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Wir hören niemals auf Geschichte der Fanszene von Austria Salzburg von Hassler, Martin (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Wir hören niemals auf

In diesem Buch wird die Geschichte der violetten Anhängerschaft, ausgehend von den Anfängen einer organisierten Fanszene in den 1970er Jahren bis hin zur Beinahe-Pleite der Austria in der Saison 2015/16, ausführlich nachgezeichnet. Analysiert wird diese turbulente Entwicklung dabei anhand unterschiedlichster Kriterien, wie etwa Gewalttätigkeit & Ausschreitungen, Ausdrucksmittel & Anfeuerungsrituale oder Freundschaften & Rivalitäten. Martin Hassler ist selbst Anhänger des SV Austria Salzburg. Im Rahmen seines Studiums setzte er sich auch auf wissenschaftlicher Ebene mit den Themen Fans und Fankultur auseinander. Das Thema "Geschichte der Fanszene von Austria Salzburg" war schließlich Gegenstand seiner Diplomarbeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 180
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746050751
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 4455kBytes
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Wir hören niemals auf

3. Jugendliche & Identitätsfindung
3.1 Personale und Soziale Identität

Geht man davon aus, dass die Mitglieder von Fankurven und Fanszenen im Fußball vorwiegend Jugendliche und junge Erwachsene sind, dann ist anzunehmen, dass diese Aktivitäten enormen Einfluss auf die Persönlichkeit der Heranwachsenden haben und somit stark identitätsstiftend wirken. Es erscheint daher sinnvoll, sich zuallererst mit Konzepten der Identität auseinanderzusetzen. Die Frage nach ebendieser, woraus sie sich zusammensetzt und wie sie entsteht, beschäftigt die Menschheit seit Jahrhunderten.

Die Identität entwickelt sich bei Jugendlichen insbesondere über die Fragen "Wer bin ich?", "Wozu bin ich da?", "Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?" oder "Wie werde ich von anderen gesehen?". 13 In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Selbstkategorisierungstheorie (SCT) von Turner et al. (1987) von Bedeutung. In dieser wird zwischen der Personalen und der Sozialen Identität unterschieden. 14 Beide beruhen auf Selbstkategorisierungen. Während erstere auf der Zuordnung der eigenen Person zu einer einzigartigen, individuellen Kategorie ("ich") basiert, definiert sich die Soziale Identität über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe ("wir"), welche sich von anderen Kategorien und Gruppen bewusst abgrenzt. 15 Eine Person gehört jedoch immer mehreren sozialen Gruppen an, sei es durch die Ausübung des Berufs, der Mitgliedschaft in einem Verein oder auch nur durch die Zugehörigkeit zu Geschlecht, Religion oder Nation. Die Soziale Identität besteht daher aus vielen verschiedenen, ineinander geschachtelten sozialen Identitäten, die nicht zwingend in einem System der logischen Über- und Unterordnung stehen müssen. 16 Es stellt sich die Frage, welche Gruppenzugehörigkeiten tatsächlich die Soziale Identität und damit die Selbst-Definition einer Person beeinflussen. Gemäß der SCT sind dafür zwei Faktoren entscheidend: die Bereitschaft der betreffenden Person sowie die sozial-kontextuelle Passung. Die Bereitschaft, eine Identität anzunehmen, ist vor allem von Vorerfahrungen, allgemeinen Werten sowie aktuellen Zielen abhängig. Bei der sozial-kontextuellen Passung gilt das Meta-Kontrast-Prinzip: die Homogenität innerhalb der eigenen Gruppe sollte maximiert werden, während die Ähnlichkeit zu "gegnerischen" Gruppen auf ein Minimum reduziert werden sollte. 17 Gelingt dies nicht, ist der Austritt aus der eigenen Gruppe die logische Folge. Eine andere Möglichkeit wäre hingegen der Versuch die eigene Gruppe aufzuwerten. 18 Ist dies der Fall, kann man davon ausgehen, dass die Gruppenzugehörigkeit der Person enorm gefestigt ist und sie somit bereits integraler Bestandteil der Sozialen Identität geworden ist.

Es ist daher nicht von der Hand zu weisen, dass die Mitgliedschaft in sozialen Gruppen - welcher Art auch immer - einen bedeutsamen Einfluss auf Jugendliche ausübt und deren Identitätsbildung maßgeblich von Ideologie, Mentalität, Moral und Werten der jeweiligen Gruppe beeinflusst wird. Im Folgenden soll nun der konkrete Einfluss von Jugendkulturen und Fangruppierungen beleuchtet werden.
3.2 Die Rolle von Jugendkulturen

Die Gesellschaften in den westeuropäischen Staaten unterlagen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs einem stetigen Wandel. Obgleich die soziale Ungleichheit weitgehend konstant war oder sich gar gesteigert hat, kam es zu tiefgreifenden Veränderungen der Lebensbedingungen der Menschen und in der Folge zur Auflösung der sozialen Klassen. 19 Dies führte laut Ulrich Beck zu einem Zeitalter der Unsicherheit, wofür er den Begriff "Risikogesellschaft" prägte. Hervorgerufen wurde diese Risikogesellschaft vor allem durch Individualisierungsschübe, welche durch drei Dimensionen gekennzeichnet sind: 20

Freisetzung : die Menschen werden aus traditionellen gesellschaftlichen Bindungen und Erw

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