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Raucher und Raubeine 55 Kultkicker der 90er-Jahre von Kranenkamp, Lars (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2019
  • Verlag: riva Verlag
eBook (ePUB)
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Raucher und Raubeine

Von Mike Werner über Valdas Ivanauskas zu Manni Schwabl Wahre Fußballfans werden sich beim Klang solcher Namen wehmütig an eine vergangene Ära erinnern: eine Zeit, in der Fußballprofis ihr Handwerk nicht in Leistungszentren, sondern auf Bolzplätzen erlernten; eine Zeit, die von heute antiquierten Positionen wie Vorstopper und Libero geprägt war und in der Blutgrätschen, lange Bälle nach vorn und endlose Kopfballstafetten den schönsten Sport der Welt zu einer Spielwiese für echte Typen machten. Dieses Buch versammelt 55 Porträts von Kickern, welche die Bundesliga in den 90er-Jahren unvergesslich machten: mit irren Frisuren und Sprüchen vor der Kamera, mit Ausrastern in der Kabine und herben Fouls auf dem Spielfeld - und einer Wodka-Diät in der Saisonvorbereitung. Mit einem Vorwort von Fritz von Thurn und Taxis Lars Kranenkamp, geboren 1978, hat Blutgruppe Werder Bremen und ist Fußballblogger der ersten Generation. Mit dem als Hashtag getarnten Geistesblitz #Verhandlungsmasse holte er einst Claudio Pizarro zurück nach Bremen. Als Kommunikationsberater für Sport, Medien und Politik sowie Mitbetreiber des FUMS-Magazins lebt und arbeitet er heute in Hamburg. Cord Sauer, geboren 1988, ist ebenso knapp am Adelstitel vorbeigeschrammt wie an einer Karriere als Profifußballer - wohlgemerkt als Raubein. Früher hat der Werder-Bremen-Fan 1000 Sachen gemacht (Danke, Internet!), dann ist er plötzlich Papa geworden: Der Kleine heißt FUMS und ist mittlerweile ganz schön frech und groß geworden. Thomas Poppe, geboren 1981, wurde zu einer Zeit Bayern-Fan, als der Spielmacher noch Wiggerl Kögel hieß. Einst stieg er aus dem Gabelstapler aus und als Quereinsteiger in die Medienbranche ein: vom Funkhaus Aschaffenburg über die ein oder andere Twitterperle bis zu FUMS. Poppe ist Autor bei der ZDF heute show und bei Neo Magazin Royale.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 09.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745306545
    Verlag: riva Verlag
    Größe: 2164 kBytes
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Raucher und Raubeine

Vorwort

Raucher und Raubeine der 1990er-Jahre? Donnerwetter, ist das lange her. Es war eine andere Zeit, eine völlig andere Bundesliga. Damals gab es sie noch, diese "Typen", nach denen heutzutage alle lechzen und die so furchtbar selten geworden sind, wenn man den Gazetten und den Zuschauern Glauben schenken mag. Denke ich zurück an die Neunziger, dann sehe ich insbesondere die großen Umwälzungen in der Bundesliga. Der Fußball überhaupt hat sich in diesen zehn Jahren grundlegend verändert. Nicht nur zum Positiven. 1992 wurde die Champions League eingeführt, es war der Beginn des Pay-TV, Geld spielte eine immer größere Rolle und irgendwann war Fußball nicht mehr nur Samstag um 15.30 Uhr. Um es mit Zahlen zu unterfüttern: 1990 zahlten die Sender ARD und RTL 20 Millionen DM für die Übertragungsrechte der Bundesliga. Ende der Neunziger waren es dank Sat.1 und Premiere stolze 169 Millionen DM, im Vergleich zu heute immer noch Peanuts. Aber es zeigt: Pay-TV hat den Fußball entscheidend geprägt.

Dazu kam das Bosman-Urteil 1995. Meine Güte - viele dachten, das wäre das Ende des Vereinsfußballs. Zwar sind uns die Ablösesummen bei Spielertransfers erhalten geblieben, aber seither wurden die Fußballer immer reicher und viele Berater gleich mit. Ich habe immer gesagt: Die außergewöhnlichen Spieler sollen verdienen, was sie wollen. Das sind die, die den Fußball interessant machen. Aber wenn die Mittelmäßigen siebenstellig verdienen, wird es kompliziert.

Mit den Mittelmäßigen meine ich im Übrigen keinesfalls jene Spieler, um die es in dieser kleinen Fibel hier gehen soll: Raucher und Raubeine. Wenn ich mit ein wenig Abstand drauf schaue, glaube ich: Es gibt sie auch heute noch, aber mehr im verdeckten Raum. Die Profis unserer Zeit können nicht mehr in die Disco gehen, die machen es mittlerweile wie die Brasilianer: sie kochen zuhause, machen laut Musik und quälen ihre Nachbarn. Man muss sie verstehen. Aufgefallen sind Fußballer schon immer, ganz egal ob mit Oberlippenbärtchen oder im Pelzmantel. Aber dieses "sich unter allen Umständen Präsentieren" - ich verstehe es nicht. Es ist fast absurd, dass ein Aubameyang wöchentlich eine neue Maske aus dem Ärmel zauberte und niemand ernsthafte Konsequenzen in Erwägung zog. Nicolai Müller riss sich 2017 beim Propeller-Jubel das Kreuzband. Junge, wenn du nicht genau weißt, ob du sauber runterkommst, warum machst du es dann? Ausgefallene Jubelarien mit Grußbotschaften gehen mir furchtbar auf die Nerven. Aber das nur am Rande.

Die Neunziger waren außergewöhnlich: Sechsmal hieß der Deutsche Meister nicht FC Bayern München (zweimal Lautern, zweimal Dortmund, Werder, Stuttgart), damals waren die Bayern in Not, ich habe es hautnah miterlebt. Sechs Trainer in sieben Jahren. Die Roten Teufel vom Betzenberg, als Aufsteiger Deutscher Meister - das wird es nicht mehr geben. Wir beklagen heutzutage die Einseitigkeit der Liga. Undenkbar damals. Ich erinnere mich, wie Christoph Daum zu der Zeit der jüngste Meistertrainer wurde. Mit 38 Jahren. Da lache ich heute. Mit 38 Jahren gehörst du ja mittlerweile zum alten Eisen.

Ein letzter Gedanke noch, meine Damen und Herren: Ich habe mir die Raucher und Raubeine ganz genau angeschaut und habe herrlich geschmunzelt. Tolle Geschichten sind dabei. Länger verweilt habe ich zum Beispiel bei Uwe Wassmer. Was hatte der früher für eine Matte auf dem Kopf? Die Frisuren von damals sind noch einmal ein ganz eigenes Kapitel für sich. Schaut's euch mal den Rudi Völler an. Nun gut - der läuft heute immer noch so herum. Ich wünsche ganz viel Freude beim Lesen und Stöbern in diesem kleinen Büchlein. Hätte ich nicht schon längst ein Exemplar, würde ich es mir sofort schenken lassen.

Habe die Ehre.

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