrund trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse im Sportunterricht nur eingeschränkt möglich und eine Leistungssteigerung vor allem über die Ausbildung koordinativer Fähigkeiten zu erreichen ist.

Der in der Arbeit in Themen- und Bewegungsfeldern enthaltene Anspruch, den Körper optimal und situationsadäquat zur Lösung konkreter Bewegungsaufgaben einzusetzen, kann allerdings nur eingelöst werden, wenn nicht einseitig genormte Bewegungsvorgaben den Unterricht bestimmen, sondern dieser variabel und mehrperspektivisch angelegt ist. D. h.: kognitive Bewusstmachung, Wissen um den Gesamtzusammenhang und Reflexion von sportlichem Tun müssen feste Bestandteile des Unterrichtens sein (vgl. Giese, i. d. B., Kap. 5).

Vor diesem Hintergrund entsteht mit der Zielstellung des vorliegenden Unterrichtsvorschlags, zwei konkrete leichtathletische Techniken zu erarbeiten, zunächst ein Widerspruch. Bedenkt man jedoch, dass Bewegungstechniken lediglich Mittel für das bestmögliche Lösen von Bewegungsproblemen sind, lässt sich die Unvereinbarkeit von Lernziel und didaktischem Anspruch auflösen (vgl. Loibl, 2001, S. 41). I. d. S. ist der vorliegende Unterrichtsvorschlag von einer erfahrungsorientierten Vorgehensweise geprägt, die es den Schülern ermöglicht, Bewegungstechniken für sich als (am besten) geeignete Möglichkeit zur Bewältigung einer Bewegungsaufgabe zu entdecken (vgl. Giese & Hasper, i. d. B.). Insofern kann es gelingen, dass weder "disziplinäre Fähigkeits- und Fertigkeitsaspekte auf Dauer zu kurz kommen, noch der schulische Erziehungs- und Bildungsauftrag unverhältnismäßig vernachlässigt werden" (Hägele, 2003, S. 31).
2 Methodisch-didaktische Vorüberlegungen

Um zu gewährleisten, dass die Schüler die anvisierten Fertigkeiten mit einem hohen Maß an Eigentätigkeit entwickeln, ist es sinnvoll, die nachfolgenden Bewegungsaufgaben auf Arbeitsblättern zusammenzufassen und in Partner- bzw. Kleingruppenarbeit erarbeiten zu lassen. Dabei ist klassische Stationsarbeit ebenso möglich wie ei

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