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Sanftes Bewegen bei Fibromyalgie Ein Leitfaden für Übungsleiter und Betroffene von Jungandreas, Holger (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Sanftes Bewegen bei Fibromyalgie

Das Buch beleuchtet die Auswirkungen körperlichen Trainings auf das Krankheitsbild der Fibromyalgie und den Zusammenhang regelmäßiger dosierter Bewegung auf die Steigerung der Lebensqualität. Es werden Wege aufgezeigt, die aus dem Teufelskreis von Inaktivität mit mangelnder Leistungsfähigkeit und chronischen Schmerzen führen. Regelmäßige, dosierte, moderate und ausgesuchte Bewegungen sind ein wichtiger Therapiebaustein in der Behandlung der Fibromyalgie. Aber auch der Umgang mit der chronischen Erkrankung und die Rolle der Lebenseinstellung werden mit Blick auf den daraus resultierenden Krankheitsverlauf beleuchtet. Für den Übungsleiter soll dieser Ratgeber ein Leitfaden für die Betreuung von Fibromyalgie-Patienten sein sowie Motivationshilfe für die Einrichtung von Fibromyalgie-Gruppen. Der Patient selbst, der in erster Linie angesprochen wird, soll Hilfen zur Selbsthilfe finden und ein Stück weiterkommen auf dem Weg zu einer besseren Lebensqualität. Dipl. Sportwissenschaftler und Mental-Coach langjähriger Leiter des 'Gesundheitspark Trier'. Seit dreißig Jahren betreut er ambulante Herzgruppen und ist als Referent und Speaker für zahlreiche Insti- tutionen unterwegs. Seit vielen Jahren widmet er sich auch der Problematik des Fibromyalgie-Syndroms und betreut seit 2001 eine Fibromyalgie-Sportgruppe im Gesundheitspark Trier.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783750442672
    Verlag: Books on Demand
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Sanftes Bewegen bei Fibromyalgie

2 Was kann eine Bewegungstherapie beim Fibromyalgie - Syndrom (FMS) leisten?

Bewegungsmangel als Risikofaktor

Der homo erectus, der erste aufrechtgehende Mensch, hatte seine "Hoch" - Zeit vor ca. 400.000 Jahren. Seine Entwicklung bis heute dauerte aber etwa 1,5 Mio. Jahre. Innerhalb dieser Zeitspanne war sein Leben von Bewegung bestimmt. Er musste sich bewegen, um überhaupt existieren zu können, um das Überleben für sich und das seiner Familie erst zu ermöglichen. Stress konnte er nur über die Bewegung abbauen, durch Angriff bzw. Flucht. Nur so konnten Stresshormone abgebaut und die Existenz gesichert werden. Wissenschaftler entdeckten im Jahre 1974 in Äthiopien den homo australopithecus, auch liebevoll "Lucy" genannt, der bereits drei Millionen Jahre vor dem homo erectus lebte. 2008 wurde bewiesen, dass dieser Vorfahr bereits aufrecht ging. Die Zeitspanne lebensnotwendiger Bewegung ist demnach rund drei Millionen Jahre länger. Die natürlichen Kompensationsmechanismen durch körperliche Aktivität fehlen heute, obwohl unser Organismus - nach der so unglaublich langen Zeit von 3 Millionen Jahre der Entwicklung - noch immer darauf programmiert ist, hauptsächlich durch Bewegung Stress bewältigen zu können. Schließlich sind es erst siebzig Jahre in denen uns die Bewegung schleichend aberzogen wird. Ein im Vergleich zur Evolution sehr kurzer Abschnitt.

Auch heute - und das wird immer wieder verkannt - sichert die Bewegung unsere Gesundheit und damit unser Überleben. Den Stress, in einer Autoschlange stehend in Zeitnot zu geraten, kennen wir alle. Wir können nicht angreifen oder weglaufen. Wir müssen diesen psychischen Druck bewegungslos bewältigen und fressen so den Ärger in uns hinein.

Die Folgen des chronischen Bewegungsmangels sind bekannt:

Bewegungsmangel ist ein von der

Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannter

Risikofaktor für

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Arteriosklerose, Venenerkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall
Wirbelsäulenerkrankungen: Osteoporose, Rückenschmerzen
Adipositas (Fettsucht)
Dementielle Erkrankungen
Psychische Erkrankungen
Organisierter Sport

Entsprechend ist ein dosiert angewandter Sport bei den genannten Erkrankungen in der Therapie höchst wirksam und wird auch in eigens dafür gegründeten Gruppierungen angewendet. Man denke dabei zum Beispiel an die Herzsportgruppen, die sich fast flächendeckend in der Bundesrepublik Deutschland etabliert haben. In über 6300 Gruppen bewegen sich bundesweit mehr als 100.000 Menschen mittlerweile mit dem einzigen Ziel: ihre Gesundheit zu erhalten, bzw. zu verbessern. Ein solches Konzept auch auf den Fibromyalgie - Patienten zu transferieren, sollte den Betroffenen eine Hilfe sein, aus der Isolation auszubrechen, in die der Schmerz sie manövriert hat.

Unvereinbar: Schmerzen und Sport?

Zunächst klingt es paradox: Ständige Schmerzen an vielen neuralgischen Punkten des Körpers und dann an Bewegung oder gar an Sport denken? Man möchte zunächst annehmen, dass vor allem Ruhe hilft. Der typische FMS-Patient fühlt sich in seiner Mobilität und Bewegungskoordination stark eingeschränkt. Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen oder Schuhe-binden fallen ihm scheinbar schwer. Der FMS-Patient ist sich nicht im Klaren, zu was er eigentlich noch im Stande ist. Fachleute wie Dr. Eva Reinhold-Keller, Rheumatologin aus Hamburg, betont, dass Schonhaltung gänzlich falsch sei. "Ein wohldosiertes Fitness-Programm lindert Schmerzen und wirkt depressiven Verstimmungen entgegen", so Dr. Reinhold-Keller. Genau hier kann ein gezielter, wohlgemerkt "moderater" Sport, ansetzen:

das Gefühl für den eigenen Körper und die körperliche Belastung wieder zu entwickeln,
eine Bewegungssicherheit wieder aufzubaue

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