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Kata Bunkai Die geheimen Techniken im Karate von Kogel, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2012
  • Verlag: Meyer & Meyer
eBook (ePUB)
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Kata Bunkai

Geheime Techniken werden im Karate oft angesprochen, bleiben jedoch weitgehend unerschlossen. Dieses Buch führt systematisch in die Geheimnisse der Kampfkunst ein und orientiert sich dabei an den Techniken aus den traditionellen Karate Kata. Langjährige Studien bei Meistern aus Japan und Okinawa und bei Spezialisten aus anderen Ländern liegen dem aktuellen Buch zu Grunde. Die Zusammenhänge zwischen Kyushotechniken, der chinesischen Akupunktur und der westlichen Vorstellung über neurologische Funktionen werden erklärt. Anhand neuartiger Grafiken wird der Einstieg für den Leser wesentlich erleichtert. Zahlreiche Varianten von Techniken aus der Selbstverteidigung werden systematisch dargestellt und didaktisch neu aufgearbeitet. Im Mittelpunkt stehen die geheimen Techniken, die in den Kata des Karate verschlüsselt sind. Die Praktikabilität der Bunkai (Anwendungen) aus den Kata entscheidet über den Sinn der jeweiligen Interpretation. Es ist der Weg zurück zu den Wurzeln. 'Wer den Weg Fluss aufwärts nicht geht, wird nie zur Quelle gelangen.' Professor Dr. med. Helmut Kogel, geboren 1951, begann 1973 mit dem Karatetraining unter Dr. phil. Rudolf Jakhel an der RWTH Aachen. Kogel begann später mit Shotokan Karate. Kogel nahm 1992 das Training des deutschen Jujutsu auf und kam 1995 zur DAKO/IMAF Kokusai Budoin (Deutsch-Asiatische Kampfkunstorganisation/Inter-national Martial Art Federation-Japan), um Arnis und Kobudo sowie Nihon Jujutsu in den folgenden Jahren zu lernen. Er absolvierte schließlich die Dan-Prüfungen in verschiedenen japanischen Waffengattungen sowie auch im Combat Arnis (philippinischer Stockkampf). Durch mehrere Studienauf-enthalte in Japan und Okinawa konnte er seine Kenntnisse vertiefen und absolvierte vor japanischen Großmeistern die Prüfungen zum 6. Dan Karate Renshi, 5. Dan Kobudo, 2. Dan Nihon Jujutsu. Vor allem durch Tetsuhiro Hokama in Okinawa wurde er in die tiefere Bedeutung des Karate und des Kyusho eingeweiht. Kogel baute 1982 ein Dojo in Grevenbroich auf, war 1986 bis 1992 Trainer der Karategruppe an der Universität in Ulm und leitet seit 1992 ein Dojo in Lippstadt für Kobudo, Karate und Nihon Jujutsu. Er ist beruflich als Chefarzt einer Abteilung für Allgemein- und Gefäßchirurgie tätig und ist außenplanmäßiger Professor an der Universität Ulm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 01.01.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840325250
    Verlag: Meyer & Meyer
    Größe: 12083 kBytes
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Kata Bunkai

2 Das Verständnis der Kata

I n den letzten 100-200 Jahren hat sich das Verständnis für Karate und für seine Katas zum Teil erheblich gewandelt. Während Anfang des 20. Jahrhunderts Karate außerhalb Okinawas nahezu unbekannt war, verbreitete sich diese Kampfkunst von Japan aus innerhalb von 100 Jahren über die ganze Welt. Zu Zeiten, als Karate, besser Okinawa Te, noch auf den Archipel der Ryu-Kyu-Inseln beschränkt war, beinhalteten Katas meist ein komplettes Kampfsystem eines Karatemeisters. Über Generationen hinweg gesellten sich spezielle Interpretationen späterer Meisterschüler hinzu. Die Unterrichtung der Kata war ein wesentlicher Bestandteil des Kampfsystems und für die Lehre von entscheidender Bedeutung.

So beispielsweise waren die Naihanchi (im Shotokan Tekki-) Katas 1-3 ursprünglich zusammengefasst in einer einzigen Kata, die ca. 300 verschiedene Bewegungen besaß. Erst später wurden daraus drei verschiedene Katas entwickelt, um den Schülern das Lernen zu vereinfachen. Naihanchi wurde zunächst in allen Stilrichtungen Okinawas gelehrt.

Für Choki Motobu (1870-1944) war die Naihanchi Kata eine Elementar-Kata seines Kampfsystems. Später wurde diese Kata in den meisten Stilrichtungen weiter geübt, nicht jedoch im Goju-Ryu. Gerade die Kata Naihanchi beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Anwendungstechniken, insbesondere für den Nahkampf. Aus didaktischen Gründen erfolgte die Aufteilung in drei verschiedene Katas, sodass die Schüler sich Schritt für Schritt nicht nur in die Kata, sondern auch in die Anwendungen einarbeiten konnten. Da auch diese drei Katas bereits ein relativ hohes technisches Niveau besaßen, wurden im Shorin-Ryu und später im Shotokan Karate stattdessen die sog. Heian Katas geübt, die in ihrer Ausführung leichter waren. In den Heian Katas (früher Pinan) wurde der technische Schwierigkeitsgrad bis zu Heian Godan gesteigert. Diese Umstellung war aus Sicht von Itosu Anko notwendig, nachdem er das Karate in den Primärschulen als Unterrichtsfach eingeführt hatte. Das Üben dieser Katas verfolgte von dieser Zeit an in erster Linie das Ziel der Leibeserziehung und der sportlichen Übung. Die Facette der selbstverteidigungsrelevanten Anwendung trat hingegen in den Hintergrund. Die meisten höheren Katas waren für den Schulunterricht eher ungeeignet.

Vor dieser Zeit unterschieden die Meister bereits zwischen den offensichtlichen Anwendungen (Omote), den persönlichen Interpretationen (Oyo Bunkai) und den eigentlichen geheimen Techniken (Okuden). Für die meisten Schüler blieben die geheimen Techniken unbekannt. Nur die fortgeschrittenen Meister wurden von ihren Lehrern in diese geheimen Techniken der Katas eingeweiht. Die Weitergabe erfolgte nur im persönlichen Kontakt, schriftliche Dokumente wurde nicht erstellt. Auch in den Büchern der Okinawa-Meister wie Choki Motobu, Gichin Funakoshi (1886 oder 1870-1957), Chojun Miyagi (1888-1953) und anderen blieben die Okuden-Techniken unerwähnt.

Mitte links Choki Motobu, Mitte rechts Seikichi Odo (im Museum von T. Hokama)

Bestimmte Drills aus den verschiedenen Katas konnten jedoch nur mit dem Wissen der geheimen Techniken erlernt werden. Dies wussten die Meister oder haben daher bewusst Schüler ausgesucht, die nach ihrer Meinung ihr besonderes Vertrauen verdienten. Häufig haben daher Meister ohne geeignete Schüler zahlreiche geheime Techniken für sich behalten und nahmen diese bei ihrem Tod mit ins Grab. Auch heutzutage sind die Meister von der Praxis, geheime Techniken nur an besondere Meisterschüler weiterzugeben, im Wesentlichen nicht abgegangen. Dennoch gelang es, das Wissen z. T. in die westliche Welt zu transferieren, weil der eine oder andere Meister aus Okinawa seine Geheimnisse an besondere Schüler anderer Kulturkreise doch weitergegeben hat. Ein Beispiel dafür stellt die Arbeitsgruppe um George Dillman dar, der sein Wissen von Soken Hohan (1891-1982) erhalten hatte. Auch Patrick Mc Carthy h

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