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Hier ist Hoeneß! von Strasser, Patrick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.11.2009
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
15,99 €
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Hier ist Hoeneß!

Wenn Uli Hoeneß anruft, meldet er sich mit 'Hallo! Hier ist Hoeneß!'. Das hat sich seit 1979 nicht verändert. So lange schon lenkt er die Geschicke des FC Bayern München, den er in der finanziellen Krise übernahm und bis heute zu größtem Ruhm und Erfolg führte. Uli Hoeneß war und ist der FC Bayern, er ist sein Anwalt und sein erster Fan. Nach 30 Jahren legt er sein Manageramt nieder, um dem Verein künftig als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender zur Seite zu stehen. Zur Ruhe setzen wird er sich nicht. Denn Uli Hoeneß bleibt immer: Uli Hoeneß. Anhand vieler Interviews und Gespräche zeichnet der Sportjournalist Patrick Strasser, der Hoeneß seit Jahren kennt und begleitet, den Lebensweg des Rekordmanagers aus nächster Nähe nach. Er zeigt den willensstarken Geschäftsmann, aber auch den warmherzigen Privatmenschen, der Tag und Nacht für seine Spieler da ist.

Patrick Strasser ist 1975 in München geboren - im Klinikum Harlaching, nur einen Steinwurf von der Säbener Straße entfernt, wo der FC Bayern heute seinen Sitz hat. Seit 1983 verfolgt er die Spiele der Bayern im Stadion; beim ersten Mal traf Sören Lerby zum 1:0 gegen Dortmund in den Winkel - und in sein Herz. Einst Kurve, nun Pressetribüne: Seit 1998 arbeitet Strasser als Redakteur bei der Münchner Abendzeitung. Nicht immer war er einer Meinung mit Manager Uli Hoeneß, den er seit Jahren kennt und begleitet - doch Auseinandersetzung belebt das Geschäft.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 16.11.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864130526
    Verlag: riva
    Größe: 332 kBytes
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Hier ist Hoeneß!

2. Weltmeister und Depp der Nation

Denkt man an Uli Hoeneß und seine Zeit als Spieler zurück, hat man drei Bilder im Kopf. Gut, das ist wenig schmeichelhaft, weil zwei der Bilder negativ besetzt sind. Und der bei vielen in Erinnerung gebliebene Uli-Hoeneß-spielt-Fußball-Moment ist im Grunde der, als ein Ball weit über eine Querlatte hinwegsauste.

Belgrad 1976, der 20. Juni, das Stadion Roter Stern. Das Finale um die Europameisterschaft der deutschen Nationalmannschaft gegen die Tschechoslowakei ging mit unangemessenen Rahmenbedingungen über die Bühne. Ein schlecht ausgeleuchtetes Stadion und nur mäßig gefüllte Tribünen, da der Gastgeber Jugoslawien im Halbfinale gegen Deutschland ausgeschieden war. Die Tschechoslowaken führten bald 2 : 0, doch wie so oft glich die DFB-Elf noch aus, wie so oft erst kurz vor Schluss, Hölzenbein traf in der 90. Minute zum 2 : 2. Es gab Verlängerung, 30 Minuten ohne besondere Vorkommnisse, Ende. Normalerweise würde wie bis dahin üblich ein Wiederholungsspiel an selber Stelle zwei Tage danach ausgetragen werden. Doch von wegen. Der DFB hatte aus Fürsorgepflicht seinen Spielern gegenüber per Antrag durchgedrückt, dass es im Falle eines Unentschiedens erstmals bei einer EM oder WM ein Elfmeterschießen und kein kräftezehrendes Wiederholungsspiel geben sollte. Die Einigung war erst am Vorabend zustande gekommen. Die Spieler sollten nach einer langen Saison früher in den Urlaub gehen können.

Und so wurde Hoeneß wieder einmal zu einem Pionier. Er wollte ja immer schon in allen möglichen Dingen der Erste sein, und seit jener Juninacht 1976 war er der erste Depp der Nation, der erste Profispieler, der bei einem Elfmeterschießen eines großen Turniers versagte. Und das nicht irgendwie läppisch per Flachschuss in die Arme des Torhüters, nein, er ballerte die Kugel so richtig herzhaft über das Tor in den Nachthimmel von Belgrad. All die sieben Schützen vor ihm hatten souverän getroffen, nur Hoeneß nicht. "Das werde ich nie vergessen, diese Momente habe ich immer noch vor mir. Ich war körperlich völlig am Ende und dann nach dem Schuss völlig apathisch, alles um mich herum rückte in weite Ferne", erinnert er sich später. Der Weg vom Elfmeterpunkt zurück zur Mittellinie wird zu einem Marathon der Selbstvorwürfe. Als er bei den Kollegen ankommt, tröstet ihn Franz Beckenbauer und streichelt ihm übers Haar. Gleichzeitig lupft der nächste Schütze, der Tschechoslowake Antonín Panenka, die Kugel ganz zart und zugleich rotzfrech am gefoppten Sepp Maier vorbei mitten ins Tor. So, als wolle er zeigen: Herr Hoeneß, es geht auch mit Gefühl. 7 : 5, Ende.

Die Deutschen konnten also ihren EM-Titel nicht verteidigen. Und das alles wegen zwei Tagen früher Urlaub. Hoeneß hatte etwas getan, das in Erinnerung bleiben sollte, und musste dafür in all den Jahren danach mit einer Menge Spott leben. "Ulis Ball suchen sie in Belgrad wohl heute noch", ist einer von Beckenbauers Lieblingswitzen. In einem ehrlichen Moment aber gestand er Hoeneß gegenüber: "Ich bin ja sogar froh, dass du den Ball verschossen hast, weil ich nach dir drangekommen wäre." Viele Jahre später konnte auch der Versager von 1976 über die Schmach lachen, er konterte bei einem Uefa-Cup-Spiel des FC Bayern vor Ort in Belgrad im Herbst 2007: "Den Ball hat man kürzlich bei den Aufräumarbeiten nach dem Balkankrieg wiedergefunden."

1974 hatte Uli Hoeneß nicht für den Schlusspunkt, sondern auch für die unglückliche Ouvertüre eines bedeutenden Spiels gesorgt, indem er einen Elfmeter verursac

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