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Laufen Von den Wettkämpfen der Antike zu den Städtemarathons von heute von Gotaas, Thor (eBook)

  • Verlag: Delius Klasing Verlag
eBook (ePUB)
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Laufen

Wie der Mensch zum Laufen kam Laufen ist in, omnipräsent und nicht mehr wegzudenken: Aus dem Sport ist längst eine Massenbewegung geworden. Doch angesichts der Geschichte des Laufens ist die moderne Ausprägung eine sehr junge Modeerscheinung. Diese spannende Geschichte erzählt Thor Gootas. War das Laufen zunächst reine Fortbewegung zur Sicherung des Überlebens, wurde es später zum Bestandteil religiöser Rituale, zum Mittel der Politik, zur sportlichen Disziplin, zum Ausdruck asketischer Lebensweise und zum Weg der Suche nach sich selbst. Laufen war und ist ein Spiegel von Gesellschaften und Lebensstilen. Diese erste Kulturgeschichte des Laufens ist ein eindrucksvoller Marathon, ein spannender Lesegenuss für Läufer und alle, die es (noch) nicht sind. Der Autor nähert sich dem Phänomen Laufen in seinen kulturhistorischen und philosophischen Aspekten und erzählt von laufenden Königen, Pharaonen und Mönchen, von antiken Athleten und professionellen Läufern der Inkas. Er berichtet von mittelalterlichen Boten, Nacktläufen im England des 18. Jahrhunderts, der Rolle des Laufens in der Französischen Aufklärung, deutscher Gesundheitserziehung - und dem modernen Wettkampfsport, wo Läufer und Sprintstars zu umjubelten Ikonen des Sports geworden sind. Gotaas Forschungen erstrecken sich über den gesamten Globus und ziehen sich durch die komplette Kulturgeschichte des Menschen: Eine spannende, unterhaltsame und informative Reise durch die Jahrhunderte, die nicht nur Laufsportler in ihren Bann zieht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783768883627
    Verlag: Delius Klasing Verlag
    Größe: 2895 kBytes
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Laufen

Laufen - eine menschliche Ureigenschaft

Königssöhne mussten jeden Tag einen Lauf absolvieren und bekamen nichts zu essen, ehe sie dies erledigt hatten, weshalb sie stets früh am Morgen starteten.

Unbekannte ägyptische Quelle

D er Biologe Dennis Bramble und der Anthropologe Daniel Lieberman behaupten, der Mensch habe sich vor über zwei Millionen Jahren von seinen affenähnlichen Vorfahren weiterentwickelt, weil er lange Distanzen laufen musste, um in den afrikanischen Savannen Tiere zu jagen. Damals versteppten große Waldgebiete durch einen Klimawandel, und die Lebensbedingungen änderten sich. Die Gattung des Australopithecus , die den aufrechten Gang beherrschte, war dadurch im Vorteil, und mit der Zeit entwickelte sich eine Anatomie, die den Langstreckenlauf möglich machte - ein wichtiger Schritt in der Evolution des Menschen. Die Körperform unserer Vorfahren änderte sich, als sie mit den Füßen auf den Boden auftraten; das Laufen machte sie anatomisch betrachtet zu Menschen. 19

Bramble und Lieberman widersprachen etablierten Theorien, nach denen das Laufen lediglich eine Weiterführung des aufrechten Gangs sei. Diesen beherrschte der Australopithecus bereits vor 4,5 Millionen Jahren, aber gleichzeitig schwang er sich noch von Baum zu Baum. Obwohl schon der Homo aufrecht ging, dauerte es noch mindestens drei Millionen Jahre, bis der Homo sapiens entstand. In dieser Periode hatten unsere Vorfahren wenig mit dem heutigen Menschen gemein. Folglich kann die bloße Fähigkeit zum aufrechten Gang nicht der allerwichtigste Schritt in der Evolution des Menschen sein. Im Gegensatz zum Menschen hatte der Australopithecus kurze Beine, lange Arme und einen muskulösen, affenähnlichen Körper. Bramble und Liebermann: "Wenn die natürliche Evolution nicht das Laufen favorisiert hätte, sähen wir noch heute den Affen ähnlicher." 20

Die beiden Wissenschaftler studierten 26 charakteristische Merkmale des menschlichen Körpers und verglichen sie mit homininen Fossilien, unter anderen des Homo erectus ("aufgerichteter Mensch"), der vor ca. 1,8 Millionen Jahren bis vor ca. 40 000 Jahren lebte, und des Homo habilis ("geschickter Mensch"), der auch "Urmensch" genannt wird und dessen Skelettfunde über 2,5 Millionen Jahre alt sind. Sehnen an Beinen und Füßen, federnde Bänder und effektive Zehen verwandelten die Gattung in einen Läufer. Der Mensch machte größere Schritte, und sein Körper dämpfte die Stöße beim Auftreten. Skelett und Muskeln stabilisierten den Körperbau, ein guter Gleichgewichtssinn sorgte für die nötige Balance, und mehrere Millionen Schweißdrüsen verhinderten ein Überhitzen des Körpers.

Die Fähigkeit, zu schwitzen und Wärme zu ertragen, befähigte den Menschen zu größerer Ausdauer und erleichterte die Jagd auf schnellere Tiere. Noch heute jagen afrikanische Buschmänner zu Fuß Antilopen, bis diese überhitzen und damit zur leichten Beute werden.

Laufen ist eine menschliche Ureigenschaft, die auf viele Weise genutzt wird.
Ein königlicher Langstreckenlauf

König Schulgi herrschte von 2094 bis 2047 v. Chr. über Sumer, das südliche Mesopotamien. Er war allmächtig: Priester und König, General und Steuereintreiber in einer Person. Der König sorgte dafür, dass seine Untertanen Getreide und andere Waren an die Tempel ablieferten - die Tempel waren gleichzeitig Bank, auch Lohn wurde dort ausbezahlt.

Im Jahre 2088 v. Chr. gab es in den heiligen Städten Nippur und Ur (beide südlich des heutigen Bagdad) große Dankfeste. König Schulgi versprach, an beiden Festen teilzunehmen. Dazu musste er von einem Sonnenuntergang bis zum nächsten von Nippur bis Ur und zurück laufen - insgesamt 320 Kilometer. 21 Er trug eine rituelle Tracht aus exklusivem Stoff, die allein ihm vorbehalten war, eine Mütze und einen falschen Bart. Wie die meisten Sumerer war er von kleinem Wuchs

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